Ehrenamt macht Spaß

Der soziale und kulturelle Bereich unserer Gesellschaft wäre ohne engagiertes Ehrenamt nur spärlich aufgestellt. So ist Andreas Huber Vorsitzender der „Freunde alter Landmaschinen Gottmannshofen“. Foto: privat
Das Gemeinwesen kann auf ehrenamtliche Arbeit nicht verzichten. Ohne die unzähligen freiwilligen Helfer wäre die Gesellschaft in den sozialen, kommunalpolitischen und kulturellen Bereichen wesentlich ärmer aufgestellt.
Mehr als 23 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Es sind Menschen jeden Alters, jeder Hautfarbe und Religion und mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Ihre Motivation ist so unterschiedlich wie die Aufgaben, die sie übernehmen.

Beispiel: Hans-Josef Berchtold von der SeniorenGemeinschaft Wertingen (SGW). „Durch einen interessanten Vortrag wurde mir die dramatische Überalterung der Bevölkerung und damit einhergehend eine zunehmende Versorgungs- und Betreuungslücke von Senioren bewusst“, erzählt er. „Nachdem weder vom Staat noch von den Sozialverbänden in Zukunft Hilfe zu erwarten ist, beschloss ich 2013 mit anderen Protagonisten einen Verein zu gründen, um Unterstützung im Alltag, von Senioren für Senioren’ zu organisieren.“ Ihm macht es Freude, seine Erfahrung aus der freien Wirtschaft nun ehrenamtlich in einen sozialen Verein einbringen zu können.

Der Verantwortung, die ein Ehrenamt mit sich bringt, stellt sich Berchtold gerne. Als Vorsitzender sei er Repräsentant des Vereins nach außen und innen, aber auch Ansprechpartner gegenüber Ämtern und Behörden, teilt Berchtold mit. Nach innen leitet er alle Mitgliederversammlungen sowie Sitzungen des Vorstands. Darüber hinaus trägt er die Verantwortung für alle finanziellen Angelegenheiten des Vereins sowie für alle steuerlichen und versicherungsrechtlichen Themen.

„Ehrenamt macht Spaß“

Oder auch Egon Siwi von der örtlichen Kolpingfamilie: „Ich engagiere mich für das Ehrenamt, weil es mir in erster Linie Spaß macht, mit Menschen in der Freizeit etwas zu planen und für andere zu organisieren.“

Als Vorsitzender müsse er den Verein „nach bestem Wissen und Gewissen“ führen. Da dürfe auch die Satzung nicht außer Acht gelassen werden. Man bekomme zwar nicht immer den erhofften Dank für die Arbeit, dennoch würde Siwi nach eigenen Worten „sofort wieder diese Verantwortung übernehmen“. Sein Engagement sei, das will er nicht als Werbespruch verstanden wissen, „Dienst am Menschen“.
Für den Vorsitzenden der örtlichen Wirtschaftsvereinigung (WV) Hans Moraw ist es ein persönliches Anliegen, den positiven Stellenwert der Stadt Wertingen „zu bewahren und weiter zu verbessern“. Dafür sei eine ehrenamtliche Tätigkeit ideal. Mit der Übernahme eines Ehrenamts gehe man automatisch auch Verpflichtungen ein, erklärt Moraw weiter. „Damit sind aber nicht nur die Verpflichtung im juristischen Sinn der Vereinssatzung gemeint. Man ist auch gegenüber den Mitgliedern in der Pflicht. Mit einem eingespielten Vorstandsteam mache es jedoch Spaß. Dann sei das Ehrenamt gut zu bewältigen.

Nicht immer einfach

Andreas Huber ist Vorsitzender der „Freunde alter Landmaschinen Gottmannshofen“. Er bedauert, dass es heute sehr schwer sei, jemanden zu finden, der einen Verein aufrechterhält. „Ich bin damals gewählt worden, weil sich kein anderer aufstellen ließ.“ Als Voraussetzung für das Ehrenamt nennt er vor allem die Freude am Hobby. Huber räumt aber auch ein, dass es in seinem Fall nicht immer einfach sei, 45 Personen unter einen Hut zu bringen. „Gemeinsam schaffen wir das aber Jahr für Jahr, und das finde ich sehr gut.“ Die Verantwortung gehöre dazu.

Bereicherung

Theodor Hungbaur vom Altenwerk Wertingen sagt, dass er gerne unter Menschen sei. „Die Gemeinschaft und Gesellschaft sind mir wichtig, bereits seit früher Jugend.“ Der Schritt ins Ehrenamt sei so vorgezeichnet gewesen.
Der Umgang mit Menschen unterliege allerdings Regeln und der Achtung voreinander, so Hungbaur. „Diese Verantwortung ist für mich eine Bereicherung.“ Sie gebe ihm Freude, sich weiter zu engagieren.

von Siegfried P. Rupprecht
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