Ein Zuhause im Höchstädter Miezhaus

Sie kümmern sich um die Katzen im neuen Miezhaus: Nicky Maczurek, Sabine Pollok, Melanie Gorcica (Leiterin des Tierheims) 'stehend von links) sowie Sabine Ehnle, Manuela Schönheits, Sabrina Kleie (Azubi) (sitzend von links). Foto: Marion Buk-Kluger


25 Katzen sind in Pflegestellen und fast jeder weitere Mitarbeiter des Tierheimes hat eine oder mehrere Katzen in Pflege, dann gibt es noch die Katzen und Katzenkinder im Tierheim selbst. Längst ein Grund, ein neues Katzenhaus zu bauen. Im Tierheim Höchstädt wurde genau das verwirklicht und das neue "Miezhaus" konnte eröffnet werden. Nun tummeln sich die Stubentiger im "Miezhaus" und warten auf neue Besitzer. Doch bis dahin haben sie in dem Bau, der nur aufgrund des Engagements der Mitarbeiter und der Hilfe von ein paar Ehrenamtlichen und einigen Landkreisfirmen verwirklicht werden konnte, ein Zuhause, indem sie genügend Platz für Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten haben. Selbst Platz für einen Katzen-Kindergarten gibt es nun im Tierheim. Dort können die "Kätzlein" miteinander spielen und sich an Artgenossen gewöhnen.

Doch woher kommen die Katzen? Werden so viele abgegeben? "Nein", berichtet Sabine Pollok, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis Dillingen. "Katzen werden selten bei uns abgegeben, Freigänger sind für die Besitzer meist pflegeleicht und reine Hauskatzen werden bewusst angeschafft und nicht abgegeben." Bei den meisten Tieren handelt es sich um Fundkatzen, die allein aufwuchsen und von niemandem vermisst werden. "Manchmal werden Katzen einfach zurückgelassen, wenn die Leute wegziehen, wenn sich dann auch noch ein freundlicher Nachbar um sie kümmert, sind sie nicht wild, ergo nicht ausgesetzt, und gehören dann ihm." Zu 90 Prozent sind die Fundkatzen verwilderte Hauskatzen, um die sich eben niemand kümmert, da die Besitzer verstorben sind oder eben ohne ihre einstmals kuscheligen Freunde wegziehen. "Wir haben bei etwa 400 gefundenen Katzen vielleicht einmal den Fall, dass jemand kommt, um seine Katze zu suchen."

Die Problematik ist zudem, dass nach wie vor zu wenig kastriert wird und sich daher die Population so stark vergrößert hat. "Es gibt ja da dann nicht nur einen, sondern drei bis vier Würfe und somit ergibt sich schnell im Durchschnitt eine Anzahl von bis zu 16 Babykatzen, die aber eben nicht alle irgendwo unterkommen!" Das Ende ist bekannt, diese Katzen werden zu "Wildkatzen" und landen dann eben nicht selten im Tierheim. Doch wo kein Besitzer, da fühlt sich auch niemand für deren Versorgung zuständig. "Es gibt leider keine Kastrationspflicht und keine Steuer auf Katzen", so Pollok, "irgendwann könnte das statistisch zu zwei Katzen pro Einwohner führen. Daher sollte jeder Freigänger kastriert werden. Wir haben Kooperationen mit Firmen, die die Katzen zum Mäusefang brauchen, die diese einsammeln, zu uns bringen und die von unserem Tierarzt kastriert werden, und dann wieder abgeholt werden."

Sabine Pollok appelliert, dass Katzenbesitzer bei ihren Streunern auf Kastration achten. "Jeder sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein. Wir hatten schon Einsätze, bei denen wir die kleinen Kätzchen aus Hecken holen mussten, in die die Katzenmutter ihre Kinder gesetzt hatte, manchmal mussten wir diese arme Wesen einfach nur vom Tierarzt erlösen lassen."

Neben dem Platz für die Katzen, sind Futter-, vor allem Nassfutterspenden für die Schleckermäuler aller Altersklassen besonders wichtig.

Hier hofft das Tierheim auf freundliche Unterstützung. Das Futter kann in den jeweiligen Spendenboxen in Supermärkten wie etwa im Edeka in Wertingen abgestellt oder direkt im Tierheim abgegeben werden. "Wer Interesse hat, kann sich auch direkt vor Ort über das neue MiezHaus und das gesamte Tierheim Höchstädt informieren."

Die Öffnungszeiten in Höchstädt sind Donnerstag bis Sonntag und auch an Feiertagen von 14.30 bis 17 Uhr. Telefon täglich unter 09074 /31 46, von 15 bis 17 Uhr. (Marion Buk-Kluger )
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