Eine feste Nummer

Das Internationale Gitarrenfestival Wertingen steht für familiäre Atmosphäre, gute Organisation, hervorragende Künstler, Schulkonzerte und abwechslungsreiche Workshops. Festivalleiter ist Johannes Tonio Kreusch (Bild). Foto: Pierre Kälin

Ohne Wenn und Aber: Das Internationale Gitarrenfestival Wertingen ist sowohl beim Publikum als auch bei Gitarrenfans angekommen. Zuletzt machte es mit Stars wie dem Grammy-Gewinner Andy York und der Gitarrenlegende Carlos Barbosa-Lima aufmerksam. Das Spektakel geht heuer in die fünfte Runde und findet von Freitag, 30. September, Montag, bis 3. Oktober, statt. Wieder setzt es auf Konzerte mit hochkarätiger Beteiligung, aber auch auf Workshops für Gitarrenliebhaber aller Leistungsstufen. Damit werden Zuhörer wie Musiker gleichermaßen angesprochen und für die Musik begeistert. Wir sprachen über das Musikfest mit Festivalleiter Johannes Tonio Kreusch.

StadtZeitung: Auch heuer zeigt das Internationale Gitarrenfestival unverkennbar Ihre Handschrift. Welches Konzept steckt dahinter?
Johannes Tonio Kreusch: Für mich ist eine stilübergreifende Festivalausrichtung von Anfang an Programm. Offenheit gegenüber den verschiedenen Musikrichtungen und künstlerischen Strömungen sowie Zusammenführung von Etabliertem und Neuem sind mir wichtig. Das Festival soll ein Austausch- und Begegnungsort für Musiker, aber auch von Musikstudenten und -liebhaber aus aller Welt sein.
StadtZeitung: Was ist für Sie beim diesjährigen Festival das Sahnehäubchen?
Kreusch: Das ist schwer zu beantworten. Ich gestalte die Konzerte aber so, dass sie auch für mich persönlich ein Highlight sind. Wenn ich nun auf meinem eigenen Festival vier Tage lang ausschließlich Gitarrenmusik höre, dann möchte ich das auch genießen, ohne dass mir persönlich langweilig wird! Deshalb kombiniere ich zum Beispiel Künstler an einem Abend, die noch nie zusammen aufgetreten sind. Oder ich bringe Abwechslung in ein Konzert hinein, bei dem mit klassischer und brasilianischer Musik bis hin zum Jazz einiges geboten wird. Ein persönlicher Höhepunkt ist für mich natürlich der Auftritt mit meiner Frau, der Geigerin Doris Orsan. Wir werden ein neues Werk des Argentiniers Máximo Diego Pujol uraufführen.
Leuchtturmprojekt
StadtZeitung: Was unterscheidet Wertingen von anderen Festivals?
Kreusch: Das ist vor allem der Einbezug der Jugend. Unsere Schulkonzerte werden von den Kindern frenetisch aufgenommen. Ich bin sehr beeindruckt, wie sie auf die Musik reagieren und wie aufmerksam sie stets mitmachen. Die Jugendlichen des Jugendzentrums bereichern unser Festival kulinarisch. Daneben halten sie die wichtigen Momente in Bild und Ton fest. Jungen, aufstrebenden Musikern bieten wir ein Podium, denn wir binden Preisträger von Wettbewerben in das Festivalprogramm mit ein. Außerdem vergibt die Stadt Stipendien an den Gitarrennachwuchs. Gerade in Zeiten, in denen vielerorts Kulturabbau betrieben wird, ist ein Festival, das die Jugendförderungen so ernst nimmt, ein Leuchtturmprojekt.
StadtZeitung: Mit Badi Assad kommt erstmals eine brasilianische Gitarristin nach Wertingen, die alle Grenzen sprengt. Ihre Experimentierfreude soll unbeschreiblich sein?
Kreusch: Badi Assad besitzt eine großartige und innovative Gitarrentechnik und verbindet diese mit ihrer grandiosen Stimme zu einem unverwechselbaren Sound. Zusammen mit meinem Bruder Cornelius Claudio Kreusch haben wir gerade ein gemeinsames Album unter dem Titel „TwoWorldsOne“ aufgenommen. Dass sie heuer nach Wertingen kommt, ist ein absoluter Höhepunkt.
Stadt Zeitung: Viele ärgerten sich im letzten Jahr darüber, die Lautenspieler vom Dinc Trio verpasst zu haben. Warum ziehen die Matinee-Veranstaltungen in der Evangelischen Kirche nicht so stark wie die Abendkonzerte?
Kreusch: Besucher sollten keine Scheu haben, auch Konzerte von Künstlern und Musikrichtungen zu besuchen, die sie nicht kennen. Gerade das Neue und Unerwartete kann zu einem besonderen Erlebnis werden.
StadtZeitung: Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?
Kreusch: Mit Freunden ein Fest rund um die Musik zu feiern.
Alle Informationen zum Musikfest gibt es im Internet unter www.gitarrenfestivalwertingen.de. (spr/pm)
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