Faszinierender Fund

Ein besonderer Fund: So sieht die alamannische Pferdchenfibel im Detail aus. Foto: Cornelius Brandelik

Richard Geier fasziniert im Heimatmuseum Wertingen ein besonderer Fund. Es ist eine kleine alamannische Fibel, die Frauen als Gewandspange und zugleich Schmuckstück diente. Sie hat die Form eines Pferdes und ist rund 1500 Jahre alt.

Die Fibel ist aus Bronze hergestellt und verzinnt. Bei dem Fund handelt es sich nicht um eine Grabbeigabe. Das Pferdchen wurde im Aushub des Erdreiches zwischen zwei Gräbern gefunden.
Richard Geier aus Günzburg-Reisensburg wurde 1941 in Reisensburg geboren. Er machte eine Maurerlehre, wurde Maurermeister und ließ sich zum Bautechniker ausbilden. Von 1984 bis zu seiner Pensionierung 2001 arbeitete er als Bautechniker beim Finanzbauamt Augsburg, auch im Denkmalschutzbereich. Seit 1978 darf er amtlich ausgraben.
1978 begann er mit einer Ausgrabung der Aufkirche bei Roggden. Die Lage der Aufkirche, eines aufgegebenen Ortes, entdeckte er bei Luftaufnahmen, die er selbst erstellte. Es folgten Grabungen am Raunsberg bei Hettlingen und an den Kelleranlagen am Weihenberg in Wertingen. Danach kamen weitere Grabungen in Zusamaltheim, die durch einen Straßenbau im Neubaugebiet notwendig wurden.

Seltenes Exemplar

Dabei fand er die alamannische Pferdchenfibel. Bei diesem Fund handelt es sich um ein seltenes Exemplar. Bisher wurde noch keines dieser Art nördlich der Alpen gefunden.
Und so kam es zu diesem eindrucksvollen Fund: In Zusamaltheim wird Anfang der 1980er-Jahre in einem Neubaugebiet eine Straße errichtet. Dabei stößt der Baggerfahrer beim Ausheben auf alamannische Gräber und informiert den damaligen Bürgermeister Zusamaltheims, Anton Gerstmayr. Dieser verständigt den Kreisheimatpfleger Hermann Josef Seitz aus Lauingen, der wiederum Richard Geier mit den Ausgrabungen beauftragt. So ist Geier von 1981 bis 1984 für die Ausgrabungen in Zusamaltheim zuständig.
Bis Geier zur Grabungsstelle kommt, ist der erste Aushub allerdings bereits im Donauried entsorgt. Gerstmayr zeigt dem Bautechniker den Ablageort in der Nähe einer Kiesgrube und beide durchsuchen das Erdreich. Dabei finden sie verschiedene, unbedeutende Keramikscherben.

Im Erdklumpen versteckt

Diese veranlassen Geier, nach den eigentlichen Grabungsarbeiten im Neubaugebiet, wann immer er noch Zeit hat, den Aushub an der Kiesgrube nochmals genauer zu untersuchen. Hier entdeckt er eines Tages einen Erdklumpen, der durch seine Materialbeschaffenheit auffällt. Er nimmt ihn mit heim und reinigt ihn fachmännisch.
Es kommt die alamannische Pferdchenfibel zum Vorschein. Die Fibel ist 2,4 Zentimeter lang, 1,4 Zentimeter hoch und weist eine Stärke von zwei Millimeter auf.
Dieses schöne Fundstück ist Richard Geier besonders ans Herz gewachsen. Es findet sich heute im ersten Unterschoss des Heimatmuseums in Wertingen in einer Vitrine sicher verwahrt.

Von Cornelius Brandelik
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