Für individuelle Freiheit

Das eigene Haus ist der Traum vieler Menschen. Die Stadt Wertingen plant im Norden Rieblingens ein neues Baugebiet mit rund 20 Gebäuden. Foto: Schwäbisch Hall

Bei der Aufstellung des Bebauungsplans „Rieblingen Nord III“ sei es erforderlich, eine ruhige und gleichmäßige Dach- oder Gebäudelandschaft zu schaffen. Die Bebauung zum östlichen und zum westlichen Ortsrand sei auf Gebäude mit stark geneigten Dächern zu beschränken. Dies forderte die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landratsamts Dillingen in seiner Stellungnahme zum geplanten Baugebiet. Der Stadtrat kam diesen Einwendungen allerdings nicht nach. Die Entscheidung fiel ohne Gegenstimme.

Das geplante Baugebiet liegt auf einer Kuppe im Norden der Gemarkung Rieblingen. Aufgrund der Ortsrandlage und der Topographie des Plangebiets mahnte die Untere Bauaufsichtsbehörde eine harmonische landschaftliche Einbindung an. Diese sei ein hoher Stellenwert einzuräumen.

Die Behörde stellte sich hier die Schaffung „einer ruhigen und gleichmäßigen Dach- beziehungsweise Gebäudelandschaft“ vor. Auf die Beschränkung von Gebäuden mit stark geneigten Dächern könne zum nördlichen Ortsrand hin verzichtet werden, da eine Erweiterung des Baugebietes in diese Richtung geplant ist, verlautete die Behörde weiter.

Der Stadtrat erachtete die individuelle Freiheit der Bauherren jedoch für wichtiger als die baukulturellen Belange. Letztere sah er auch mit den im Entwurf getroffenen Festsetzungen als ausreichend berücksichtigt an.
Das Gremium beschloss daher, innerhalb des Baugebietes eine weitgehend freie Gestaltung der Dächer zu ermöglichen. Die bisher getroffenen Festsetzungen zu Dachformen und Dacheindeckung bleiben daher bestehen.
Das Planungsgebiet umfasst rund 1,9 Hektar. Es liegt am nördlichen Ortsrand von Rieblingen und fällt von Süden nach Norden ab. Als Art der baulichen Nutzung ist ein sogenanntes „Allgemeines Wohngebiet“ vorgesehen. Dort sollen rund 20 Gebäude entstehen. Bei Hochwasser wird das Areal nicht berührt.
„Infolge der vorhandenen Geländeneigung kann bei Starkniederschlägen wild abfließendes Wasser zu Beeinträchtigungen führen“, mutmaßte das Wasserwirtschaftsamt. Die Entwässerungseinrichtungen seien deshalb so auszulegen, dass dieses Wasser schadlos zu abgeführt werden kann.

Um eine Abflussbeschleunigung im Gewässer zu verhindern seien eventuell entsprechende Rückhaltemaßnahmen vorzusehen. Der Stadtrat beschloss, die Hinweise zu berücksichtigen und in der Satzung des Bebauungsplans zu ergänzen.

Stellungnahmen von Bürgern waren übrigens nicht eingegangen. (spr)
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