Gut behütet beim Bürgermilitär

Rainer Tochtermann mit seinem Lieblingsobjekt, einem Tschako. Foto: Cornelius Brandelik

Der Tschako ist eine vorwiegend militärische Kopfbedeckung, die am Ende des 18. Jahrhunderts aus der Kappe der ungarischen Husaren entstand. Das ungarische Wort csákó bedeutet „Husarenhelm“.

Während der Napoleonischen Kriege setzte sich der Tschako nach französischem Vorbild in fast allen europäischen Heeren als Hauptkopfbedeckung für Fußtruppen, leichte Kavallerie sowie die Artillerie durch, da er besseren Schutz als der damals übliche Filzhut bot. So auch in Bayern, das Bündnispartner Frankreichs war. Er wurde von 1830 bis 1848 auch beim bayerischen Bürgermilitär verwendet. Die Maße waren streng vorgegeben. Der Boden bestand in der Regel aus lackiertem Leder, der Korpus meist aus Filz.
Auch die Militaria-Abteilung des Heimatmuseums in Wertingen wartet mit einem Tschako auf. Mitarbeiter Rainer Tochtermann hat sich die Kopfbedeckung als Lieblingsobjekt ausgewählt.
Beim Wertinger Tschako besteht der Korpus aus Pappe, die fellartig umkleidet ist. Die Kopfbedeckung besitzt sogenannte Bataille-Bänder. Dabei handelt es sich dabei um Sturmriemen zum Schutz vor Sturm oder Unwetter. Aus Messingblech gestanzte Schuppen sind auf einem Lederriemen befestigt, der seitlich am Korpus befestigt ist und am Kinn mittels einer Schnalle befestigt werden kann.
An diesen seitlichen Befestigungen findet sich jeweils ein aus Messingblech geprägter Löwenkopf als Abdeckung. Zur Unterscheidung der Truppengattungen (Füsiliere, Schützen, Artillerie) waren Helmschilde angebracht.

Helmschild fehlt

Dieser Helmschild fehlt beim Wertinger Modell, sehr wohl sind allerdings noch die Befestigungslöcher zu sehen sowie der aufgenähte Lederflicken zur besseren Befestigung des Schildes. Als Ersatz wurde ein aus Messingblech geprägter Löwenkopf unsachgemäß angebracht. Auch die weiß-blaue Kokarde, die sich über dem Helmschild befand und von der es verschiedene Formen gab, fehlt. Das Gleiche gilt für den Federbusch, der entsprechend der Waffengattung gefärbt war. Auch er fehlt beim Wertinger Tschako.

Seit einem Jahr im Museum aktiv

Rainer Tochtermann hat sich wegen seiner beruflichen Verbindung den Tschako ausgesucht. Er arbeitet seit Oktober 1987 als Soldat bei der Bundeswehr. Im Juni 1968 in Wertingen geboren und dort aufgewachsen, machte er nach dem Besuch der Realschule eine Industriemechaniker-Lehre in Dillingen. Seine Stationen bei der Bundeswehr sind Neuburg an der Donau, Altenstadt bei Schongau, Darmstadt, Altenstadt, Neubiberg bei München, Feldafing und wieder Altenstadt. Tochtermann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit einem Jahr ist er fürs Heimatmuseum aktiv.

Von Cornelius Brandelik
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