Junge Helden nehmen sich Zeit

Beim Aktionstag „Zeit für Helden“ sammelte der Jugendtreff Wertingen vor einem Supermarkt für die „Tafel“ Lebensmittel zur Weitergabe an bedürftige Mitbürger. Unser Bild zeigt ein Team mit (von links) Marco Wenzl, Leon Hauser und Ramona Weldishofer. Foto: privat

Wie zeigt man einer breiten Öffentlichkeit die große Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für die Gesellschaft? Und mit welcher Aktionskraft können junge Menschen in diesem wichtigen Bereich etwas bewegen? Der Kreisjugendring (KJR) Dillingen wusste dazu Antworten. Mit dem Aktionstag „Zeit für Helden“ bot er allen Jugendverbänden im Landkreis die Möglichkeit, ihre Arbeit und ihr Wirken mit einem sozialen Projekt der breiten Masse zu präsentieren. Die Resonanz war groß: Unzählige Gruppen machten mit und stellten sich in den Dienst der guten Sache. Mit dabei: auch zahlreiche Gruppen aus Wertingen und dem Zusamtal.

Sie alle zeigten mit ihrem Engagement anschaulich, dass viele kleine Dinge auch die Welt verändern können. Vielleicht nicht nachhaltig und auf Dauer. Doch es gelang ihnen, Menschen dazu zu bewegen, ihren Blick auf die Welt zu ändern, um sie ein klein wenig besser zu machen.
So entstanden unter dem Motto „Zeit für Helden“ viele kleine Mini-Projekte. Sie symbolisierten eindrucksvoll das breite Spektrum der ehrenamtlichen Jugendarbeit. Die Jugendfeuerwehren von Gottmannshofen, Hirschbach und Hohenreichen verschönerten beispielsweise Bushäuschen und stellten Parkbänke am Weg zwischen Hohenreichen und Prettelshofen auf.
Beim Sportverein Roggden halfen viele junge Hände bei der Renovierung des Sportheims. Das Team vom Bauwagen Roggden wiederum war auf großer Müllsammelaktion und befreite das Umfeld des Aufbachs von Unrat und anderen unliebsamen Hinterlassenschaften in der Natur. Die Jugend des TSV Wertingen führte eine vielbeachtete Baumpflanzaktion durch.

Mit der Kamera festgehalten

Aktiv beteiligte sich auch der Jugendtreff Wertingen. Er sammelte vor einem großen Supermarkt Lebensmittel für die „Tafel“ zur Weitergabe an bedürftige Mitbürger.
Oder die Katholische Landjugendbewegung (KJLB) in Steinheim. Dort erhielt die Friedhofsmauer einen neuen Anstrich. Die KLJB Wittrislingen gestaltete den Hof und die Innenräume der Flüchtlingsunterkunft bunter und heller. Zudem boten die Jugendlichen den Kindern Spiele und Schminken an. Und damit die Sozialaktionen für die Nachwelt dokumentiert bleiben, hielt die Filmcrew des Jugendtreffs Wertingen viele Initiativen im Landkreis mit der Kamera fest.

Kein Neuland

Ganz Neuland betrat der Kreisjugendring mit der „Helden“-Aktion jedoch nicht. Bereits 2007 fand eine Initiative unter dem Thema „Drei Tage Zeit für Helden“ statt. Damals nahmen insgesamt über 400 Jugendliche teil. Das heurige 70-jährige Jubiläum des KJR war nun Anlass, eine weitere Aktion in diesem Bereich ins Leben zu rufen.
Auch diesmal konnte die Landkreis-Einrichtung ihre Jugendformationen mobilisieren. Rund zwei Dutzend Gruppen, wiederum mit circa 400 Teilnehmer, engagierten sich ehrenamtlich für die Gesellschaft.
Bei der Auswahl des Projekts gab es für die Jugendgruppen zwei Möglichkeiten: Entweder organisierten die Teilnehmer selbst ein Projekt in ihrer Kommune oder der Kreisjugendring half den Gruppen bei der Projektsuche und stellte die Kontakte zu Projektträgern wie Gemeinden, Städte, und Unternehmen her. Ein Kloordinierungskreis hatte zudem die Aktion vorbereitet.
Als Lohn gab es für alle Teilnehmer zu Beginn der Aktion ein „Helden“- T-Shirt geschenkt. Am Freitag, 10. Juni, findet darüber hinaus im Wertinger Jugendhaus noch ein Abschlussfest der Aktion statt.

„Helden“ haben Vorbildfunktion

Die „Helden“-Aktion kam nicht nur positiv bei den Bürgern an. Auch Politiker lobten die Initiative. Auf ehrenamtliche Arbeit könne das Gemeinwesen nicht verzichten, resümierte Landrat Leo Schrell. Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier meinte: Die freiwilligen Helfer seien die besten Vorbilder.
Vize-Landrat Alfred Schneid, der sich beim Besuch einiger Aktionen ebenfalls vom Einsatz der Jugendlichen überzeugte, lobte: „Die ,Helden‘ sind ein Vorbild für ehrenamtlichen Gemeinsinn.“

Von Siegfried P. Rupprecht
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