Kreisverkehr Wertingen: Ein Kunstwerk für die Mondlandschaft?

Der Laugna-Kreisel: trist und ohne Bepflanzung. Foto: Marion Buk-Kluger


Grundsätzlich ja, aber! Das berühmte "Aber" steht im Weg. Doch worum geht es? Seit über einem Jahr wird der Laugna-Kreisverkehr befahren. Der Kreisverkehr ist die Interims-Lösung bis die geplante "Overfly"-Brücke steht. Bis es soweit ist, fährt man auf einen Kreisel zu, der, wie es kürzlich ein Wertinger Bürger ausdrückte, doch "irgendwie wie eine Mondlandschaft aussieht."

Verwöhnt von den beiden kleineren Wertinger Kreiseln, an der Umgehungsstraßen-Abfahrt bei Gottmannshofen und bei der Industriestraße, die schön bepflanzt sind, kommt man schnell auf die Idee, doch auch den großen Kreisverkehr optisch zu verschönern. Wie wäre es denn mit einem Kunstwerk, etwa das Brücken-Kunstwerk von Peter Mayer aus Nürnberg. Die auf Räder gesetzte Stahlbrücke wurde vom Wertinger Unternehmer Christopher L. Fryars gekauft und steht seither auf dem Firmengelände an der Donauwörther Straße. Thematisch würde diese Brücke passen.

Doch wie es aus dem für die Staatsstraße und somit für den Laugna-Kreisverkehr zuständigen Staatlichen Bauamt in Krumbach heißt, steht die Verkehrssicherheit im Vordergrund. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Kreisverkehre gestiegen und somit gäbe es nun auch Erfahrungswerte zur Unfallgefahr.

Eine Erkenntnis daraus: Die schlimmen Unfälle an Kreiseln seien in Zusammenhang mit Hindernissen auf der Insel geschehen. Bauamtsleiter Jens Ehmke erklärt: "Es hat durch die neuesten Erkenntnisse eine Änderung in der Denkweise stattgefunden. Wir wollen keine neuen Gefahrenstellen schaffen."

Will heißen: Kunstwerke in Kreisverkehren und somit auch in Wertingen werden künftig nicht mehr zugelassen. Bestehende Kunstwerke, bei denen bis dato nichts passiert ist, bleiben bis auf Weiteres.

Auch Bürgermeister Willy Lehmeier betont auf Nachfrage der StaZ: "Verkehrsrechtlich wäre es ein Wahnsinn, wenn etwas durch ein Kunstwerk passiert!" Zudem sei auch von seiten der Stadt kein Wunsch vorhanden, am Kreisverkehr in puncto Verschönerung zu agieren. Obwohl laut Jens Ehmke Blumen, Büsche und Sträucher durchaus denkbar sein könnten. Eine Variante, die sich auch Lehmeier vorstellen könnte. Allerdings bleibe hier die Frage der Pflege und des Unterhalts bei der Kommune hängen, wie Ehmke betont, dessen Behörde primär auf die Verkehrssicherheit achtet. Schönheit sei hier sekundär.

Ein Kunstwerk im Kreisverkehr wäre dann denkbar, wenn der Kreisverkehr ausreichend beleuchtet wäre. Doch Bauamtsleiter Ehmke verweist hier auf die Kosten, so dass davon auszugehen sei, dass in der Kunststadt Wertingen keine Kunst auf der Kreisverkehrinsel stehen wird.

Und ob sich ein Sponsor und Pfleger für eine pflanzliche Verschönerung finden wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt der Laugna-Kreisverkehr nicht gerade schön anzusehen, aber immerhin sicher im Sinne der Verkehrsregeln. (Marion Buk-Kluger )
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