Lebensbeistand bis zuletzt

Die Hospizgruppe Wertingen-Höchstädt begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg und stehen den Angehörigen entlastend zur Seite. Dabei geht sie bei den Betreuten auf deren Individualität ein, ungeachtet der religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Hospizgruppe leistet bei Sterbenden Hilfe für ein möglichst menschenwürdiges und selbst bestimmtes Leben. Sie lehnt jedoch aktive Sterbehilfe ab.

Sterben, Tod und Trauer sind in unserer Gesellschaft meist immer noch Tabuthemen. Dabei beginnt, wenn ein Familienmitglied unheilbar erkrankt ist, für alle Betroffenen eine schwere Zeit, die meist große Belastungen mit sich bringt. In dieser Lebenssituation hält die Hospizgruppe Wertingen-Höchstädt ein Beratungs- und Begleitungsangebot bereit, das wertvolle Unterstützung leistet.

Aufgabe der Gruppe ist es, schwerkranke, demenzkranke und sterbende Menschen zu begleiten, ihren Angehörigen Beistand zu leisten und die Hospizbewegung zu fördern. Diesen Personenkreis begleitet der Verein zu Hause, in der Kurzzeitpflege, Im Krankenhaus oder im Seniorenheim.

Politische Weltanschauung, Religionszugehörigkeit und Nationalität spielen dabei keine Rolle. Die gesamte Arbeit der Gruppe erfolgt nach eigenen Worten "in christlicher Nächstenliebe und als eine Lebens- und Wesensäußerung der christlichen Kirchen". "Unheilbar Kranke und Sterbende sollen bis zu ihrer letzten Lebensstunde begleitende Hilfe und Trost aus menschlicher Zuwendung und Verantwortung erfahren."

Dabei orientieren sich die Hospizhelfer an den Bedürfnissen der betreuten Menschen und ihrer Angehörigen. Sie hören zu, lesen vor, schweigen, halten mit ihnen Stille aus. Kurz: Sie helfen zu einem guten Abschiednehmen.

Mit Rat und Tat zur Seite

Das Wort "Hospiz" leitet sich aus dem Lateinischen "hospitium" ab. Es bedeutete früher die Gewährung von Gastfreundschaft und das Angebot, Pilgern auf ihrer Reise zu helfen. Heute hat sich daraus eine Bewegung entwickelt, deren Zielrichtung es ist, unheilbar Kranke und Sterbende zu begleiten sowie deren Angehörigen in dieser schweren Zeit hilfreich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Begonnen hatte alles mit einem Kreis von 15 Personen aus Wertingen. Daraus entstand 1997 die Hospizgruppe als ökumenische Initiative der Evangelischen Bethlehemgemeinde und der Katholischen Pfarrei St. Martin in Wertingen sowie der Katholischen Pfarrei Maria Himmelfahrt und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Höchstädt. Von Anfang an war den Verantwortlichen die Kooperation mit sozialen Einrichtungen wichtig.

Seit Herbst 2010 ist die Hospizgruppe ein gemeinnütziger Verein. Derzeit zählt sie rund 40 Personen als aktive Mitglieder. Die ehrenamtlichen Hospizbegleiter sind lebenserfahrene Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Berufen, die sich für diese Aufgabe sorgfältig vorbereitet und speziell qualifiziert haben. Ihre Aufgabe ist die Suche nach einer umfassenden Regelung der jeweiligen Situation, um diese gewissenhaft durchzuführen. Finanzielle Ziele verfolgt die Betreuung nicht. Sie ist kostenlos.

Leben bis zuletzt lebenswert

Gegenüber aktiver Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung grenzt sich die Hospizgruppe klar ab. "Unser Verein lehnt jede Form der aktiven Sterbehilfe ab", betont die Hospizgruppe. Eine solche widerspreche dem Zweck des Vereins. Oberste Priorität der Hospizgruppe ist es, beizutragen, körperliche und seelische Leiden und Schmerzen zu lindern, so dass das Leben bis zuletzt lebenswert sein kann.

Der Verein agiert übrigens nicht im stillen Kämmerlein oder im Verborgenen. Immer wieder veranstaltet er Vorträge und Gottesdienste für trauernde Menschen.
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