Leidenschaft aus Glas

Die Glas- und Porzellanmeisterin Claudia Reining-Hopp ist seit 25 Jahren freischaffend tätig. Ihr künstlerisches Schaffen beinhaltet auch beeindruckende Glasskulpturen. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Die Glaskünstlerin Claudia Reining-Hopp versteht es, nicht nur Farbe ins Glas zu bringen, sondern auch individuelle Kreativität. Repro: Siegfried P. Rupprecht

Die Wertinger Künstlerin Claudia Reining-Hopp hat das Rad nicht neu erfunden. Die Idee, Glas als künstlerisches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel einzusetzen, ist nicht neu. Sie hat allerdings die damit verbundenen handwerklichen Möglichkeiten ergänzt und für ihr individuelles Schaffen aufgegriffen. Jetzt feierte sie ihr 25-jähriges Jubiläum als freischaffende Glaskünstlerin.

In diesem Vierteljahrhundert seien viele Erfahrungen, Gedanken, Ideen und künstlerische Gestaltung eingeflossen, berichtet Claudia Reining-Hopp. Doch nicht alle Ideen konnten von ihr in den zurückliegenden Jahren umgesetzt werden. „Ich habe sie skizziert und für die Zukunft ,archiviert‘“, betont sie.
Einher ging ihr Jubiläum mit einer kleinen Ausstellung in ihrem Atelier an der Schützenstraße 21 in Wertingen. Sie stand unter dem Motto „Unveröffentlicht“. Dort stellte sie einige Glasbilder aus, die sie jetzt nach Jahren realisiert hatte. Zudem zeigte die Künstlerin verschiedene Techniken der Glasmalerei. Wer von den Besuchern mochte, durfte es auch selbst versuchen.
Claudia Reining-Hopp hat trotz Kreativität und Schaffensdrang die Bodenständigkeit nicht verloren. Die Bedeutung von Kunst in Glas habe sich im Laufe der Zeit stark gewandelt, meint sie. Dennoch sei die Vielseitigkeit von Glas nach wie vor ein Thema. Mit dieser mannigfachen und universellen Weise will sie die für Glas interessierten Menschen eine Freude bereiten. Dies sei auch die Philosophie ihres künstlerischen Schaffens.
In diesem Zusammenhang verweist Reining-Hopp auf die geradlinigen Designströmungen der heutigen Zeit. Künstlerisch gestaltetes Glas spiegelt in diesem Umfeld Stil und Kreativität wider, aber auch Charakter und Individualität.

Glas, das „lebt“

Claudia Reining-Hopp, 1959 in Wertingen geboren, absolvierte die Fachschule für Glas und Schmuck in Neugablonz. Danach sammelte sie praktische Erfahrungen in Glasgestaltung in Nürnberg und Dachau. Anschließend machte sie die Meisterprüfung im Glas- und Porzellanmalerhandwerk. Seit 1991 ist sie freischaffend als Glasgestalterin tätig. Mit großer Bandbreite entwickelt sie bis heute Glasformen, die von Kugeln, Gefäßkörpern und Fenstern bis hinzu assoziativen Formen reichen, die in künstlerischen Inszenierungen ihre faszinierende Wirkung entfalten.
Aber auch die „Kunst am Bau“ ist ihr Metier. So schuf sie eine Reihe von öffentlichen Projekten, unter anderem die Fenstergestaltung im „Haus der Vertriebenen“ in Gunzenhausen, das „ABC-Fenstere“ in der Wertinger Grundschule, das Fenster „Stirb und Werde“ in der Seniorenanlage in Manching und der Glasoberlicht „…und die Wüste blüht“ im Pfarrheim in Rain am Lech.
Bei Reining-Hopp sind die Glasbilder und -objekte nicht statisch. Sie „leben“. Zurückzuführen ist dies auch auf die von ihr verwendeten Farben. Gerade das vielfältige Farbenspiel ist es, das immer wieder neue Akzente setzt.

Zerbrechliche Schönheiten

Aber auch das „Fusing“ beherrscht sie aus dem Effeff. Das ist eine Technik, bei der verschiedenfarbige Gläser zu einem Bild oder Objekt verschmolzen werden. Nebenbei ist sie auch eine Meisterin in der Restauration von Kreuzen aus Glasprismen oder Domfenster.
Claudia Reining-Hopp schafft unterm Strich zerbrechliche Schönheiten. Dabei versteht sie es, nicht nur Farbe ins Glas zu bringen, sondern auch viel Fantasie und kreative Feinkunst.

Von Siegfried P. Rupprecht
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