Neue Heimat für Hornissen

Präsentieren die gefertigten Nistkästen: Naturschutzwächter Leonhard Schaudi, Mohsen Raza Rana, Rashid Ali Ali und Mohammad Jamil (von links). Foto: lra

Der Naturschutzwächter des Landkreises Dillingen, Leonhard Schaudi, ist ein erfahrener Imker. Er weist fachliche Kompetenz und Leidenschaft auf und setzt sich engagiert für die Belange des Natur- und Artenschutzes ein. Darüber hinaus ist er als beauftragter Muschelbetreuer und Bisamfänger im Rahmen des Biodiversitätsprojekts „Wieder Schwabens Beste Bachmuscheln“ tätig. Nun hob er ein Artenschutzprojekt für Hornissen aus der Taufe.

Zur Hand gingen ihm dabei tatkräftig und eifrig drei asylsuchende Flüchtlinge. Unter der Anleitung von Schaudi beteiligten sich Mohsen Raza Rana, Rashid Ali Ali und Mohammad Jamil an der Herstellung von 65 Hornissenkästen. Die hölzernen Domizile sind so konzipiert, dass sie gleichzeitig auch für verschiedene Meisenarten eine Nistmöglichkeit bieten.

Tierische Wohngemeinschaften

Die Meisen brüten früh im Jahr, während die Hornissen ihre Nistplätze in den Monaten April/Mai suchen. „So kann es zu „Wohngemeinschaften“ zwischen Meisen und Hornissen kommen“, betont die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Anne Vogel. Später könne die Hornisse den gesamten Wohnraum alleine nutzen. Sollte es einem großen Hornissenvolk im Nistkasten zu eng werden, sei es ohne weiteres in der Lage, den Nistkasten komplett außen zu überbauen.
„Optimal ist das Aufhängen der Kästen in Süd-Ost-Richtung mit freiem Einflug in drei bis vier Metern Höhe“, erklärt Leonhard Schaudi. Gereinigt werde der Nistkasten einmal jährlich im frühen März. Das verlassene Nest der Hornissen aus dem Vorjahr sei Nahrungsquelle und Futter für unzählige Kleinstlebewesen während der Wintermonate.
In weiterer Planung ist die Schaffung von Quartierhilfen für Fledermäuse. Die drei aus Pakistan stammenden Asylbewerber freuen sich bereits auf die neue Aufgabe. (pm/spr)
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