Öfen aus alter Zeit

Dem Kaminkehrermeister im Ruhestand, Hans Hurler, hat es im Schwäbischen Ofenmuseum in Wertingen vor allem der honigfarbene Kachelofen mit gusseisernem Heizkasten angetan. Foto: Cornelius Brandelik

Das von Hans Hurler ausgesuchte Objekt befindet sich im ersten Stock des Schwäbischen Ofenmuseums im Wertinger Mühlwinkel 12 (Zufahrt über die Äußere Kanalstraße). Die Einrichtung ist seit 2006 im Besitz der Privatsammlung Denzel und wird organisatorisch von der Stadt Wertingen betreut. Sie geht zurück auf die Sammlung des Wertinger Metzgermeisters Josef Lutz (1940 bis 2015). Der älteste Ofen der Ausstellung wird auf das Jahr 1705 datiert.

Hans Hurler, im Oktober 1946 in Wertingen geboren, machte bei Alfons Wank, Bezirkskaminkehrermeister aus Augsburg, der den Bezirk Wertingen zu versorgen hatte, eine Lehre als Kaminkehrer. Zur Berufsschule ging er nach München in die Kerschensteiner Gewerbeschule. Nach fünfjähriger Gesellenzeit arbeitete Hurler von Anfang 1970 bis Ende 1986 beim Kaminkehrermeister Alfons Kraus. Im Herbst 1970 schloss er die Meisterprüfung in Augsburg ab. Von Januar 1987 bis Ende April 2010 war er als Selbstständiger im Kehrbezirk Wertingen tätig. Seit April 2010 ist Hurler im Ruhestand. In seiner Freizeit engagiert er sich auch beim TSV Wertingen.
Für das Ofenmuseum ist Hurler seit April 2015 aktiv. Er ist dort Nachfolger von Werner Biehler, der die Sammlung bis dahin betreute. Obwohl das Museum mit seinen 154 Exponaten voller Öfen ist, gibt es keine Heizung. Dementsprechend ist die Ausstellung von November bis März geschlossen.

Heizkasten aus gusseisernen Platten

Hurlers Lieblingsobjekt wurde etwa 1850 gebaut und kam vor rund zwei Jahren ins Ofenmuseum. Es handelt sich um einen gemauerten Kachelofen mit Heizkasten aus gusseisernen Ofenplatten. Der Heizkasten liegt auf der einen Seite auf einem gemauerten Sockel auf, auf der gegenüberliegenden Seite auf einem gusseisernen Fuß.
Ursprünglich wurde der Kachelofen von der Küche aus beheizt. Die Schauseite des Ofens stand in der guten Stube. Auf der Küchenseite befindet sich über dem Schürloch das Backrohr. Es enthält eine Kochvorrichtung mit herausnehmbaren Ringen: Für unterschiedliche Topfgrößen konnte das Loch der Backrohrplatte mit verschiedenen Ofenringen angepasst werden.

Wärme über Nacht speichern

Der Ofen mit den honigfarbenen Kacheln strahlt bereits ohne Glut Wärme und Gemütlichkeit aus. Er stammt aus einem alten Bauernhaus in der Alten Straße im Wertinger Stadtteil Gottmannshofen, das heute noch existiert. „Dieser Ofen speichert die Wärme besser als die reinen Gussöfen“, informiert Hans Hurler. „Die Kacheln, die den gemauerten Grundofen umgeben, können die Wärme auch über Nacht speichern, so dass der Ofen am nächsten Tag noch warm ist.“

Von Cornelius Brandelik
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.