Seniorengemeinschaft Wertingen erhält Sozialpreis

Selbst bestimmt das Leben meistern: Die Seniorengemeinschaft Wertingen (SGW) unterstützt dabei. Foto: AOK-Mediendienst

Die Seniorengemeinschaft Wertingen erhält den Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung. Die Bürgerschaftshilfe funktioniert mit einem speziellen "Zeit-Wert-Prinzip".

Die Seniorengemeinschaft Wertingen (SGW) ist ein beispielhaftes Projekt, eine Eigeninitiative von Bürgern aus der Region. Sie unterstützt ältere Menschen in ihrem Zuhause, damit diese selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Jetzt hat diese besondere ehrenamtliche Bürgerschaftshilfe auch die Bayerische Landesstiftung erkannt. Sie hat die SGW mit dem Sozialpreis 2015 ausgezeichnet.

Der Preis sei als Anerkennung für die wichtige Seniorenarbeit, die die SGW leistet, gedacht, so Stiftungsratsmitglied und Landtagsabgeordneter Georg Winter (Höchstädt). Mit der Ehrung solle zudem auf die Besonderheit der Einrichtung aufmerksam gemacht werden. Bereits das Gründungskonzept habe überzeugt, so Winter weiter.

Die Bayerische Landesstiftung ist eine wichtige Säule der Förderung von kulturellem und sozialem Engagement in Bayern. Sie verleiht jährlich Preise im Bereich Kultur, Soziales und Umwelt.

Die Seniorengemeinschaft Wertingen wurde erst 2013 aus der Taufe gehoben. Dennoch blickt sie bereits auf eine umfangreiche Tätigkeit zurück. Die Initiative unter dem Vorsitzenden Hans-Josef Berchtold bietet ein breites Spektrum von Dienstleistungen an. Dabei konzentriert sie sich nach eigenen Worten auf Angebote, die keine altenpflegerische Ausbildung erfordern.

Die von der SGW angebotenen Dienste können von Senioren ab 65 aus Wertingen und den zugehörigen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft - Binswangen, Laugna, Villenbach und Zusamaltheim - in Anspruch genommen werden. Die Initiative ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Sie arbeitet selbstlos und ohne Gewinnabsichten.

Die Angebotspalette umfasst häusliche Hilfsdienste wie Wohnungs- und Hausreinigung, Wäschepflege und handwerkliche Kleinhilfen, Fahrservice wie Übernahme von Behördengängen, Fahrdienste zu Terminen und Einkaufsbegleitung, aber auch Betreuungsdienste und Vermittlungen.

Persönliches Zeitkonto
Aufgebaut ist das SGW-Konzept auf ein spezielles "Zeit-Wert-Prinzip". Konkret heißt das: Mitglied A (Leistungsgeber) erbringt ehrenamtliche Hilfeleistungen an Mitglied B (Leistungsnehmer), der dafür acht Euro pro Stunde bezahlt. Die erbrachte Dienstleistung von Mitglied A wird auf einem persönlichen Zeitkonto gutgeschrieben. Später kann Mitglied A - wenn er selbst Unterstützung benötigt - jederzeit auf sein Zeitkonto zurückgreifen und die von ihm benötigten Hilfsdienste von diesem Konto abbuchen lassen. Wahlweise können die angesammelten Stunden des Zeitkontos auch mit sechs Euro pro Stunde einmal pro Jahr ausgeglichen werden.

Erfolgreiches Konzept
Dieses Konzept erfreut sich eines anhaltenden Mitgliederzuwachses. So umfasst die Initiative mittlerweile schon über 200 Mitglieder. Mit Tendenz nach oben. "Immer mehr ältere und rüstige Menschen verspüren in ihrem dritten Lebensabschnitt das Bedürfnis, sich um Mitmenschen zu kümmern", verdeutlicht Vorsitzender Hans-Josef Berchtold. "Auf der anderen Seite benötigen manche im Alter Unterstützung im Alltag, um möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld sorgenfrei leben zu können."

In diese Bresche springt die SGW und organisiert das gegenseitige Geben und Nehmen.
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