Skier aus Holz

Christian Hofs Lieblingsobjekt im Heimatmuseum Wertingen sind Skier aus den 1930er-Jahren. Foto: Cornelius Brandelik

Der Skisport hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Allein bereits in Bezug auf Material und Technik. „Wanderte“ man in den 1920er-Jahren noch den Berg hinauf und „rutschte“ dann mit den Brettern den Hang hinunter, so sausen die Sportler heute mit kurzen Carving-Skiern und High-Tech-Schuhen auf mehrspurigen autobahnähnlichen Pisten hinab.

Christian Hof, der dem Heimatmuseum Wertingen seit 2013 beim Inventarisieren unter die Arme greift, ist passionierter Wintersportler. So lag es nahe, dass er sich als Lieblingsobjekt aus der musealen Einrichtung ein Paar Skier aus Holz auswählte.
Das Holzgerät mit den dazugehörigen Stecken stammt aus den 1930er-Jahren. Die Skier besitzen keine Stahlkanten. Die Bindung besteht aus Stahlfedern und Sicherheitslederriemen.
Das Holz wurde weiß gestrichen, so dass die Skier im Schnee weitestgehend unsichtbar bleiben dürften. Passend dazu die Skistecken aus der gleichen Zeit mit Lederschlaufen für die Hände. Die Teller sind aus gebogenem Rutenholz gefertigt.

Lange Tradition

Das Skilaufen hat übrigens eine sehr lange Tradition, auch wenn das Fortbewegungsmittel lange Zeit nur von den Bewohnern der Bergregionen genutzt wurde. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Skier – nicht zuletzt aufgrund der Polarerforschung - der breiten Öffentlichkeit bekannt.
Der Ski selbst ist sogar älter als das Rad, meinen zumindest Experte. Schon vor rund 4.500 Jahren nutzten Bewohner im hohen Norden Ski ähnliche Bretter zur Fortbewegung in verschneiten Gegenden.

Rasante Entwicklung entfacht

Christian Hof, im Februar 1993 in Nürnberg geboren, zog mit seiner Familie im Alter von drei Jahren nach Bobingen. Er ging in Königsbrunn aufs Gymnasium. Nach dem Abitur verbrachte er ein Jahr in Kanada: Ski fahren im Winter, wandern im Sommer. Anschließend begann er in Augsburg Soziologie und Geografie zu studieren. Momentan fertigt er seine Bachelorarbeit.
Hof hat sich auch deshalb dieses Sportgerät ausgesucht, weil damit die rasante Entwicklung des Skis in den letzten Jahrzehnten deutlich wird. Derzeit befinden sich die von ihm ausgewählten Skier im Depot des Heimatmuseums.

Von Cornelius Brandelik
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