Sorge um Gerechtigkeit

Mitglieder des Kinderchors zeigten beim Quellentanz, dass man achtsam mit Wasser umgehen müsse. Foto: Anton Stegmair

Wasser und Brasilien standen im Mittelpunkt des diesjährigen Misereor-Aktionstags der Pfarrei St. Martin in Wertingen, den Pater Paul im gut gefüllten Gotteshaus feierte. Zunächst nutzte eine Reihe von Gläubigen die Möglichkeit, vor dem Gottesdienst Gabenspenden für die „Wertinger Tafel“ direkt im Tafel-Transporter abzugeben - ein Zeichen gelebter Solidarität vor Ort. Um die Solidarität weltweit ging es dann im Familiengottesdienst.

Der Umgang mit Wasser hatte dabei Priorität. Der Mensch trage die Verantwortung, dass es auch in Zukunft und weltweit genügend und sauberes Wasser für alle gebe, so in der Ansprache im Gottesdienst. Durch Verschmutzung und Verschwendung stünden aber immer weniger Wasser zur Verfügung. Gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kinderchor unter der Leitung von Angelika Stegmair und Anna Hambach und vom Kindergottesdienstkreis der Pfarreiengemeinschaft.
Unter dem Thema „Das Recht ströme wie Wasser“ berichtete Anton Stegmair von einer Projektreise im letzten Herbst nach Brasilien. Von dort hatte er beeindruckende Fotos mitgebracht. Die Armen in Brasilien sähen sich einem täglichen Kampf gegenüber, nämlich dem Kampf um sauberes und ausreichendes Wasser und dem Kampf um menschwürdigen Wohnraum, so Stegmair. Hinzu käme in der Großstadt die Frage nach bezahlbaren Wohnungen. Die Flussanrainer und indigenen Völker im Amazonasgebiet wiederum würden um ihr Existenzrecht in den angestammten Lebensräumen kämpfen.

Solidarität angesagt

„Megas-Staudämme und Industriehäfen, die derzeit von der Regierung für ausländische Investoren geplant werden, verdrängen die Menschen von ihrem Land“, erzählte Stegmair. „Ihre Lebensgrundlage wird damit zerstört“. Damit dies nicht geschehe, konnten sich Unterstützer in eine Unterschriftenliste gegen den Bau eines Großstaudammes am Rio Tapajós eintragen.
Bei einem leckeren Solidaritätsessen, das die Frauengruppe der örtlichen Kolpingfamilie vorbereitet hatte, wurden bei den Teilnehmern, darunter auch Pfarrer Rupert Ostermayer und Pater Paul, interessante Gespräche über die Situation in Brasilien geführt. 519 Euro konnten die Kolpingfrauen als Ergebnis des Solidaritätsessens an Anton Stegmair für ein Misereor-Projekt übergeben. Mit eingerechnet haben sie neben den aktuellen Einnahmen auch den Erlös der Christbaumaktion und die Ausgaben für das Essen. (steg)
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