Sorge um Schlagkraft der Wehr

Im Mai des letzten Jahres feierte die Freiwillige Feuerwehr Wertingen ihr 150-jähriges Bestehen. Viele Bürger bekundeten bei den Feierlichkeiten ihre Solidarität zu den Floriansjüngern. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Kommandant Rudolf Eser brachte es im Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr Wertingen auf den Punkt: In der heutigen Zeit sei das Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr nur noch sehr schwer durchführbar. „Die Stadt Wertingen müsste ohne die jetzigen Aktiven mindesten 16 Feuerwehrbeamte vorhalten“, verdeutlichte er.

Sorge bereitete Eser auch die Forderung in unserer Gesellschaft „nach immer mehr“. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die ehrenamtliche Feuerwehr ihre berühmte Schlagkraft nicht mehr leisten kann. Die Brandschützer würden verstärkt am Limit arbeiten. „Doch noch ist die Feuerwehr Wertingen eine starke Truppe und darauf können und dürfen wir sehr stolz sein“, resümierte der Kommandant.
Bei seinem Rückblick auf das Jahr 2015 ergab sich bei den Einsätzen ein leichter Anstieg zum Vorjahr. Die 56 aktiven Floriansjünger mussten insgesamt 126 (2014: 120) Mal ausrücken. Dabei spiegelte sich die gesamte Bandbreite des Feuerwehrwesens wider. Darunter waren 24 Brand-Alarmierungen, 89 Einsätze von technischen Hilfeleistungen und sieben Sicherheitswachen. Sie alle seien sehr professionell und mit großer Routine bewältigt worden, fasste Rudolf Eser zusammen. Dabei hob er die kurzen Ausrückzeiten hervor. Diese seien auf das große Engagement der Mannschaft und den guten Standort des Gerätehauses an der Dillinger Straße zurückzuführen.

Erneut Bestnote

Beeindruckt von der Stützpunktfeuerwehr der Stadt Wertingen war auch die Kreisbrandinspektion Dillingen bei ihrer turnusgemäß durchgeführten Überprüfung. Die Floriansjünger erhielten erneut die Bestnote1,0.
Erforderlich war auch die Beschaffung neuer Atemschutzgeräte, da die Ersatzteilversorgung der alten heuer ausläuft. „Unter unserer Federführung wurden alle Geräte der Stadt ausgetauscht“, informierte Eser.
Zudem erstellte die Wehr die sehr umfangreiche, in drei Lose aufgeteilte europaweite Ausschreibung für das im Bedarfsplan vorgesehene Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug, kurz HLF 20. Thema war auch der Digitalfunk. „Er wurde innerhalb der Stadt Wertingen komplett beschafft“, so der Kommandant. Die Aufschaltung des Landkreises Dillingen sei für den Monat März vorgesehen.

Die meisten Atemschutzgeräteträger

Eser verdeutlichte, dass der hohe Leistungsstand nur durch eine große Anzahl von Übungen mach- und haltbar sei. 2015 habe die Wehr insgesamt 92 Übungen durchgeführt, so der Kommandant. „Zudem unterzogen sich 31 Kameraden der jährlichen gesetzlich vorgeschriebenen
Prüfung in der Atemschutzübungsanlage. Unsere Wehr hat damit mit Abstand die meisten Atemschutzgeräteträger im Dillinger Land.“
Rudolf Eser richtete seinen Blick aber auch nach vorne. Für das laufende Jahr seien unter anderem die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans, die Indienststellung des HLF 20, die Leistungsprüfung Wasser und Technische Hilfeleistung (THL) sowie die Erweiterung des Gerätehauses wichtig.

Elfköpfige Jugendgruppe

Jugendwart Martin Neumann berichtete von den Aktivitäten der Jugendgruppe. Sie besteht aus elf Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, darunter drei Mädchen. 2015 wurde erstmals ein Lehrplan für die Modular-Trupp-Ausbildung innerhalb der Wehr zusammengestellt. Dieser wurde jeden zweiten Donnerstag mit Unterstützung von aktiven Feuerwehrkammeraden in den Jugendübungen umgesetzt.
Neumann verwies weiter auf den jährlichen Wissenstest. Die Jugendlichen legten ihn erfolgreich in Rieblingen ab. Von Kreisjugendwart Thomas Rehm habe die Ausbildungsgruppe drei Mal die Stufe 4 mit Urkunde, drei Mal die Stufe 2 und zwei Mal die Stufe 1 erhalten, so Neumann in seinem Tätigkeitsbericht.

Von Siegfried P. Rupprecht
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