Stadt der Museen

Das Heimatmuseum der Stadt Wertingen zeigt eine umfangreiche Sammlung, die eng mit der Wertinger Region verbunden ist. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Das Schwäbische Ofenmuseum präsentiert unter anderem rund 160 gusseiserne Öfen vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Kaum eine vergleichbare Kleinstadt weist mehr Museen auf als Wertingen. Die Zusamstadt beherbergt gleich vier dieser Einrichtungen.

Neben dem Heimatmuseum wartet die Kommune noch mit einem Schwäbischen Ofenmuseum und einem Radio- und Telefonmuseum auf. Abgerundet wird dieses Angebot mit dem Biermuseum.

Funde ab der Jungsteinzeit

Starten wir den Rundgang zu den Museen mit dem Heimatmuseum. Es wird von Cornelius Brandelik geleitet und befindet sich in den frei zugänglichen Räumen des Schlosses an der Schulstraße 12. Gegründet wurde es in den 1920er-Jahren. Damals war das Museum noch im Stadtstadel untergebracht. 1975 wurde die Sammlung in das Schloss verlegt.
Die Einrichtung präsentiert die Vor- und Frühhistorie der Wertinger Region und die Stadtgeschichte, aber auch die Tradition des Handwerks und der Zünfte. So beinhaltet es unter anderem Funde ab der Jungsteinzeit, einen Webstuhl aus dem 17. Jahrhundert, bäuerliche Geräte aus mehreren Jahrhunderten, bemalte Bauernschränke und Truhen. Trachten und sakrale Kunst sind ebenso zu sehen, so eine spätgotische Plastik des „Heiligen Veit im siedenden Öl“ aus dem ehemaligen Frauenkloster Weihenberg in Wertingen.
Darüber hinaus können die Besucher schmiedeeiserne Grabkreuze, Schmuck, Gemälde, Plastiken, Waffen und Ausrüstungsgegenstände von der napoleonischen Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg betrachten.
Das Heimatmuseum ist geöffnet von Montag bis Mittwoch von 8 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr, Donnerstag von 8 bis 12 Uhr sowie 13 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Literatur und Urkunden

Das angegliederte Stadtarchiv, Schulstraße 10, unter der Leitung von Dr. Johannes Mordstein lockt mit Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit. Die Werke stammen überwiegend aus Wertingen und dem Zusamtal. Zusätzlich weist es Urkunden zur Stadt- und Kirchengeschichte auf, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen.
Das Stadtarchiv ist geöffnet montags von 13.30 bis 16.30 Uhr, dienstags und mittwochs von 8 bis 12 Uhr sowie von 13.30 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Auch hier ist der Eintritt kostenlos.

Öfen aus drei Jahrhunderte

Das Schwäbische Ofenmuseum bietet rund160 gusseiserne Öfen aus drei Jahrhunderten. Sie geben Einblick unter anderem in die Entwicklung von Heiz- und Kochmöglichkeiten, in die Wohnkultur vergangener Zeit und in den Übergang von handwerklicher in die industrielle Produktion.
Die Sammlung geht auf den gebürtigen Wertinger Josef Lutz zurück. Er trug seit 1969 gusseiserne Öfen sowie Dokumente über die Herstellungstechnik und den Vertrieb der Öfen zusammen.
Das Schwäbische Ofenmuseum befindet sich auf dem Gelände der Firma Holz-Denzel, Äußere Kanalstraße. Zufahrt ist über die Laugnastraße. Die
Öffnungszeiten: von Mai bis September jeweils am zweiten Sonntag im Monat, Von Oktober bis April ist die Einrichtung geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Volksempfänger und mehr

Die Sammlungen des Radio- und Telefonmuseums sind in Räumen an der Fère-Straße 2 untergebracht. Die Radioabteilung umfasst Geräte ab 1920, Musiktruhen und -boxen, Tonbänder, Grammophone, Grammolas, Plattenspieler sowie unzählige Schallplatten. Die Geräte sind größtenteils funktionstüchtig.
Den Grundstock der Sammlung legte Heinz Hippele aus Geratshofen mit einer Schenkung seiner Geräte und Schallplatten an die Stadt Wertingen im Jahr 2007. Erweitert wurde die Zusammenstellung durch eine weitere Schenkung von Hans Wald aus Meitingen.
Die Basis für das Telefonmuseum ist eine Dauerleihgabe der „Postlerhütte“ Augsburg. Hier wird mit rund 170 Exponaten, unter anderem Morseapparate und Fernschreiber, die Entwicklung der Telefongeschichte ausgestellt und dokumentiert.
Das Radio- und Telefonmuseum ist jeden dritten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr findet immer ein Vortrag zur Geschichte des Rundfunks statt. Der Eintritt ist frei.
Übrigens: Bei Heimat-, Ofen- sowie Radio- und Telefonmuseum sind Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Sie können über die Stadtverwaltung unter den Telefonnummern 08272/84196 oder 84197 vereinbart werden.

Historische Brauwerkzeuge

Klein, aber fein ist auch das Biermuseum, das die Schwanen-Brauerei Carry an der Schmiedgasse eingerichtet hat. Dort werden in mehreren Räumen Exponate rund um das Brauwesen gezeigt, so historische Brauwerkzeuge und -maschinen, altes Handwerkzeug der Mälzerei, Holzfässer, Flaschen und Kisten
sowie Dokumente und Fotos, die die Geschichte der Brauerei belegen.
Die Einrichtung ist gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer 08272/2323 jeweils samstags zwischen 9 und 12 Uhr zu besichtigen. Der Besuch ist kostenlos. Wird zusätzlich eine Führung durch die Brauerei mit Bierverkostung gewünscht, fällt ein Unkostenbeitrag an. (spr)
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