"Tafel" weist Vorwürfe zurück

Die Ausgabestelle der „Dillinger Tafel“ in Wertingen öffnet wieder am 12. Januar. Die zeitlich begrenzte Schließung hat Kritik auf sich gezogen. Symbolfoto: MIstelbach

Die Wertinger Ausgabestelle der „Dillinger Tafel“ schließt über die Feiertage. Lebensmittel werden dort erst wieder am Dienstag, 12. Januar, ausgegeben. Dies hat unter den Betroffenen für Irritierung gesorgt. Dem Träger der „Tafel“, dem Caritas-Verband für den Landkreis Dillingen wird gar „soziale Kälte“ vorgeworfen. Die Caritas selbst weist diesen Vorwurf mit Nachdruck zurück. Die Ehrenamtlichen im Leitungsteam der Tafel hätten bereits vor einem Jahr die Öffnungs- und Schließungszeiten in einem Mehrheitsbeschluss so beschlossen, so Ulrich Keuch gegenüber unserer Zeitung

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Mit der zeitlich begrenzten Schließung der „Tafel“ in Wertingen würden „die Ärmsten der Armen unschuldig bestraft“, heißt es in einem Schreiben an unsere Redaktion. „Diese Lebensmittel sind im Wochenetat der Tafel-Aufsucher voll einkalkuliert.“ Und weiter: „Würde jetzt die Tafel für Wochen geschlossen, müssten sie für diese Zeit Hunger leiden.“ Unter den Tafel-Nutzern gäbe es Menschen, die mit einem mittleren zweistelligen Betrag im Monat auskommen müssen, da nütze auch kein Hartz IV oder Arbeitslosengeld.

Bereits vor einem Jahr beschlossen

Ulrich Keuch, Sozialarbeiter bei der Caritas und derzeit noch als Ansprechpartner für die „Dillinger Tafel“ zuständig, informiert vorab, dass der ganze Landkreis nur über eine „Tafel“ verfüge. Diese sei insgesamt in vier Ausgabestellen - Dillingen (Hauptstelle für die Sortierung, Aufbereitung und Verteilung der Ware), Höchstädt, Lauingen und Wertingen – aufgeteilt.
Grund für die Schließung sei, dass die Arbeit des Einholens bei 40 Abholstellen, Herrichtens, Aufbereitens und Verteilen der Lebensmittel durchweg von ehrenamtlichen Helfern geleistet wird und diese Ehrenamtlichen im Leitungsteam der „Tafel“ schon vor einem Jahr die Öffnungszeiten in einem Mehrheitsbeschluss so beschlossen haben, so Keuch zur StadtZeitung. Dabei sei es wichtig, dass die Helfer so zur Verfügung stehen, damit die Abgabe der Lebensmittel im ganzen Landkreis an allen Ausgabestellen sichergestellt ist.
„Wir als Träger der ,Tafel‘ können den Ehrenamtlichen keine Vorschriften machen, wann und wie oft die Arbeit ehrenamtlich geleistet wird“, so Keuch weiter. „Es war der Wunsch und das Anliegen der Mehrheit, dass auch für die Helfer, die das ganze Jahr über die Arbeit leisten, einmal eine Ruhezeit besteht.“

„Keine Armenspeisung“

Keuch weist auch darauf hin, dass die „Tafel“ ein ergänzendes Angebot für Menschen mit knappem Einkommen sei. „Diese Menschen sollen durch die ,Tafel‘ bei den Lebensmitteleinkäufen eine finanzielle Entlastung haben“, erklärt er. „Die ,Tafeln‘ haben aber keinen Versorgungsauftrag.“ Sie seien somit keine „Armenspeisung“.
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Sabine Keller aus Wertingen | 28.12.2015 | 13:50  
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