Asylsuchende sollen im Augsburger Hof in Wertingen längerfristig ein Heim finden

In den Augsburger Hof in Wertingen soll bald wieder Leben einkehren. Foto: Marion Buk-Kluger


Aus dem Augsburger Hof in Wertingen, der vor einem Jahr als Erstaufnahme-Einrichtung für Asylsuchende genutzt wurde und dann seit Monaten leer stand, soll nun eine dauerhafte Gemeinschaftsunterkunft werden.

"Wir hatten kürzlich ein Treffen mit Herrn Ritter, der für die Regierung von Schwaben für das Haus zuständig ist. Doch auch er weiß nicht, wann genau und wer kommen wird", erklärt Bernd Arndt vom Unterstützerkreis. Klar ist, dass derzeit für etwa 70 Personen umgebaut wird. Bis dato gab es in den Räumen nur Betten, da die Bewohner nach ein paar Tagen Wertingen wieder verließen und von einem Caterer verpflegt wurden. Jetzt aber sollen die Asylsuchenden hier für längere Zeit eine Bleibe finden. Einzelzimmer und Zimmer für Familien mit Dusche und Bad entstehen, Küchen müssen wieder installiert und Aufenthaltsräume für Familien geschaffen werden.

Derzeit werden vom Helferkreis bereits mehr als 50 Personen, die zum Teil anerkannt sind, in Wertingen und Zusamaltheim betreut. Zudem gibt es noch das frühere Raucherstüble an der Wertinger Augsburger Straße, das als Übergangswohnheim für Spätaussiedler und Kontingentflüchtlinge genutzt wird.

"Wenn nun aber auch noch die neuen Mitbürger in den Augsburger Hof kommen, dann benötigen wir dringend wieder weitere Helfer", appelliert der 72-Jährige. Von den anfangs 80 Ehrenamtlichen, die sich vor über einem Jahr formierten, sind nur 30 übrig geblieben. Eine Gruppe, deren Struktur zwar funktioniere, die aber die neuen Herausforderungen nur mit weiteren Helfern stemmen kann. "Wir sind an unsere Grenzen gekommen. Das ist nicht nur bei uns in Wertingen so," formulierte es der Sprecher des Helferkreises Wolfgang Plarre kürzlich.

"Derzeit leben unsere Schützlinge hier in Ruhe und Zufriedenheit", zieht Arndt sein persönliches Fazit, doch man müsse auch ganz klar sagen, dass die Menschen eine andere Mentalität gepaart mit einer anderen Religion mitbringen. "Integration ist ein langer Weg. Für den Moment ist es wichtig, einen persönlichen Kontakt aufzubauen, dann kann gegenseitiges Vertrauen wachsen. Wenn man sich kennt, versteht man zumindest, wie der andere tickt!" Für Arndt ein weiterer wichtiger Punkt, damit man nicht nur als Dienstleister gilt. Helfen also ja, aber den Menschen nicht alles abnehmen, so sei die Devise.

Weitere Ansprechpartner für die Belange des Alltags sind für Arndt unabdingbar. Ab Dezember können die neuen Mitbürger einziehen.
(Marion Buk-Kluger )
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