"Außerordentlich zufrieden"

Vize-Landrat Alfred Schneid (links) gratuliert Leo Schrell zum Wahlsieg. Foto: privat

Seine Wiederwahl war keine Sensation. Bereits im Vorfeld der Landratswahl im Landkreis Dillingen wurde von einem Kampf zwischen David und Goliath oder zwischen Platzhirsch und Nobody gesprochen. Dennoch war der alte und neue Amtsinhaber Landrat Leo Schrell (Freie Wähler) mächtig stolz über sein Wahlergebnis von 84,7 Prozent (wir berichteten). Konkurrent Hermann Mack (Rep) holte lediglich 15,26 Prozent.

Gleich unmittelbar nach Bekanntgabe des Resultats versicherte Schrell, dass er mit dem Ausgang der Wahl „außerordentlich zufrieden“ sei. „Ich werde mich weiterhin mit Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß für die Bürger und deren Anliegen einsetzen, damit sich unser Landkreis weiterhin gut entwickelt und unsere Heimat lebenswert bleibt“, diktierte er in die Mikrofone und Notizblöcke.
Üblich ist es, nach der „Schlacht“ Resümee zu ziehen. Wo kamen die meisten Stimmen her? Wo schwächelten die Kandidaten? Wo wurden die meisten Wähler mobilisiert?
Der Reihe nach: Leo Schrell vereinigte in Villenbach die meisten Stimmen auf sich. Dort wählten den Amtsinhaber 91,8 Prozent. Dicht gefolgt von Bissingen. Hier entfielen auf ihn 90,79 Prozent der Stimmen. Drittbestes Ergebnis erlangte er in Zusamaltheim (89,38 Prozent). Von den fünf Städten im Dillinger Land hievte Wertingen Schrell mit 87,82 Prozent an die Spitze.
Am wenigsten Stimmen hamsterte der alte und neue Landrat in Bächingen (57,25 Prozent), Blindheim (77,65 Prozent), Schwenningen ((77,94 Prozent) und Medlingen(78,74 Prozent). Doch dies hieße Jammern auf höchsten Niveau. Andere Politiker wären heilfroh, wenn sie diese Resultate als Spitzenergebnisse aufweisen würden.
Zurück zum Konkurrenten Hermann Mack. Er punktete am höchsten in seinem Heimatort Bächingen (42,75 Prozent), in Blindheim (22,35 Prozent) und Schwenningen (22,06 Prozent).

Niedrige Wahlbeteiligung

Interessant auch, wer seine Wahlpflichten bei einem Wahlbeteiligungstief von insgesamt nur 39,71 Prozent am ehesten wahrgenommen hatte. Hier liegen die Bürger der Gemeinden Lutzingen (67,50 Prozent), Finningen (59,49 Prozent) und Bächingen (51,38 Prozent) deutlich vorne. Bei den Städten kam Dillingen mit 35,72 Prozent auf die höchste Wahlbeteiligung.
Die wenigsten Wähler wies Lauingen mit 32,90 Prozent auf. Mit anderen Zahlen: Dort gingen von 8.158 Wahlberechtigten nur 2.684 zur Urne. Auf Lauingen folgen Wertingen mit 34,67 und Syrgenstein mit 35,15 Prozent.
Zum Vergleich: Bei der Landratswahl 2010 lag die Wahlbeteiligung noch bei 42,46 Prozent. Bereits dies war ein fast historisch niedriges Niveau. Die jetzige Wahl unterbot dies nochmals um 2,75 Punkte.

Schaden für die Demokratie

Die Trendumkehr bei der Wahlbeteiligung wurde klar verfehlt. Dabei warnen Experten seit Jahren davor, dass sich eine große Gruppe dauerhafter Nichtwähler etabliere. Warum diese Sorge? Ganz klar: Dieser Mangel an Teilhabe schadet nichts anderes als unserer Demokratie. (spr)

Von Siegfried P. Rupprecht
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