Bald "spezifische Auskunft"?

HOFFNUNG / Der CSU-Fraktionschef im Kreistag, Dr. Johann Popp fordert den Verzicht des erweiterten Führungszeugnisses für Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendbetreuung.

Hoffnungsschimmer bei der CSU-Kreistagsfraktion anlässlich der von ihr angestrebten Änderung zum Vollzug des Bundeskinderschutzgesetzes: Wenn alles nach Plan läuft, kommt die Einführung einer „bereichsspezifischen Auskunft“. Sie würde dann das erweiterte Führungszeugnis für Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendbetreuung ersetzen.
Die jetzige Form des Führungszeugnisses beschäftigt seit Monaten kontrovers die Vereine, Organisationen und sozialen Einrichtungen im Landkreis. Nach den seit 2012 geltenden Vorschriften müssen die im Kinder- und Jugendbereich tätigen ehrenamtlichen Personen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, das alle Vorstrafen, gleich welcher Art, enthält (wir berichteten).
Diesen Ist-Stand bezeichnet der Wertinger CSU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dr. Johann Popp, als „eine völlig überzogene Regelung“. Als Begründung dazu führt er an, dass die Ehrenamtlichen in den zahlreichen Vereinen und Organisationen damit „unter Generalverdacht“ gestellt würden. Dies wiederum führe zur Abschreckung vor einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Kinder- und Jugendbereich, so Popp. „Für einen Ehrenamtlichen ist es sicher unangenehm, wenn Vorstrafen in seinem persönlichen Umfeld bekannt werden, die jedoch einer ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht im Wege stehen“, meint der Kommunalpolitiker in einer Pressemitteilung.
Popp wurde deshalb vor rund einem Jahr in dieser Sache aktiv. Er forderte den Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange auf, sich für eine Änderung des erweiterten Führungszeugnisses stark zu machen. „Es würde genügen, wenn in einer bereichsspezifischen Auskunft aus dem Bundeszentralregister nur die für Kinder- und Jugendarbeit relevanten Straftaten und Vergehen aufgenommen werden“, insistierte Popp. Eine Straftat, beispielsweise im Verkehrsbereich, sei im Sinne eines präventiven Kinderschutzes nicht einschlägig, argumentierte er.

Derzeit im Abstimmungsprozess

Nun sieht Popp Licht im Dunkeln. Die CDU/CSU-Bundestagfraktion hat signalisiert, dass ein Antrag auf Einführung einer „bereichsspezifischen Auskunft“ erarbeitet wurde. Diese soll das Führungszeugnis für Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendbetreuung ersetzen. Derzeit befindet sich der Antrag im Abstimmungsprozess innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion.
„Ich hoffe nun, dass auch die SPD-Fraktion dem praktikablen Vorschlag zustimmen wird“, so Popp. (spr)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.