David gegen Goliath

Leo Schrell (Bild) will als Landrat in die dritte Legislaturperiode gehen. Foto: pm
 
Schrells einziger Gegenkandidat bei der Landratswahl ist Hermann Mack (Bild). Foto: pm

Die Wahl des Landrats im Landkreis Dillingen findet am Sonntag, 6. März, statt. Doch wer meint, dass sich hier ein Schlagabtausch der etablierten Parteien anbahnt, wird enttäuscht. Sowohl die CSU als auch Bündnis 90/Die Grünen und SPD gehen nicht in den Ring. Sie alle haben entschieden, keinen eigenen Personalvorschlag einzubringen, und damit auf einen Kandidaten aus ihren Reihen verzichtet. Dass es für Amtsinhaber Leo Schrell (Freie Wähler) dennoch keinen Sololauf gibt, ist Hermann Mack von den Republikanern zu verdanken. Er ist Schrells einziger Gegenkandidat.

Beide Bewerber um den Posten des Landrats sind von den Versammlungen ihrer eigenen Parteien mit klarem Ergebnis nominiert worden. Die Republikaner schickten Mack mit einer Enthaltung ins Rennen. Die Freien Wähler belohnten Schrell gar mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Hermann Mack macht sich als Kreisrat seit 1996 für die Belange der Landkreisbürger stark. Als bundesweiter Spitzenkandidat seiner Partei verpasste er vor zwei Jahren nur knapp den Einzug ins Europäische Parlament. Zudem sitzt er in den Republikaner-Vorstandschaften des Kreises, des Bezirks, des Landes und des Bundes.
Mack, im Januar 1953 geboren, ist gelernter Bäcker und heute selbstständig als Medizinischer Fußpfleger tätig. Privat musste er einige Schicksalsschläge erleiden: sowohl seine Frau als auch eine Tochter verstarben früh. Dennoch habe er sich seinen positiven Patriotismus erhalten, betont er. Über viele Jahre hat er sich im lokalen Fußball als erster Vorsitzender und DFB-Ehrenamtsbeauftragter in seinem Heimatverein sowie in seiner Heimatgemeinde Bächingen engagiert.

Klare Kante in der Asylpolitik

Hermann Mack ist mit einem Drei-Punkte-Programm in den Wahlkampf gestartet. Darin haben die gegenwärtige Asylkrise, die Überschwemmungsproblematik in der Region und der Abbau der Landkreis-Verschuldung Priorität.
Vor allem in der Asylkrise zeigt Mack „klare Kante“. „Während andere Landräte inzwischen zivilen Ungehorsam gegenüber der derzeitigen rechtswidrigen Asylpolitik üben, räumt Leo Schrell Sporthallen und sorgt damit für sozialen Unfrieden“, verdeutlicht er. Weiter ein Dorn im Auge ist ihm die Vernichtung von Lebensraum im Landkreis durch die Flutpolder. Die geplanten Projekte entlang der nordschwäbischen Donau würden einen unzureichenden Hochwasserschutz und zudem eine Gefährdung für die Natur und Umwelt darstellen, so Mack.

Gegen hohe Landkreis-Verschuldung

Sein drittes Schwerpunktthema bezieht sich auf die extrem hohe Verschuldung des Landkreises. Dieser Finanzlage müsse dringend und unmissverständlich entgegengewirkt werden, erklärt Mack.
Neben diesem Drei-Punkte-Paket steht bei ihm auch die Landwirtschaft im Fokus. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem „Terror, der gegen die örtliche Landwirtschaft ausgeübt wird“. Gemeint ist damit unter anderem die Sperrung der B16 für Traktoren und die Biber, die mit ihren Verbissschäden für die Bauern eine Plage darstellen. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden.

Etablierter Amtsinhaber

Macks Wahlkampfgegner ist Leo Schrell. Dieser fungiert seit 2004 als Landrat. Damals wurden Neuwahlen fällig, als Amtsinhaber Anton Dietrich plötzlich verstarb. Schrell wechselte nach einer parteiinternen Niederlage gegen Georg Winter von der CSU zu den Freien Wählern. Dort setzte er sich gleich im ersten Wahlgang gegen Georg Winter und Bernd Steiner (SPD) durch.
Bei der Landratswahl 2010 holte Schrell 83,67 Prozent der Wählerstimmen. Seine Mitbewerberin Bettina Merkl-Zierer (Bündnis 90/Die Grünen) kam nur auf 16,33 Prozent.
Politik zu gestalten bedeutet für den Jahrgang 1957 nach eigenen Worten „zuverlässig, fair und mit Vernunft zu handeln“. „In den zurückliegenden beiden Wahlperioden konnten die formulierten Ziele in die Tat umgesetzt werden“, meint er. „Nicht zuletzt dank der konstruktiven und fraktionsübergreifenden guten Zusammenarbeit im Kreistag.“
Schrells Wahlkampfmotto lautet „Ihr Landrat hält Wort“. Er wolle sich erneut in den nächsten sechs Jahren „mit Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß für die Anliegen der Bürger einsetzen, damit der Landkreis auch künftig wirtschaftlich stark, ökologisch vorbildlich und menschlich angenehm bleibt“.

Lob auch vom politischen Gegner

Die Unterbringung und Versorgung der asylsuchenden Menschen sei eine große Herausforderung und eine der wichtigsten Aufgaben des Landratsamts, bilanziert Schrell. Der Landkreis habe vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Verkehrsinfrastruktur punkten können.
Der Landrat ist zudem über die starke Wirtschaftskraft des Dillinger Landes erfreut. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse habe sich in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent auf rund 32.000 erhöht. „Die extrem niedrigen Arbeitslosenzahlen bedeuten Vollbeschäftigung und sprechen für qualifizierte Ausbildungs- und zukunftsorientierte Arbeitsplätze in der Region“, so der Landrat.
Lob kommt für Schrell auch vom politischen Gegner. Dort wird seine Konsequenz, Nachhaltigkeit, Entscheidungsfreude und sein Optimismus geschätzt.

Von Siegfried P. Rupprecht
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