Gegen blinden Aktionismus

Landtagsabgeordneter Johann Häusler (Vierter von rechts) und FW-Bezirksvize Fabian Mehring (Dritter von rechts) mit Landwirten bei einem Ortstermin im Donauried. Foto: privat

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth hat alternative Flutpolderstandorte im Süden der Donau präsentiert. Nun gelte es, die vorhandenen potentiellen Standorte genauestens zu untersuchen, deren Schadenspotenziale zu ermitteln und dann einer abschließenden Priorisierung zu unterziehen, so Landrat Leo Schrell, CSU-Landtagsabgeordneter Georg Winter und der Höchstädter Bürgermeister Stefan Lenz in einer Pressemitteilung.

Das Trio fordert zudem Untersuchungen über eine mögliche Beeinflussung des Riedstromes durch die Polderstandorte im Süden sowie über der Schutz von bebauten Bereichen, Fragen der Ökologie, der Grundwasserbeeinflussung und des Trinkwasserschutzes. Bei allen möglichen Lösungsvarianten müsse der Schutz der Bevölkerung streng beachtet werden, so das Trio. Langfristiges Ziel müsse ein nachhaltiges Hochwasserschutzkonzept sein, betont Schrell.

Nein zu Polder im Süden

Kritik kommt dagegen vom Landtagsabgeordneten Johann Häusler (Freie Wähler). Er hält nichts von den drei neuen südlichen Flutpolder-Varianten und bezieht damit deutlich Stellung gegen die Vorschläge der CSU. Ein irrsinniges Projekt werde nicht dadurch sinnvoller, dass man es von A nach B verlagert, so Häuslers Fazit.
Der Abgeordnete fordert deshalb nach wie vor Alternativen zu prüfen. Ein kürzlich erstelltes Gutachten habe ergeben, dass es ein alternatives Rückhaltepotenzial von 60 Millionen Kubikmeter Wasser gibt. Verdeutlicht er.
FW-Bezriksvize Fabian Mehring verweist zudem auf die Belange des Naturschutzes am geschützten Südufer der Donau. Er zweifelt, ob ein Polder dort überhaupt „rechtlich möglich“ sei.

Intelligente Staustufen

Häusler appellierte einmal mehr eindringlich an seine CSU-Kollegen: „Anstatt in blindem Aktionismus neue Standorte zu erfinden, sollte es unser gemeinsames Ziel sein, durch ein intelligentes Staustufenmanagement, das Ausbaggern von Sedimenten und den Einbezug der Nebenflüsse so viele Polder als möglich überflüssig zu machen.“

Vorstellung potenzieller Standorte

Ungeachtet dieser politischen Diskussion stellt das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth am Mittwoch, 6. April, um 19 Uhr in der Nordschwabenhalle in Höchstädt, Prinz-Eugen-Straße 15, die weiteren Schritte im Hochwasserdialog sowie neue Untersuchungen vor, die wichtige Erkenntnisse in der Diskussion um potenzielle Flutpolderstandorte südlich der Donau liefern sollen. Dazu lädt die Behörde alle interessierten Bürger aus Binswangen, Blindheim, Buttenwiesen, Dillingen, Höchstädt, Lauingen, Leipheim, Nersingen, Schwenningen, Tapfheim und Wertingen ein. Auch besteht dort die Gelegenheit, Fragen, Einwände und konstruktive Vorschläge zum Thema einzubringen. (spr)
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