Meitingen: Warum wird der neue Wertstoffhof so teuer?

Wertstoffhofbetreuer Roland Kosick (rechts) hat auf dem bisherigen beengten Wertstoffhof alle Hände voll zu tun, um Anlieferer bei der Abgabe ihrer Gegenstände einzuweisen. Foto: Peter Heider


Nun ist es amtlich und beschlossene Sache: Die Marktgemeinde Meitingen bekommt einen neuen Wertstoffhof. Der Standort dafür ist ein schon lange ins Auge gefasste Areal im Bereich an der nördlichen Werner-von-Siemens- Straße in Meitingen, auf dem in den vergangenen Jahren von der Firma Deil ein Kieswerk betrieben wurde. Zum Leid der Marktgemeinde ist jedoch in den vergangenen Jahren durch verschiedene nicht einkalkulierte Umstände die Kostenentwicklung für die künftige Sammelstelle für Grünabfällen und Wertstoffen sehr angestiegen und aus den im Jahr 2013 veranschlagten Kosten in Höhe von 740 000 Euro ist mittlerweile eine kalkulierte Bausumme von etwa 1,7 Millionen Euro entstanden.

"Der Grund für Kostensteigerung ist die konjunkturelle Entwicklung der Preise in den letzten Jahren", erklärt Bauamtsleiter Thomas Dahlmann den Grund der Verteuerung. Der Bauantrag wurde bereits im Jahr 2014 gestellt, Baubeginn wird nächstes Jahr sein. Vor drei Jahren, so Dahlmann, wurde mit der Planung begonnen und in der Zwischenzeit kamen auch zur weiteren Preisendwicklung zusätzliche Maßnahmen wie unter anderem der Bau einer Bodenplatte hinzu, was sich in den Kosten widerspiegle und zur Preiserhöhung beitrage.

Bei vielen Meitingern stellt sich nun die Frage: Lohnt sich dieser kostspielige Aufwand für diese neue Sammelstelle? "Im bisherigen Wertstoffhof ist die Anlieferung von Gartenabfällen und anderem Materialien bei schlechtem Wetter und nach Regenfällen eine reine Zumutung, da man vor Sumpf und Dreck kaum zum vorgeschriebenen Lagerplatz kommt", schimpft eine Meitingerin.

Einem Herbertshofener Bürger "stinkt es zum Himmel", dass die Wartezeiten für die Anlieferung zu viel Zeit in Anspruch nehmen, da im Innenhof des Wertstoffhofes zeitweise ein "Menschenauflauf wie in München auf dem Stachus" herrsche.

Auch der Wertstoffhofbetreuer Roland Kosick, der seit acht Jahren die Anlieferungen überwacht, ist mit dem Zustand des aktuellen Wertstoffhofes nicht zufrieden. "Es wird höchste Zeit das etwas passiert, so kann es auf keinen Fall weitergehen", moniert er. "Ich und meine Mitarbeiter können oft gar nicht so schnell schauen und reagieren, wie das angelieferte Material im falschen Container landet", und ergänzt, dass viele Bürger, wenn er sie mit ihren nicht annehmbaren Gegenständen wieder nach Hause schickt, den Unrat einfach auf umliegenden Feldern und Wiesen wild entsorgen. Auch gibt es Leute, die bei der Anlieferung nicht zahlungswillig seien und sich mit dem Kontrolleur wegen ein paar Euro anlegen. Bereits bei der Einfahrt auf das Wertstoffgelände blockieren häufig Fahrzeuge mit Anhängern, die Baumaterial und Bauschutt ankarren, die Zufahrt. Dies muss und soll sich nach Kosicks Ansicht auf dem neuen Abgabegelände alles ändern.

"Auch wenn manche Entsorger murren, steht fest, dass alle Bürger in die Planungen für den Neubau des Wertstoffhofes, die seit 2012 im Gange sind, eingebunden waren", erläutert Bürgermeister Michael Higl die Situation. In die Neubaupläne konnten die Besucher von Bürgerversammlungen und Ortsgesprächen immer Einblick nehmen.

"Auf der 8000 Quadratmeter großen Fläche werden rund 5000 Quadratmeter asphaltiert, damit die Wertstoffhofnutzer bei schlechtem Wetter nicht mehr in Gummistiefeln herumlaufen müssen" so Higl. Diese Asphaltierung koste nach Higls Aussage etwa 220 000 Euro. Die Überdachung der Grünanlage soll einschließlich Bodenplatte 166 000 Eurokosten. "Insgesamt", so Higl, "müssen wir mit Baukosten in einer Höhe von rund 838 000 Euro rechnen". In dieser Summe sind jedoch noch nicht die Kosten für die Zufahrt sowie die Planungen enthalten. "Alles in allem kommen wir auf einen Kostenpunkt von rund einer Million Euro", rechnet der Rathauschef präzise vor.

Baubeginn der neuen Sammelstelle soll im Frühjahr 2017 sein. Laut Higl werde eine Bauzeit von "nur wenigen" Monaten ins Auge gefasst. "Ich gehe davon aus, dass der neue Wertstoffhof noch 2017 seine Tore öffnen wird" stellt der Bürger-meister klar.

(Peter Heider )
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