Option nun auch im Süden

Durch gesteuerte Flutpolder soll eine Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Donau für 120.000 Menschen erreicht werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Foto: privat

Zum Thema gesteuerte Flutpolder gibt es weitere Erkenntnisse. So hat das Bayerische Wasserwirtschaftsamt nun auch Standorte südlich der Donau für die Hochwasserrückhaltung untersucht. Für die CSU-Landtagsabgeordneten Georg Winter (Landkreis Dillingen) und Wolfgang Fackler (Landkreis Donau-Ries) seien „die Varianten im Süden eine echte Option zu den Poldern im Norden“.

Gesteuerte Flutpolder sind große eingedeichte Flächen entlang des Flusses. Sie können im Fall eines extremen Hochwassers gezielt geflutet werden.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass es sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Seite der Donau potenzielle Standorte gibt, die in ihrer Wirkung für den Hochwasserschutz vergleichbar sind. Winter und Fackler sehen durch den Vorschlag auf der südlichen Seite zudem eine Chance, den Riedstrom in ein Gesamtkonzept zu integrieren. „Denn dadurch könnte sich der positive Nebeneffekt ergeben, dass Wasser die Auwälder in den Poldern ökologisch aufwertet und landwirtschaftliche Flächen entlastet“, so Winter in einer Pressemitteilung.
Als besonders wichtig bezeichneten die beiden Abgeordnete, wieviel Hochwasserrückhalt an den Zuflüssen von der Iller beginnend, dezentral und umweltschonend realisiert werden könne. „Denn nur wenn diese Retentionsmöglichkeiten an den Zuflüssen aus den Alpen ausreichend eingeplant sind, lässt sich der dann noch notwendige Rückhaltebedarf an der Donau ermessen“, so Winter und Fackler weiter.
Für die Beiden ist klar, dass man Akzeptanz nur dadurch erreicht, „wenn die Eingriffe in die Natur so verträglich wie möglich sind und eine totale Konzentration auf einen bestimmten Wohn- und Lebensraum vermieden wird“.

Pilotprojekt gefordert

Im Vorfeld der Untersuchungsresultate des Wasserwirtschaftsamts hatte Georg Winter bereits eine Sonderförderung für den Hochwasserschutz Wertingen eingebracht und damit ein dortiges „Pilotprojekt“ gefordert (wir berichteten). Er verfolgt damit zwei Ziele: einerseits unmittelbar den Schutz gefährdeter Bereiche im Stadtgebiet und in den Stadtteilen Roggden und Geratshofen. Zum anderen eine positive Wirkung für das Donaugebiet, sodass die dort geplanten Poldergebiete zum Teil entbehrlich, zumindest reduziert werden.

Überparteilicher Politikansatz

Einen „überparteilichen Politikansatz“ zum Hochwasserschutz fordert zwischenzeitlich der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Johann Häusler, ein. Damit solle eine „schlagkräftige Allianz der beiden Landtagsabgeordneten (Georg Winter und Johann Häusler, die Redaktion) zugunsten der gemeinsamen Heimat“ angestrebt werden, so Häuslers persönlicher Referent, Fabian Mehring, ein einem Schreiben an Landrat Leo Schrell und seinem Stellvertreter Alfred Schneid.
Er fordert auf, im Interesse der Menschen in den vom Hochwasserschutz betroffenen Gebieten „von parteipolitischen Erwägungen Abstand zu nehmen und ein gemeinsames Agieren aller Akteure zugunsten der Region anzustreben“.

Umstrittene Flutpolder

Auch zu Wort meldet sich die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist sich einig, dass die zuletzt geplanten Flutpolder verhindert werden müssen. Dazu seien aber eine Vielzahl von Maßnahmen wie zum Beispiel die Renaturierung von Mooren, der ökologische Ausbau der Donau und deren Zuflüsse sowie die Forcierung der Niederschlagswasserversickerung in Siedlungsräumen, auch überregional, notwendig, so die Fraktion in einer Medienmitteilung zu Themen der Kreispolitik. Aber auch hier würden Flächen von Grundstückseigentümern benötigt, die dann anderen Nutzungszwecken nicht mehr zur Verfügung stünden. (spr)
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