Prekäre Situation für Radfahrer

Gerade im Innenstadtbereich gibt es immer wieder Interessenskonflikte zwischen Fußgänger, Radfahrer und Autos. Symbolbild: ADFC/Jens Schütte

Radfahrer und Fußgänger haben in der Innenstadt von Wertingen ein schweres Los. Darauf machten die Stadträte von Bündnis 90/Die Grünen, Peter Hurler und Ludwig Klingler, aufmerksam. Bei einem Arbeitstreffen kamen sie zu der Feststellung, dass die Stadt die prekäre Situation für die schwächsten Verkehrsteilnehmer mit Nachdruck angehen müsse

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Für die beiden Grünen-Stadträte ist die Lage eindeutig. Fahrradfahren in der Wetinger Innenstadt sei lebensgefährlich, meinte Hurler. Auch für die Fußgänger sei die Situation nicht ungefährlich.
Erfreut zeigten sich Hurler und Klingler über den Laugnakreisel im Süden der Stadt. Nach Fertigstellung des Projekts verbessere sich in diesem Bereich wesentlich die Radwegesituation. Doch was in der Peripherie der Stadt möglich ist, müsse beim Sicherheitsbereich auch im City-Bereich umgesetzt werden.

Interessenskollisionen

Ein Blick in die Innenstadt beweist, dass die Straßen relativ eng und vielbefahren sind. Immer wieder kommt es zu Interessenskollisionen zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autos. Schnell sind Passanten und Radler mit der Forderung bei der Hand: Raus mit Privatfahrzeugen aus der Innenstadt. Doch würde dieser radikale Schritt helfen und für mehr Sicherheit sorgen?
Zunächst: Es ist eine große Disziplinlosigkeit im Verhalten aller Verkehrsteilnehmer festzustellen. Da laufen Fußgänger ohne zu schauen über die Straße, zuweilen mehr auf das Smartphone konzentriert als auf nahende Fahrzeuge oder mit Stöpsel im Ohr. Da ist Rücksichtslosigkeit bei Radfahrern zu beklagen, sowohl auf Fußwegen als auch bei Ampelanlagen, und da sind Autolenker, die unter Außerachtlassung der gültigen Regeln heranbrausen und die mit mehr passivem Verhalten so manche gefährliche Situation vermeiden könnten.
Mit mehr Eigenverantwortung und Rücksicht bei allen Verkehrsteilnehmern wäre bereits viel gemeistert. Dennoch müssen Konzepte her. So gibt es viele gute Gründe, den Radverkehr möglichst im Sichtfeld der Autofahrer zu führen.

Ökologische Ziele

Peter Hurler und Ludwig Klingler haben ihre eigenen Vorstellungen. Entschleunigung und Anreize zum Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad seien ihr ökologisches Ziel, so die beiden Kommunalpolitiker.
Ein Instrument hierfür wäre ihrer Meinung nach die Fortschreibung des Generalverkehrsplanes der Stadt mit entsprechenden aktuellen Verkehrserhebungen als modernisierte Grundlage.
Bis heute konzentriere sich der Fahrradverkehr im Wesentlichen auf die Hauptverkehrsstraßen im Kerngebiet, monierten Hurler und Klingler. Er überlagere sich hier mit den stärksten Belastungen im Kraftfahrzeugverkehr. (spr)
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