Testfahrt nach Protesten

Der Gigaliner der Spedition Stefan Eisenhofer hatte Mühe, um die enge Schleppkurve am Wertinger Laugnakreisel zu kommen. Die Reifen am Führerhaus müssen auf den Randsteinen fahren, um überhaupt und nur mit viel Rangierkunst um die Kurve zu kommen. Foto: Ulrike Hauke

Die Ein- und Ausfahrten am neu errichteten Laugnakreisel in Wertingen sind für Transportfahrzeuge viel zu eng gebaut worden (wir berichteten). Das demonstrierten jetzt bei einem Ortstermin mit den Planern und Bauverantwortlichen vom Neusässer Ingenieurbüro Steinbacher und Mitarbeitern vom Staatlichen Bauamt in Krumbach eindrucksvoll zwei Lkw-Fahrer.

Die Testfahrten der Fahrzeuge der Fahrschule Guffler und der Spedition Stefan Eisenhofer stellten klar unter Beweis, was Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier bereits im Vorfeld des Ortstermins kritisierte: „Die engen Schleppkurven sind nicht praxisgerecht, wenn ich mit einem Transportfahrzeug regelrecht zielen muss, um einigermaßen um die Kurve zu kommen.“
Der Lkw von Guffler mit einer üblichen Fahrzeuglänge von 16,5 Metern touchierte die Randsteine genauso wie der überlange Transporter von Stefan Eisenhofer. Letzteres Fahrzeug mit einer Länge von mehr als 26 Metern kam nur mit viel Rangierkunst um die Kurven. „Das sind bei uns alles angemeldete Fahrten, die derzeit aber nicht über den Kreisel laufen können“, sagte Eisenhofer über seine insgesamt sechs Gigaliner.
Guffler und Eisenhofer sind nicht die einzigen Unternehmen, die den Zustand der engen Schleppkurven massiv beklagen. Betroffen davon sind auch die Fahrzeuge der Firmen Josef Deil und Georg Wagner. Beide Chefs waren bei dem Ortstermin ebenfalls vertreten.

„Nicht tragbarer Zustand“

Im nach den Testfahrten sich anschließenden Gespräch mit allen Beteiligten sowie Stadtbaumeister Anton Fink und dem Polier der Großbaustelle, Jens Wenzlawe, protestierten die Unternehmer erneut massiv: „Dieser Zustand ist für uns nicht tragbar. Irgendwas ist da ganz falsch.“ Ihrer Meinung nach seien die Randsteine auch zu hoch, da das Tiefbett des einen oder anderen Lastwagens gestreift wird. Außerdem würden die Reifen durch das Touchieren mit den Randsteinen beschädigt. Dies würde mit der Zeit wiederum die sogenannte Laufleistung mindern, so ihr Fazit.
Polier Jens Wenzlawe wandte in diesem Zusammenhang ein: „Wenn sich die Transporter an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten würden, kommt jeder ohne Problem um die Kurven.“ Diesen Einwand ließen die Unternehmer allerdings nicht gelten. Die Straßenbreite an den neuralgischen Stellen sei so oder so für die Praxis einfach zu eng geplant worden, monierten sie.

Auch Stoppschild moniert

Weiter kritisierten sie die Position eines Stoppschilds an der Linksabbiegung in Richtung Donauwörth: „Das steht genau im Blickfeld unserer Fahrer.“ Außerdem halte da sowieso keiner an, wenn auf der Gegenfahrbahn keiner kommt.
Bürgermeister Willy Lehmeier versprach in Übereinstimmung mit den Planern, zeitnah für Abhilfe der genannten Kritikpunkte zu sorgen. Erst einmal müsse aber das Wetter passen, um dann die Straßen stellenweise verbreitern zu können. Bezüglich des Stoppschilds werde man mit dem zuständigen Dillinger Landratsamt sprechen, so das Stadtoberhaupt.
Und wer bezahlt die Kosten für die Optimierung der Straßenstücke? Darauf hatte Stadtbaumeister Anton Fink die Antwort: „Die Mehrkosten dieser Maßnahmen fließen in die Gesamtkosten mit ein.“ (ulha/spr)
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