Wenn Zusam und Laugna über die Ufer treten: Hochwasserschutz in Wertingen

Die Fachleute vom Wasserwirtschaftsamt (von links) Tilman Karl, Konrad Schörger und Jingbo Hasubek tauschen sich mit Bürgermeister Willy Lehmeier und dessen Sachbearbeiter in der Bauverwaltung, Michael Kramer, in Sachen Hochwasserschutz für die Stadt Wertingen aus. Foto: Ulrike Hauke

Die Bürger vor Unheil zu schützen, hat sich jede Kommune auf die Fahnen geschrieben. Kein anderes Bestreben verfolgen auch Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier und seine Leute in der Bauverwaltung. Ein wichtiges Thema hierzu ist im Stadtrat seit ein paar Jahren der Hochwasserschutz für die Kernstadt und die angrenzenden Ortsteile Wertingens. Erst vor nicht allzu langer Zeit trat nach Starkregen die Laugna in Höhe Geratshofen weit über ihre Ufer hinaus und richtete erheblichen Schaden an.

Bürgermeister Lehmeier und Michael Kramer, Sachbearbeiter für Hochwasserschutz bei der VG Wertingen, sitzen deshalb nicht zum ersten Mal mit den Fachleuten im Donauwörther Wasserwirtschaftsamt (WWA) zusammen, um den Hochwasserschutz für die Gewässer Zusam und Laugna voranzubringen. "Wir haben inzwischen von einem externen Büro eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten lassen und haben eine der vier Varianten empfohlen", erklärt Tilman Karl vom WWA.

Baubeginn 2020 oder 2021 möglich

Karl ist zuständiger Projektleiter für den Wertinger Hochwasserschutz und arbeitet mit drei weiteren Kollegen an der Umsetzung des Vorhabens, das von den Fachleuten mit einer Dauer von fünf bis zehn Jahren anberaumt wird. "Wenn alles gut läuft, können wir mit konkreten Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz 2020 oder 2021 beginnen", so Karl weiter. Einen Teil der Maßnahmen beschreiben er und seine Kollegen folgendermaßen: "Eine Form der ökologischen und städtebaulichen Gewässeraufwertung ist zum Beispiel eine sogenannte Gewässeraufweitung (Kanal verbreitern), was unter anderem den Wasserspiegel senkt. Die teilweise geplante Vertiefung ist hingegen nur dort eine Option, wo überhaupt kein Entwicklungsraum zur Verfügung steht." Weiter halte man Ausschau nach natürlichen Gebieten, um diese als Überschwemmungsgebiete zu nutzen.

Stadt informiert Bürger über mögliche und notwendige Maßnahmen

Für Lehmeier steht bei all den bereits erfolgten Gesprächen und Planungen eines fest: "Bei allem was wir tun, werden wir die Bürger mitnehmen." Will sagen, Information von Anbeginn und Teilhabe durch öffentliche Orientierung und Ausstellungen. So bereits erstmals geschehen im Wertinger Schlossfoyer vor wenigen Wochen. Schautafeln verdeutlichten die Notwendigkeit der Maßnahme und die damit verbundenen Chancen für die Wertingen. Denn nicht nur im Norden und Süden der Zusamstadt steht im ungünstigsten Fall das Wasser, auch in der Innenstadt gibt es hochwassergefährdete Bereiche. Nach diversen Vorgesprächen will Bürgermeister Lehmeier nun die gemeinsam mit dem WWA aus der Machbarkeitsstudie ausgesuchte und vom Stadtrat beschlossene "Variante 1D" voranbringen.

"Basierend auf dieser Studie betragen die Gesamtkosten der Maßnahmen ohne Grunderwerb circa 3,17 Millionen Euro brutto", so Lehmeier. Der Freistaat Bayern, vertreten durch das WWA, ist der Bauträger und wird 65 Prozent der Kosten übernehmen. Den Rest, rund eine Million Euro, muss die Stadt Wertingen stemmen. Man darf also gespannt sein, wie sich die Debatte während der kommenden Stadtratssitzung entwickeln wird. (uh)
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