Wertingen als Pilotprojekt

Landtagsabgeordneter Georg Winter (Mitte) zielt darauf ab, eine hohe Förderung für den Hochwasserschutz in Wertingen zu erreichen. Bei einem Ortstermin an der neuen Radwegebrücke über den Zusamkanal beim neuen Gewerbegebiet am Kaygraben traf er sich mit Vize-Landrat Alfred Schneid (links) und Bezirksrat Dr. Johann Popp. Foto: privat

Beim Hochwasserschutz hat die Stadt Wertingen die Planungen bereits weit vorangetrieben. Bürgermeister und Stadtrat stehen geschlossen hinter den Projekten. CSU-Landtagsabgeordneter Georg Winter sieht in dieser Situation eine weitere Chance. Bei einem Ortstermin mit Vize-Landrat Alfred Schneid und Bezirksrat Dr. Johann Popp schlug er vor, den Wertinger Hochwasserschutz im Rahmen eines Pilotprojekts zügig umzusetzen.

Damit will Winter nach eigenen Worten „zwei Ziele gemeinsam erreichen“. Eine Absicht liege beim unmittelbaren Schutz gefährdeter Bereiche im Stadtgebiet und in den Stadtteilen Roggden und Geratshofen. Die zweite Intention sei zugleich eine positive Auswirkung für das Donaugebiet, meinte der Abgeordnete. Dort könnten dann nach seiner Ansicht die geplanten Flutpoldergebiete zumindest reduziert werden.

Bürger sollen beteiligt werden

Wie wichtig der Hochwasserschutz für die Stadt Wertingen ist, verdeutlichten nicht nur die in der Vergangenheit aufgetretenen Überflutungen und die damit verbundenen Zerstörungen. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth berechnete beispielsweise bei einem 100-jährigen Hochwasserereignis im Stadtgebiet von Wertingen zu erwartende Schäden von über 14 Millionen Euro. Die Stadt treibt deshalb den Hochwasserschutz sowohl für den Stadtkern als auch für Roggden und Geratshofen mit voller Kraft voran. Bis zum kommenden Frühjahr soll dazu ein umfassender Vorschlag vorliegen. Dieser bietet dann die Grundlage für eine Bürgerbeteiligung.
Die Kommune machte im Vorfeld aber auch aufmerksam, dass sich die Planungen für den Hochwasserschutz nicht einfach gestalten. Als Beispiele dafür nannte Bürgermeister Willy Lehmeier neben der Hochwasserfreilegung bewohnter Gebiete auch wasserbautechnische Erfordernisse sowie den Natur- und Landschaftsschutz. Darüber hinaus seien künftige Straßen- und Bebauungsplanungen, der Grundwasserschutz und die Sicherung der Abwasserbeseitigung im Überflutungsfall zu berücksichtigen, so kürzlich das Stadtoberhaupt.

Kompromissmodell angestrebt

In diesem Zusammenhang setzen sich die Entscheidungsträger für einen möglichst niedrigen Arealverbrauch ein. Grundstücke sollen nur im unbedingt erforderlichen Umfang in Anspruch genommen werden.
Wie auch bei vielen anderen Großprojekten wird auch hier ein Kompromissmodell angestrebt. Es soll, um eine zufriedenstellende Lösung zu erreichen, eine geringere Tieferlegung des Zusamkanals, Retentionszonen, niedrige Mäuerchen im Bereich der Kanalstraße und eine Reihe von Maßnahmen nördlich der Wohnbebauung beinhalten.

Winter setzt sich für Sonderförderung ein

Landtagsabgeordneter Georg Winter schwebt eine Gesamtlösung vor. Er will auch in der Diskussion um die Flutpolder an der Donau deshalb „realistische Alternativkonzepte“ entwickeln. Als wichtigen Bestandteil der Alternative bezeichnet er Entlastungen an allen Zuflüssen, die von den Alpen bis zur Donau im Abschnitt Iller-Lech fließen. „Damit könnten die Hochwasserprobleme vor Ort gelöst werden“, so der Abgeordnete. Und: „Was hilft Wertingen ein Flutpolder, der in 100 Jahren nur wenige Male in Anspruch genommen wird?“
Wertingen biete sich daher als Pilotprojekt an, fährt Winter fort. Hier seien die Planungen bereits weit vorangeschritten. Deshalb wolle er sich für eine Sonderförderung einsetzen, um das Projekt zügig umsetzen zu können. (spr)
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