Erfolgreiche Karriere

Neben dem 70-jährigen Gründungsfest können die Handballer des TSV Wertingen heuer auch noch zwei Meisterschaften feiern. Die Frauenmannschaft (Bild) steigt in die Landesliga auf. Das erste Männerteam beendete das Kapitel Bezirksklasse nach nur einer Spielzeit wieder und gehört nun wieder der Bezirksliga an Foto: privat

Der Werdegang der Handball-Abteilung des TSV Wertingen kann sich sehen lassen. Seit 70 Jahren halten die Handballer ein hohes Spielniveau, blicken auf tolle Pokalerfolge und auf viele internationale Begegnungen mit Weltklasseteams. Heuer können die Sportler zudem gleich zwei Meisterschaften feiern: Die Frauenmannschaft steigt in die Landesliga auf und das erste Männerteam freut sich über den sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Das 70-jährige Bestehen feiert die TSV-Abteilung von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Juli. Obendrauf gibt es am 30. Juli noch ein Top-Handballturnier.


Als die Militärregierung der Alliierten 1946 wieder den Sportbetrieb genehmigte, starteten in Wertingen auch die Freunde des Handballsports durch. Sie trafen sich im April in der damaligen Bahnhofswirtschaft und gründeten eine Sparte und schlossen sich dem TSV Wertingen an. Als Spartenleiter fungierte Günther Lermer, der die Funktion viele Jahrzehnte innehatte.
Gespielt wurde zunächst auf dem Großfeld. Schon bald erfreute sich der Handballsport in der Bevölkerung großer Beliebtheit. Anfang der 1950er-Jahre ging es mit dem Erfolg steil nach oben. 1959 stieg die Männermannschaft in die höchste schwäbische Spielklasse auf.
Aber auch Tiefen musste die Abteilung durchstehen. Die sportliche Misere gipfelte im Jahr 1966, als sie keine erste Mannschaft zur Verbandsrunde melden konnte. Hinzu kam, dass sich der Handballsport vorwiegend dem Kleinfeld und der Halle zuwandte.

Spürbarer Aufschwung

Einen enormen Aufschwung verzeichnete die Abteilung mit der Durchführung der Spiele in der Sporthalle am Gymnasium. Wichtige auswärtige Spieler schlossen sich nun dem TSV an, auch internationale Kontakte wurden geschmiedet. Der Bezirk Schwaben honorierte dies 1979 mit der Vergabe des Drei-Kreise-Turniers nach Wertingen. Unvergessen auch das Gastspiel gegen den TSV Milbertshofen 1984 mit Rekord-Nationalspieler Erhard Wunderlich. Ein Jahr später wurde das „Wertinger Stadtpokal-Turnier“ aus der Taufe gehoben.
Die Handballbegeisterung hielt auch in den 1990er-Jahren an. 1999 gab es eine Strukturreform im Bayerischen Handball-Verband. „Seit dem spielt der TSV Wertingen im Bezirk Schwaben und die Fahrten ins Allgäu fielen weg“, so Pressereferent Roland Stoll.

Jubiläum und Doppelaufstieg

In den letzten Jahren hatten vor allem die Handballerinnen Erfolge vorzuweisen. In der kommenden Saison treten sie in der Landesliga an.
Auch die Männer feierten vergangene Saison den Aufstieg. Nach dem "Betriebsunfall" Abstieg aus der Bezirksliga gelang der sofortige Wiederaufstieg. Somit könne nicht nur das Jubiläum, sondern auch ein doppelter Aufstieg gefeiert werden, freut sich Roland Stoll.
Ein großes Augenmerk richtet die Abteilung unter der Leitung von Ralph Reinecke auf die Jugendarbeit. Wie in anderen Sportarten werde es allerdings immer schwieriger, Kinder und Jugendliche für den Sport zu aktivieren, stellt Stoll fest. In der kommenden Saison nimmt der TSV Wertingen dennoch mit sechs Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil.

„44U“ spielt auf

Grund also genug, den erfolgreichen Werdegang zu feiern. Zunächst steht jedoch der Nachwuchs im Mittelpunkt. Am Freitag, 8. Juli, wird von 15 bis 18 Uhr auf dem Rasenplatz an der Stadthalle das Motto „Kindernachmittag“ ausgegeben. Angesagt sind eine Handball-Olympiade und Kinderschminken. Auch das Spielmobil des Kreisjugendrings kommt zu Besuch. Ein Live-Band sorgt für Unterhaltung.
Um 20 Uhr steht im Fetzelt im Schlossgraben der offizielle Festakt auf dem Programm. Breiten Raum nehmen hier Ehrungen und der Rückblick auf sieben Jahrzehnte Handballgeschichte ein.
Tags darauf, am Samstag, 9. Juli, sorgt ab 21 Uhr im Festzelt im Schlossgraben die Band „44U“ für das Beste aus Rock und Pop der 1970er- bis 1990er-Jahren. Für die Rockklassiker sorgen Steve Abold (Gitarre, Gesang und Mundharmonika), Hans Roch (Keyboard und Gesang), Alfons Pollak (Schlagzeug und Percussion), Uwe Mader (Gitarre und Gesang) sowie Hermann Innermann (Bass und Gesang).
Am Sonntag findet um 10 Uhr ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Martin statt, anschließend ein Festzug in den Schlossgarten. Dort wartet auf die Besucher von 11 bis 14 Uhr ein Weißwurst-Frühschoppen.

Profis kommen

Der zweite Teil der Feierlichkeiten ist für Samstag, 30. Juli, terminiert. Dann kommen die Profis nach Wertingen. Im Rahmen eines Turniers treffen ab 14 Uhr die Handballer der SG Bietigheim-Bissingen aus der Zweiten Bundesliga, die TGS Pforzheim (Dritte Bundesliga) und der TSV Friedberg (Bayernliga) aufeinander. Das Vorspiel bestreiten die Handballerinnen des TSV Wertingen gegen den TSV Haunstetten. Die After-Turnier-Party mit flotter und vielseitiger DJ-Musik beginnt ab 20 Uhr im Foyer der Stadthalle.

Von Siegfried P. Rupprecht
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