Klosterschwestern: "Wir sind traumatisiert"

Die zerstörte Sakristei: Von dort aus entwickelte sich das Feuer, das Anfang Juli im Kloster wütete. Foto: Pressestelle Bistum Augsburg/Maria Steber
 
Das ehemals farbenprächtige Deckenfresko des Dillinger Meisters Vitus Felix Rigl ist durch das Feuer aufs Schwerste geschädigt worden. Foto: Pressestelle Bistum Augsburg/Maria Steber

Als einen "der größten Katastrophenfälle in Bayern bei kirchlichem Kunst- und Kulturgut seit dem Zweiten Weltkrieg" bezeichnet das Bistum Augsburg den Brand in Kloster Maria Medingen vor einem Monat. Eine Schwester starb durch das Feuer. Die Brandursache ist indes noch immer nicht geklärt.

Ein Großbrand richtete vor einem Monat im Kloster Maria Medingen im Dillinger Land einen verheerenden Schaden in der Ebnerkapelle, der Sakristei sowie den angrenzenden Räumen des Klostergebäudes an. Eine Schwester der dort ansässigen Franziskanerinnen kam dabei ums Leben. Die Schwestern, die derzeit noch in Nebengebäuden des Klosters wohnen, sind noch immer schockiert von den Erlebnissen und Auswirkungen der Brandnacht.

Vor allem der Tod der Mitschwester habe sie schwer mitgenommen, schilderte Provinzoberin Schwester Edith Krupp bei einem Rundgang, zu dem die Schwestern eingeladen hatten. Auch Diözesankonservator Michael Schmid und Günter Selentin von der Versicherungskammer Bayern informierten dabei über die entstandenen Schäden und die derzeitige Sachlage.

"Wir sind traumatisiert von dem schrecklichen Erlebnis der Brandnacht, für uns ist das alles ein Drama", betonte Schwester Edith. Von den insgesamt 28 Schwestern seien 22 in den Nebengebäuden untergebracht worden, sechs wurden in ein Kloster in der Nähe gebracht. "Wir sind überwältigt von der großen Anteilnahme und Solidarität, die uns von außen entgegenkommt: vom Bischof, der Diözese, anderen Ordensgemeinschaften und der Bevölkerung. Das ermutigt und macht Hoffnung", sagte die Schwester.

Das Feuer hatte ausgehend von der Sakristei in die angrenzende Ebner-/Margaretenkapelle übergeschlagen und dort für verheerende Schäden gesorgt. "Der Brand stellt einen der größten Katastrophenfälle in Bayern bei kirchlichem Kunst- und Kulturgut seit Ende des Zweiten Weltkrieges dar", stellte Diözesankonservator Schmid fest. Die Ebner-/Margaretenkapelle hätte bis zum Brand zu den Kleinoden des schwäbischen Rokoko gezählt, sagte Schmid. Das ehemals farbenprächtige Deckenfresko des Dillinger Meisters Vitus Felix Rigl sei aufs Schwerste geschädigt worden, es bestehe aber die Chance, dass man Teile des Originals retten und restaurieren könne. "In der ersten Phase ist es jetzt erstmal wichtig, alles zu retten, was zu retten ist. Derzeit laufen Erstmaßnahmen wie Notsicherungen und Bestandsaufnahmen. Die Restaurierung wird sich sicher über mehrere Jahre hinwegziehen", so der Diözesankonservator. Auch die Sakristei, in der das Feuer ausgebrochen war, wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

In den weitläufigen Klostergängen seien vor allem bedeutende Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert von einer immensen Rußauflage betroffen, sagte Schmid. Der Ruß habe "ein großes Schadenspotential, weil er die Farbschicht beschädigt." Altersbedingt hätten die Bilder unabhängig von dem Brand schon weitere Schäden gezeigt, deshalb seien mit der Rußentfernung gleichzeitig größere Arbeiten verbunden. Da die Versicherung nur für die brandbedingten Schäden aufkomme, seien die Schwestern gerade hier besonders auf Unterstützung, Spenden und Patenschaften angewiesen.

Kloster Maria Medingen: Brandursache noch nicht geklärt

Wie es zu dem nächtlichen Brand kam, steht noch nicht fest: "Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes laufen", sagte Selentin. Auch die Höhe des Schadens kann der Versicherungskammer zufolge noch nicht genau benannt werden: "Wir sind gerade dabei, die Schadenslage zu erfassen."

Ersten Schätzungen zufolge werde sich die Schadenssumme wohl auf rund 20 Millionen belaufen. Wichtigstes Ziel sei jedoch, den Schwestern einen schnellstmöglichen Umzug zurück in ihre Wohnräume zu ermöglichen. Für Geldspenden haben die Franziskanerinnen ein Konto bei der Sparkasse Dillingen eingerichtet, unter IBAN: DE95 7225 1520 0010 2624 58, BIC: BYLADEM1DLG.
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