Zu Besuch bei den geretteten Welpen

Die acht Wochen alten Welpen befinden sich inzwischen im Augsburger Tierheim. Foto: Anna Wilhelm

Den sechs Labrador-Welpen, die auf der A8 von der Autobahnpolizei gerettet wurden, geht es den Umständen entsprechend gut. Ob die Tiere wirklich gesund sind, steht aber erst nach der Quarantänezeit fest. Wir haben sie im Tierheim Augsburg besucht.

Erstaunlich fit und gesund wirken die sechs Labrador-Welpen - vor dem Hintergrund ihrer schlimme Odyssee. Mindestens zehn Stunden dauerte ihr Transport von Rumänien nach Deutschland, in eine enge Katzenbox waren die Tiere dabei eingepfercht. Auf der A8 bei Augsburg endete die Tortur, die Autobahnpolizei entdeckte die Tierquälerei bei einer Routineverkehrskontrolle. Nun befinden sich die acht Wochen alten Welpen im Augsburger Tierheim. Im Moment gebe es keine Auffälligkeiten, erklärt Pflegerin Sabina Gaßner.

Die Tiere seien in schockierendem Zustand gewesen, so Gaßner. Es sei entsetzlich gewesen, wie die Welpen zusammengepfercht in der engen Katzentransportbox verknäult waren. Dehydriert und hungrig seien die kleinen Hunde im Tierheim angekommen.

Wenn Tiere aus Ländern eingeführt werden, die nicht als tollwutfrei gelten, gebe es immer Probleme. Deutschland sei, bis auf vereinzelte Fledermäuse, die für Menschen keine Gefahr darstellen, tollwutfrei.

Früher war Tollwut auch in Deutschland stark verbreitet, genauso wie heute noch beispielsweise in Rumänien oder Serbien. Gaßner drückt sich klar aus: "Es ist ganz wichtig, dass in Deutschland die Tollwut nicht mehr ausbricht. Tollwut ist tödlich."

In circa vier Wochen, wenn die Welpen zwölf Wochen alt sind, kann man sie gegen Tollwut impfen. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Tiere weiterhin drei Monate lang in Tollwutquarantäne. Das Blut der Tiere wird wöchentlich auf Auffälligkeiten untersucht. Tollwutquarantäne bedeutet, dass die Tiere in Isolation leben bis klar ist, ob sie an Tollwut erkrankt sind oder nicht. Sollte dies der Fall sein, muss das betroffene Tier sofort eingeschläfert werden. Während der Zeit der Quarantäne dürfen die Tiere nur von Leuten angefasst werden, die gegen Tollwut geimpft sind und spezielle Schutzanzüge tragen, die kratz- und beißfest sind.

Tiere, die in dieser Quarantäne leben, lernen im Vergleich zu Hunden in einem "normalen" Umfeld sehr wenig. Diese Hunde werden keinen Belastungen ausgesetzt, so dass man sie nach der Zeit der Quarantäne "nachsozialisieren" muss.

Die Tollwutquarantäne im Augsburger Tierheim war zwei Tage bevor die Welpen gefunden wurden noch von drei anderen Hunden besetzt, die in Bayern als "Kategorie 1"-Hunde bezeichnet werden, da man diese nur unter bestimmten Bedingungen halten darf. Mittlerweile wurden die drei Tiere nach Hessen vermittelt.

Pflegerin Gaßner warnt davor, Tiere im Internet oder auf Flohmärkten zu kaufen. Man solle sich keine Tiere anschaffen, bei denen man nicht weiß, woher sie stammen. Die Gefahr, dass diese nachträgliche Impfungen brauchen, krank werden oder im schlimmsten Falle sogar eingeschläfert werden müssen, sei groß. "Für manche Rassen muss man einfach viel Geld bezahlen." Man müsse sich auch immer vor Augen halten, wie diese Tiere "hergestellt" wurden. "Die Muttertiere werden unter den schlimmsten Bedingungen gehalten und gequält, nur um am laufenden Band Junge zu gebären. Wer solche Tiere kauft, fördert diese extrem tierquälenden Situationen."

Im Moment könne man noch nicht feststellen, ob es überhaupt alle Welpen schaffen. Deshalb können sie auf die Anfragen derer, die einen Welpen reservieren wollen, noch nicht eingehen, sagt Gaßner. Im Übrigen werde an den Grenzen nicht speziell nach Tierschmugglern gefahndet, die Tiere würden meist bei allgemeinen Kontrollen aufgegriffen.

Für die Kosten muss die Gemeinde Zusmarshausen aufkommen, weil die Hunde an der A8 abgefangen wurden. Weil Zusmarshausen aber kein Tierheim mit Tollwutquarantänestation hat, wurden die Tiere nach Augsburg abgegeben. Am Ende der Quarantänezeit ist es auch möglich, die Tiere zu besuchen. Ab Mitte Juni werden die Welpen vermittelt.
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