A8: Viel Lärm um den Lärm an der Mauer

Der Bürgermeister von Zusmarshausen Bernhard Uhl lud kürzlich zu einem Infoabend ein, bei dem es um den Lärmschutz auf der A8 ging. Die Besucher monierten eine allgemeine Verschlechterung der Situation entlang der Autobahn.

Freundlich und locker begrüßte der Bürgermeister von Zusmarshausen Bernhard Uhl alle Gäste seiner Infoveranstaltung "Lärmschutz entlang der Autobahn A 8", zu der er nach einer Ortsbegehung in Streitheim ins dortige Schützenheim geladen hatte.

Ungefähr achtzig Bürger waren der Einladung gefolgt. Auch Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz war anwesend. Wie ernst das Thema Lärmschutz ist, bewies die Anwesenheit weiterer Fachleute aus der obersten Baubehörde, der Regierung von Schwaben und der Autobahndirektion Südbayern.

Die Stimmung im gut gefüllten Saal war beinahe so stürmisch wie draußen das Wetter, aber Gilbert Peiker von der Autobahndirektion zeigte sich mit seinem Vortrag gut vorbereitet. Wohl durch Erfahrung wissend und böse Briefe wachsam geworden, erklärte er Zusammenhänge und Details genau und geduldig und nahm dadurch den meisten Fragen die Antwort vorneweg. Anschließend erklärte er dennoch die an ihn gerichteten Fragen. Er wies immer wieder darauf hin, dass alle Vorgaben und gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden und werden, dass die Situation insgesamt jetzt mit Lärmschutzwand besser als zuvor sei, untermauerte dies mit Grafiken und Tabellen. Er bestätigte aber auch, dass für Einzelne eine Verschlechterung möglich sei, dies aber immer noch im gesetzlich zulässigen Rahmen. Auch wurde erläutert, warum Lärmimmissionen berechnet und nicht gemessen werden.

Die Besucher sahen das anders und sprachen alle von einer allgemeinen Verschlechterung der Situation. Es wurde geklagt, der Fahrbahnbelag sei zu laut. Falsch, sagte Peiker, der Fahrbahnbelag sei zwei Dezibel leiser als ein bundesweit anerkannter und gültiger Referenzbelag. Wieso der Belag von manchen Bürgern als "Rüttelbetonstrecke" empfunden werde, könne er nicht nachvollziehen.

Ein Tempolimit würde helfen, meinte eine Anwohnerin. Nochmals falsch, kommentierte Peiker, ein Tempolimit bringe nur eine unhörbare Verringerung des Geräuschpegels und bedürfe massiver Begründung.

Wieso denn die Lärmschutzwände nicht weiter geführt wurden, wurde gefragt. Antwort: Weil eine Verlängerung der Lärmschutzwände sowohl in östlicher als auch in westlicher Richtung nur eine nicht wahrnehmbare Verringerung des Lärmpegels ergeben würde. Wie sich das errechnet, wurde zwar erklärt, konnte aber nicht überzeugend vermittelt werden.

Es wurde von Computersimulation, 3D-Programmen und anerkannten Berechnungsgrundlagen gesprochen. Wieso eine Verlängerung aber weniger Dämmung beziehungsweise Lärmschutz bringe als im Hauptabschnitt, war, blieb und bleibt den Fragestellern verschlossen.

Dass die Lärmschutzwand verblüffende Ähnlichkeit mit der berüchtigten "Berliner Mauer" hat, wurde beinahe nebenbei angemerkt. Auch das sei bereits berücksichtigt, meinte Peiker und verwies auf einen bestehenden Bepflanzungsplan.

Trotz aller Bemühungen: Kein einziger Besucher fand lobende Worte zum Lärmschutzkatalog. Gefordert wurde, als beinahe einzig verbleibende Alternative, eine Verlängerung und Erhöhung der Lärmschutzwände in beide Richtungen. Auch über eine Bepflanzung sollte man nachdenken.

Bürgermeister Uhl erklärte abschließend, er werde sich im Sinne seiner Bürger für all das einsetzen. Wer das allerdings bezahle und wann das der Fall sein werde, bleibe abzuwarten.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.