Dinkelscherben bleibt beim eigenen Verkehrsübungsplatz

Dinkelscherben will den Verkehrsübungsplatz an der Mittelschule beibehalten. Foto: Michael Kalb

Keine Beteiligung Dinkelscherbens am zentralen Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen. Stattdessen soll der bisherige Platz an der Mittelschule weiter genutzt werden.

Die Marktgemeinde Dinkelscherben wird sich nicht an einem zentralen Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen beteiligen. So entschied der Gemeinderat kürzlich mit neun Pro- und fünf Gegenstimmen. Für längere Zeit wurde in den Kommunen des westlichen Landkreises über den Standort eines neuen und zentralen Verkehrsübungsplatzes diskutiert. Die Verkehrswacht Augsburg plante einen Neubau nahe des Kutzenhausener Bahnhofs. Die zwölf Gemeinden Adelsried, Altenmünster, Diedorf, Dinkelscherben, Fischach, Gessertshausen, Horgau, Kutzenhausen, Langenneufnach, Ustersbach, die Verwaltungsgemeinschaft Welden und Zusmarshausen sowie der Landkreis Augsburg und der Förderverein Montessori-Schule sollten sich an den geschätzten 500.00 Euro Bau- und den jährlichen Betriebskosten beteiligen. Dann wurden neue Standortvorschläge eingebracht, unter anderem auch der Ausbau des vor acht Jahren gebauten Platzes auf dem Schulhof der Mittel- und Förderschule in Dinkelscherben. Nun wurde im Landkreis mit der Gegenstimme aus Dinkelscherben beschlossen, den Platz wie von Anfang an angedacht, in Kutzenhausen zu errichten.

Doch in Dinkelscherben möchte man dennoch nicht am Projekt teilnehmen und setzt nun auf die vorhandenen Strukturen. Die Hauptargumente gegen die Beteiligung waren der Investitionsschutz des eigenen Platzes, die erforderlichen Bustransporte für die Kinder und die zusätzlichen Kosten. Der Markt hätte sich mit 20.000 Euro an den Baukosten und 2500 Euro jährlich beteiligen müssen. Für den Platz auf dem Schulhof habe man damals rund 80.000 Euro ausgegeben und er habe als "attraktivster im Landkreis gegolten", hieß es auf der Marktratssitzung von Marktgemeinderat Tobias Mayr (CSU). Kollege Stefan Rittel (Unabhängige Wählergruppe) sprach beim Kutzenhausener Projekt von der Verschwendung von Steuergeldern. Annette Luckner (SPD) hielt dieses zwar für überdimensioniert, gab aber zu bedenken, dass auf lange Sicht hin der eigene Weg Dinkelscherbens zu Unmut führen könnte. Bürgermeister Edgar Kalb (UW) stimmte diesen Bedenken zu, hielt die Kutzenhausener Lösung jedoch wirtschaftlich und logistisch für fatal.

Als Argument für die Beteiligung am gemeinsamen Projekt waren die Befürchtungen über eine mögliche Benachteiligung der Dinkelscherbener Kinder in der Verkehrserziehung. Dies solle jedoch nach Aussage der Polizeiinspektion Zusmarshausen gegenüber dem Gremium in einer früheren Sitzung nicht der Fall sein. Dinkelscherben müsse nun zwar selbst für Fahrräder und mobile Verkehrszeichen sorgen, doch die Schulung bleibe die gleiche.

Martin Schomanek von der Verkehrswacht gab allerdings auch bekannt, dass ein späterer Einstieg in das gemeinsame Projekt immer noch möglich sei.
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