Zusamklinik wird zur Asyl-Unterkunft

Aus der Zusamklinik wollte Investor Joachim Merkel eigentlich eine Einrichtung für sogenannte "Langzeitübergangspflege" machen, unter anderem für ehemalige Süchtige. Doch jetzt sollen junge Flüchtlinge in der ehemaligen Zusmarshauser Klinik unterkommen.

Die Zusamklinik war viele Jahre ein Ort für Menschen, die an Tuberkulose-Erkrankungen litten. Die Deutsche Rentenversicherung eröffnete das Musterkrankenhaus 1969 mit 150 Betten, Operations-Abteilung, Röntgenstation, Funktionslabor, Küche, Kapelle und Verwaltungsbau. Mit zum Klinikkonzept gehörte ein Zehn-Familien-Wohnhaus, ein Personalwohnhaus und die Parkanlage. Die Baukosten betrugen damals circa 16 Millionen Deutsche Mark.

Nach personellen Veränderungen und aus verschiedenen Gründen ging die Belegung vor einigen Jahren zurück. Die Verantwortlichen bei der Deutschen Rentenversicherung entschieden, die Klinik zum 31. Dezember 2012 zu schließen und das Grundstück mit Gebäuden zu verkaufen.

Im März 2015 kaufte Joachim Merkel aus Bayerisch Gmain die Zusamklinik. Er hatte bereits seit Ende Mai 2014 einen Vorvertrag mit Kaufoptionen abgeschlossen. Joachim Merkel betreibt seit über 20 Jahren Seniorenheime und Heime für Menschen mit kognitiven Störungen. Seit einigen Wochen kommt eine besondere Lage ins Spiel, die Flüchtlinge.

Aufgrund der Verzögerung durch die gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Bezirk Schwaben bei der ursprünglich geplanten Nutzung als Heim für die Langzeitübergangspflege beantragt der Investor jetzt die Unterbringung von unbegleiteten Minderjährigen. Dazu ging vor Kurzem beim Markt Zusmarshausen ein Bauantrag auf Nutzungsänderung ein, der neben der Überplanung des Klinikgebäudes auch die Einrichtung von sechs Klassenzimmern enthält.

Der Zusmarshauser Marktgemeinderat wird sich in seiner Sitzung am 1.Oktober mit dem Antrag befassen. Bürgermeister Bernhard Uhl will in den nächsten Wochen zu einem „Runden Tisch“ einberufen, zu dem alle Interessierten und Vereine eingeladen werden.
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