Zusmarshausen will Einfluss haben


Die jetzige Entwicklung der Verhandlungen zur Zusamklinik betrachte Bürgermeister Bernhard Uhl mit großer Sorge. Im September 2012 wurde bekannt, dass die Zusamklinik geschlossen wird. Mehr als eineinhalb Jahre später, nach seinem Amtsantritt im Mai 2014, gab es keine Einwirkungsmöglichkeiten mehr auf die Verkaufsverhandlungen, da der Optionsvertrag zwischen der Deutschen Rentenversicherung und Joachim Merkel bereits in trockenen Tüchern gewesen sei. Unverzüglich habe der Erste Bürgermeister den neuen Eigentümer aufgesucht, um sich ein Bild darüber machen zu können, wer sich in Zusmarshausen eingekauft hat.

In den vergangenen Monaten habe sich aber eine Stimmung entwickelt, die durch viele Emotionen geprägt gewesen sei. Jetzt sei ein Stadium erreicht, in dem der Bürgermeister zur Sachlichkeit appelliert. Mit der Weitergabe von Informationen einer Besprechung mit den Fraktionsvorsitzenden habe der Investor Joachim Merkel dazu beigetragen, dass die Verhandlungen auch künftig wesentlich erschwert werden, so der Bürgermeister. Uhl stehe auf der Seite des Marktgemeinderates, wende sich aber an alle Beteiligten, sich der Verantwortung für dieses prägende Gelände in Zusmarshausen bewusst zu sein. Respekt gegenüber dem Eigentum eines anderen und Respekt gegenüber der Planungshoheit der Marktgemeinde seien hier als erstes zu nennen.

Um seine Rolle weiterhin als Vermittler wahrnehmen zu können, verfolge Uhl jetzt die Einbeziehung von unabhängigen Gutachtern, die den Wert für das Bauerwartungsland sowie den Erlös für ein später fertig erschlossenes Baugrundstück ermitteln sollen. Die Beträge sollen als Grundlage für die Vorbereitungen der Modelle zum Städtebaulichen Vertrag und anderen Verhandlungen dienen. Erst nach der Rückmeldung der Gutachter seien weitere Gespräche mit dem Investor zielführend und sinnvoll. Zuvor finde eine Debatte im Marktgemeinderat statt, in der die weitere Vorgehensweise abgestimmt werden soll.

Zusmarshausens Bürgermeister Uhl wünsche sich eine Weiterentwicklung der Zusamklinik, die neben dem Marktgemeinderat und dem Investor auch bei der Bevölkerung eine breite Zustimmung genieße. Verhindert werden müsse jedenfalls eine Belegung, auf die die Marktgemeinde keinen Einfluss habe. (pm)
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