Neusäßer Wirtschaft im Gespräch: Die Junge Union bei der Epple Druckfarben AG

Dr. Carl Epple (l.) und Gunter Gerlach (r.) führen die Epple Druckfarben AG. Die JU war im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Gunter Gerlach (Foto: Epple Druckfarben AG)
 
Am Standort in Neusäß fühlt sich die Mannschaft der Epple Druckfarben AG wohl (Foto: Epple Druckfarben AG)

Die Junge Union Neusäß ist überzeugt: "Eine innovative und nachhaltige Wirtschaft ist die Grundlage für den Erfolg unserer Stadt Neusäß und des Freistaates überhaupt sowie Grant für den Wohlstand der Bürger. Damit sie effektiv und erfolreich arbeiten kann, braucht es die besten Rahmenbedingung. Deshalb gehen wir auf Zuhörtour." So fasst JU-Ortsvorsitzender Tobias Kranz die Motivation des Jugendverbandes für den Besuch der Neusäßer Betriebe zusammen. Die beiden Mitglieder Alexander Fendt und Nicols Fehringer machten sich auf und besuchten Firmen in der Stadt. Hier finden Sie den zweiten Teil der Interviewreihe.

Die Epple Druckfarben AG ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Sitz in Neusäß. Sie ging aus einer im Jahr 1870 von Theodor Klotzsch in Radebeul bei Dresden gegründeten Farbenfabrik hervor. Heute ist sie einer der führenden Hersteller von Bogenoffsetdruckfarben. Wir hatten die Möglichkeit, mit dem Vorstandsvorsitzenden, Herr Gunther Gerlach, ein Interview zu führen.

JU Neusäß: Wo kann man Ihr Unternehmen in Neusäß finden?

Herr Gerlach: Der Hauptsitz der Epple Druckfarben AG ist in der Gutenbergstraße 5, mitten in Neusäß. Das Unternehmen ist hier seit Mitte der 50er Jahre ansässig.

JU Neusäß: Seit wann gibt es die Epple Druckfarben AG?

Herr Gerlach: Seit 1870, da hieß es noch nicht „Epple Druckfarben“, da hat es ein Herr Klotzsch in Radebeul bei Dresden gegründet. Hier wurden vor allem schwarze Druckfarben hergestellt, die man damals für die Zeitungen gebraucht hat. Erst ein paar Jahre später, 1875 wurden dann auch bunte Farben dazugenommen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Familie Epple geflohen und hat das Unternehmen im Großraum Augsburg wiedergegründet. Zunächst waren sie in Bobingen, ab Mitte der 50er Jahre dann eben hier in Neusäß.

JU Neusäß: Was stellt Ihr Unternehmen her und welche Zielgruppen bedienen Sie?

Herr Gerlach: Als Privatperson werden Sie normalerweise mit den von uns hergestellten
Druckfarben nie direkt in Kontakt kommen. Wir stellen Bogenoffset-Druckfarben her. Dabei
handelt es sich um ein spezielles Druckverfahren, bei dem, wie der Name schon sagt, auf Bögen gedruckt wird. Das Offset-Verfahren ist ein Verfahren, das darauf basiert, dass sich Wasser und Fett abstoßen. Mit dieser seit über 100 Jahren bestehenden Technologie wird dann Farbe auf Papier oder andere Materialien gebracht. Als Konsument kommen Sie damit beispielsweise in Kontakt, wenn Sie ein Buch in die Hand nehmen. Viele illustrierte Bücher sind im Bogenoffset-Verfahren hergestellt, auch deren Umschläge, Kalender erbematerialien aber auch viele Faltschachteln wie die Cornflakes-Schachteln die Sie in der Früh in die Hand nehmen.

JU Neusäß: Gibt es denn bekannte Kunden Ihres Unternehmens?

Herr Gerlach: So genau kann man das immer nicht sagen, hier findet oft ein Wechsel statt. Sehr viele Verpackungen von „Storck“ Schokolade sind beispielsweise mit unseren Farben bedruckt. Eine Zeit lang auch die Reisverpackungen von „Uncle Ben’s“ oder auch die Verpackungsschachteln von Nestlé „After Eight Mini“.

JU Neusäß: Sind Sie regional oder auch überregional tätig?

Herr Gerlach: Wir haben Vertriebsniederlassungen mit eigenen Töchtern in der Schweiz bei Winterthur und in Italien bei Mailand. Außerdem haben wir eine Vertriebstochter mit Hauptsitz in Atlanta in den USA, wo wir gerade auch ein Vertriebsbüro in Chicago eröffnet haben. Dazu haben wir Beteiligungen im Bereich des graphischen Zuliefergewerbes, u. a. an der Pulse Printing Products in Bristol, Großbritannien, sowie an der PCO Europe B.V. in Etten-Leur in Holland.Ansonsten sind wir im Ausland unterwegs im Vertrieb mit Händlern um die ganze Welt, wobei der Schwerpunkt in Europa liegt.

JU Neusäß: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

Herr Gerlach:
Wir haben ungefähr 220 Mitarbeiter, ca. 200 davon arbeiten direkt hier, z.B. im Labor, in der Produktion, in der Lagerlogistik oder in der Verwaltung, die anderen arbeiten im Vertriebsaußendienst.

JU Neusäß:
Gibt es aktuelle Probleme oder Schwierigkeiten, auch bezüglich Nachwuchs und Arbeitskräfte?

Herr Gerlach: Im Moment ist es nicht ganz einfach, Mitarbeiter zu finden. Das hat jedoch nicht speziell etwas mit Neusäß zu tun, das geht unseren Branchenkollegen in Frankfurt oder in NRW genauso. Im Moment lernen wir auch viele ausländische Arbeiter an.

JU Neusäß: Gibt es lokale Themen, die für Sie besonders interessant bzw. brisant sind?

Herr Gerlach: Wir sind ein produzierendes Gewerbe mitten in der Stadt. Wir sind eine chemische Fabrik, wobei wir keine reaktive Chemie machen wo es ab und zu kracht und knallt sondern wir mischen nur. Die Farben werden gemischt indem in den Firnis, den wir aus Ölen und Harzen kochen, die Feststoffe, im Wesentlichen die Pigmente, hinzugefügt werden. Ab und zu riecht es dann eben nach dem Firnis, der etwas holzig bzw. nussig riecht. Wir werden zwar ab und zu gefragt ob das so sein muss, im Grunde gibt es jedoch keine größeren Probleme und Schwierigkeiten.

JU Neusäß: Finden Sie, dass die Stadt Neusäß sicherheitstechnisch genug macht?

Herr Gerlach: Gott sei Dank, habe ich die Feuerwehr hier nur dann erlebt, wenn wir einen Probe- oder Fehlalarm hatten, hier waren Sie immer sehr schnell da.

JU Neusäß: Finden Sie, dass die Stadt Neusäß ausreichend Maßnahmen ergreift, um für junge Leute attraktiv zu bleiben? Inwiefern wollen auch Sie als Arbeitgeber dazu beitragen?

Herr Gerlach: Wir bekommen sehr gut und in ausreichender Zahl Azubis auf die Stellen, die wir ausschreiben, und wir sind auch im Austausch mit der FOS. Aktuell haben wir zwei FOS Praktikanten, insofern haben wir diesbezüglich keinen Mangel. Ich denke Neusäß strengt sich an, die Balance zwischen Leben, Arbeiten, Wohnen und Schule zu halten. Der einzige Azubi, der uns dieses Jahr fehlt, ist ein Azubi für Medientechnik Offset-Druck, dafür kann aber Neusäß nichts, das scheint einfach nicht attraktiv genug zu sein.

Prima an Neusäß ist auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Gerade der Bahnhof, der etwa 5 Minuten von unserem Unternehmen entfernt ist, ermöglicht es auch Mitarbeitern von weiter her, uns schnell zu erreichen.

JU Neusäß: Was wünschen Sie sich für die Zukunft in Neusäß?

Herr Gerlach: Wir sind hier gut versorgt, wir arbeiten gut mit der Stadt zusammen. Wir haben vor kurzem das Grundstück bei der Siemensstraße 11 erworben, dabei wurden wir von der Stadt gut mit Informationen versorgt. Auch bei der ein oder anderen Gehwegabsenkung oder Schildversetzung gab es keine Probleme. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Wir wissen das wir ein Industrieunternehmen mitten in der Stadt sind, wir sind gesprächsbereit falls irgendetwas verbessert werden oder anders gemacht werden soll.
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