Zu Besuch in „Silicon Schwabmünchen“

Die beiden Firmengründer Michael Lodes (l.) und Sebastian Seitz (r.) mit Hansjörg Durz, MdB, (2.v.l.) und JU-Kreisvorsitzendem Ludwig Lenzgeiger (2.v.r.)
 
Die interessierten JUler mit Hansjörg Durz (6.v.r.), Bürgermeister Lorenz Müller (4.v.r.), Sebastian Seitz (6.v.r.) sowie Michael Lodes (5.v.r.) im Sitzungssaal des Rathauses.

Schwabmünchen. In ihrer Veranstaltungsreihe „DURZ DIGITAL“ beschäftigt sich die JU Augsburg-Land gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz (CSU) mit dem Großthema Digitalisierung, besucht Firmen und spricht über die digitale Zukunft im Augsburger Land. Der letzte Termin führte die JU zur Stadt Schwabmünchen und zu den Gründern des Start-Ups „EineStadt“, um über die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu diskutieren.

Lorenz Müller, erster Bürgermeister der Stadt Schwabmünchen, hieß die Gruppe der Jungen Union und den Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, im Rathaus der Stadt willkommen: „Die Stadt Schwabmünchen hat es sich bereits seit längerer Zeit auf die Fahnen geschrieben, die Digitalisierung als Chance zu sehen. Wir achten deshalb gezielt darauf, wo sich in der alltäglichen Verwaltungsarbeit Probleme auftun und überlegen dann, wie wir durch die Nutzung technischer Möglichkeiten darauf reagieren können. Maßstab ist dabei für uns zuerst natürlich Bürgerfreundlichkeit und in diesem Zusammenhang auch Effizienz.“
Es sei deshalb ganz in seinem Sinne gewesen, dass sich die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit dem Start-Up „EineStadt“ ergeben habe.

Ein Start-Up für die Kommunen

Das junge Unternehmen wurde im September 2015 vom Geoinformatiker Michael Lodes und dem Betriebswirt Sebastian Seitz gegründet und setzt sich seitdem zum Ziel, den Kommunen durch innovative Konzepte die Arbeit zu erleichtern.
Konkret möchte „EineStadt“ die Verwaltung des gemeindlichen Sachvermögens, etwa der Bäume, erleichtern. Mittels eines witterungsfesten Chips, der nicht mehr als einen Euro kostet, ermöglicht das Unternehmen jeden einzelnen Baum beziehungsweise sogar unzählige weitere Gegenstände und Bauten; von der Hundetoilette bis zur Straßenlaterne, zu erfassen.
Berührt man mit einem handelsüblichen Smartphone den Chip, kann mit all diesen Gegenständen kommuniziert werden – und das ohne App. Das bedeutet konkret, dass etwa die gemeindliche Pflicht der Baumkontrolle durch den Einsatz einer Geoinformationskarte enorm erleichtert und beschleunigt werden kann. Doch nicht allein Angestellte der Kommune haben durch solche Vernetzung Arbeitsvorteile, sondern auch die Bürger können profitieren.
Jeder Einwohner der Stadt Schwabmünchen kann beispielsweise mittels seines Mobiltelefons etwa mit einer Hundestation kommunizieren und an die Stadt melden, ob diese beschädigt, die Tüten leer, oder der Abfall voll ist. So kann schnellstmöglich vom Bauhof Abhilfe geschaffen werden.
Der derzeitige gemeinsame Testlauf ihres Konzeptes mit der Stadt Schwabmünchen, so die beiden Gründer, verlaufe rundweg erfolgreich. „Nachdem anfängliche Bedenken dank transparenter Information der Bürger ausgeräumt werden konnten, erfreut sich unsere Ideen ebenso bei der Verwaltung wie bei den Bürgern mittlerweile großer Beliebtheit“, so Sebastian Seitz.
Dass das Start-Up den Nerv der Zeit getroffen hat und großes Potenzial hat, das bescheinigt auch die LEW-Gruppe. Diese bedachte das junge Unternehmen nämlich erst kürzlich mit ihrem Innovationspreis in der Kategorie #smartregion.

Starke Ideen in einer starken Region

Hansjörg Durz, der auch im neuen Bundestag wieder dem Ausschuss „Digitale Agenda“, vertreten ist, beglückwünschte die Gründer zu ihrer innovativen Idee: „Ich muss wirklich sagen, ich bin beeindruckt. Zum einen vom Gründergeist, der hier in unserer Region ganz offensichtlich vorherrscht und den es deshalb gezielt zu fördern gilt. Zum anderen kann ich als ehemaliger Bürgermeister wirklich sagen, dass die Idee einen Nerv trifft. Gerade die oft aufwendigen Dokumentationsaufgaben, die unsere Kommunen haben, sind Musterbeispiele dafür, wo die Digitalisierung zum Nutzen aller Beteiligten umgesetzt werden kann.“

Ludwig Lenzgeiger, Organisator der Reihe und JU Kreisvorsitzender, stimmte zu und dankte für die spannenden Einblicke. Es freue ihn zu sehen, dass solche technischen Impulse aus der Region kommen, und genau deshalb gelte es, solchen Unternehmen auch eine Bühne zu bieten, damit ebenso die Kommunen von den Möglichkeiten erfahren wie auch ein Bewusstsein dafür entstehe, dass sich auch in Schwaben bei der Digitalisierung sehr viel tut. „Wir müssen uns im Augsburger Land nicht verstecken, wie wir hier am Beispiel der Stadt Schwabmünchen und der „EineStadt“ sehen. Silicon Valley liegt nicht nur in Amerika, sondern auch an der Singold. Natürlich aber dürfen wir hiermit nicht zufrieden sein, sondern müssen auf allen Ebenen, von Europa bis zum Dorf, weiter intensiv das Thema Digitalisierung in den Blick nehmen.“
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