Altenmünster feiert 40 Jahre Einheitsgemeinde

Wolfgang Kanefzky, (von links nach rechts) Anneliese Schwarz, Ilona Miehle und Anneliese Lader nahmen von Bürgermeister Bernhard Walter Geschenke für ihre Verdienste in Empfang.
 
Beim Bürgerfest wurden auch herausragende Sportler der Gemeinde durch 2. Bürgermeister Klaus Kaifer (vorne links) geehrt: 2.-5. von links Mitglieder des Schützenvereins Immergrün Unterschöneberg, rechts außen Vertreter des Schützenvereins Eichenlaub Zusamzell und 1.Bürgermeister Bernhard Walter, hinten die Schützen von Andreas Hofer Eppishofen.
 
Bei herrlichem Frühsommerwetter feierte die Gemeinde Altenmünster ihr 40-jähriges Bestehen im Atrium der Schule.
Altenmünster: Altenmünster |



Rückblick auf eine stolze Entwicklung beim Bürgerempfang

Mit der Sonne um die Wette strahlten Bürgermeister Bernhard Walter und die vielen Besucher beim Bürgerfest im Atrium der Schule, zu dem die Gemeinde Altenmünster anlässlich des 40-jährigen Bestehens eingeladen hat. Ehrungen verdienter Mitbürger im Ehrenamt, sowie erfolgreicher Sportler standen ebenfalls im Mittelpunkt der Veranstaltung, die mit einer von Pfarrer Thomas Pfefferer eindrucksvollen Wortgottesfeier eröffnet wurde. Auf die Gründung des Ortes Munster im 8. bis 9. Jahrhundert ging der Dekan in seiner Ansprache ein. Zum Patron der Kirche ernannten die damaligen Christen den hl. Vitus, der als Märtyrer im 4. Jhdt. in einen Topf mit siedendem Öl geworfen wurde. Dieses Gefäß findet sich im Wappen der Gemeinde wieder. Bildlich betrachtet, können in diesen Topf die neun Ortsteile hineingegeben werden, entsprechend dem Motto des Ortes: "Da ist Leben drin". Somit können wir alle aus diesem Gefäß schöpfen und heute ein Fest der Einheit feiern, so der Pfarrer.

Nach einer umfangreichen Begrüßung der Ehrengäste, die maßgeblich an der Entwicklung der Gemeinde Anteil hatten, appellierte Bürgermeister Bernhard Walter an die Besucher, den Mut für die Weiterentwicklung, trotz zunehmender Zukunftsängste nicht zu verlieren. Viele fordern, den Staus Quo zu erhalten, doch wie passt das mit dem Satz "Stillstand ist Rückschritt" zusammen, gab er zu bedenken. Gestalten wir gemeinsam mit Verantwortungsbewusstsein, Vertrauen und zugleich kritischer Distanz zur Zukunft die Entwicklung unserer Heimat, damit wir sagen können: "Hier will ich arbeiten, hier will ich leben, hier sollen meine Kinder aufwachsen!" wünschte sich der Gemeindechef.´

Dem Landtagsabgeordneten a.D., Max Strehle, blieb es vorbehalten, in seiner Festrede auf die Schwierigkeiten der Gebietsreform vor 40 Jahren einzugehen. Leistungsfähige Gemeinden und Landkreise sollten dadurch entstehen. Die oppositionelle SPD forderte sogar die Auflösung der Regierungsbezirke und Landkreise, an deren Stelle Verwaltungsregionen in einer Größenordnung mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern in Verwaltungsgemeinschaften zusammengelegt werden sollten. Im Ergebnis verringerte sich die Zahl der Landkreise im ersten Abschnitt der Reform zum 1. Juli 1972 von ursprünglich 143 auf 72 neue Landkreise. Aus 6.962 bayerischen Gemeinden entstanden bis zum 1.Mai 1978 2.051 kreisangehörige Kommunen. Im neugebildeten Landkreis Augsburg verringerte sich die Zahl der Gemeinden von 112 auf 45. Ausführlich ging der ehemalige Abgeordnete auf die Gebietsreform in Altenmünster ein, die bereits 1972 mit der freiwilligen Eingemeindung von Hennhofen begann. Ziel des damaligen Bürgermeisters Kaspar Kraus und des Volksschulrektors Xaver Grimmeiß war es, die Gemeinden des Schulverbandes zu einer Einheitsgemeinde in einem gewachsenen Lebensraum zusammenzuführen. Bis auf den jetzigen Villenbacher Ortsteil Rischgau kam es trotz Bedenken der Regierung von Schwaben, letztendlich auf den heutigen Stand mit neun Ortsteilen. "Die künftige Einheitsgemeinde, die in ihrer Einwohnerzahl und Leistungskraft unter dem Landesdurchschnitt liegt, wird sich bemühen müssen, die auf sie zukommenden Aufgaben zu bewältigen", merkte die Behörde in ihrer Begründung an.
Viele Projekte, wie die Ausweisung von neuen Baugebieten oder Gewerbeflächen , die Neuregelung der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung, der Ausbau von Kindergärten und -Krippe oder die Errichtung des Pflegeheimes sorgten jedoch für eine positive Entwicklung. Zum Start der neuen Gemeinde mit dem damaligen Bürgermeister Günter Würmseher, der 24 Jahre an der Spitze stand, wurden 3.244 Einwohner registriert. Heute leben 4.645 Bürgerinnen und Bürger in einem Lebensraum mit hoher Qualität, in einem liebenswerten Ort im Zusamtal, schloss der Politiker in seinem Rückblick.

Ehrung einer langjährigen Mitarbeiterin und verdienter Mitbürger im Ehrenamt

40 Jahre Betriebszugehörigkeit

Einen Monat vor der Gründung zur Einheitsgemeinde begann Anneliese Lader, die der Bürgermeister als Urgestein seiner Beschäftigten nannte, ihren Dienst im Rathaus. In diesen 40 Jahren hat sie alles in der Verwaltung miterlebt, nahezu jede Rechnung gebucht, eine Vielzahl von Bescheiden verfasst und alle Löhne und Gehälter ausbezahlt. "Ohne dich wären Bürgermeister und Beschäftigte mangels Lohnzahlung verhungert" lobte der Chef seine treue Mitarbeiterin und bedankte sich mit einem schönen Blumenstrauß im Namen der Gemeinde.


22 Jahre Seniorenbetreuung

Mit Ilona Miehle und Anneliese Schwarz erfuhren zwei Frauen ihre Anerkennung. Vor 22 Jahren riefen sie die Seniorenrunde ins Leben und sorgen seither mit regelmäßigen Treffen bei Kaffee und Kuchen, Ausflugsfahrten oder Veranstaltungen für eine willkommene Abwechslung im Leben der Senioren.

20 Jahre Kommandant der Feuerwehr Zusamzell

Mit viel Herzblut führte Wolfgang Kanefzky sein Amt als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zusamzell aus. 20 Jahre stand er an der Spitze einer Mannschaft mit 55 Aktiven, mit denen er gemeinsam Vieles für die Allgemeinheit leistete.

Außerdem bedankte sich Bürgermeister Bernhard Walter bei drei fleißigen Fotografen mit einem kleinen Geschenk. Erhard Saliger, Herbert Hörmann und Konrad Dietrich versorgen die Gemeinde regelmäßig mit ihren Aufnahmen und aus dem Archiv für Chronik, Ausstellungen oder den Kalender.

Sportlerehrungen

Als "Sportskanonen" bezeichnete 2. Bürgermeiister Klaus Kaifer die erfolgreichen Sportler. Schließlich standen ausschließlich Sportschützen auf seiner Liste.

Der Schützenverein Andreas Hofer Eppishofen schaffte in der Disziplin Lufgewehr und Luftpistole den Aufstieg in die Klasse D1 im Gau Wertingen.

Die Luftpistolenschützen der Schützenvereines Eichenlaub Zusamzell errangen mit 26 zu 14 gewonnenen Einzelkämpfen den 1. Platz. Weiter erwähnenswert sind die Einzelleistungen von Laura Heidler, die leider nicht persönlich anwesend war. Bei der Bayerischen Meisterschaft in Hochbrück belegte sie im Juli 2017 den 5. Platz in der Disziplin Luftpistole und mit der Sportpistole den 7. Platz. In der anschließenden Deutschen Meisterschaft schaffte sie den 9. Platz mit der Luftpistole und den 14. Platz mit der Sportpistole. Diese herausragenden Leistungen ermöglichen ihr die Teilnahme bei den Youth Olympic Games in Argentinien.

Dauergast bei den gemeindlichen Sportlerehrungen sind die Immergrün Schützen Unterschöneberg. In der Gauoberliga im Gau Wertingen verteidigt die Damenmannschaft seit 2014 ihren 1. Platz. Gaudamenkönigin Claudia Rolle, Carmen Fendt und Melanie Rättig sind 1. Gaumeister in der Mannschaft geworden. Barbara Scherer belegte mit ihrem Schützenpartner Florian Scherer einen hervorragenden 2. Platz Im Mixed Trophy in der Olympiaschießanlage in Hochbrück.

Nach einem eindrucksvollen Feuerwerk bedankten sich die Gäste mit kräftigem Applaus bei der Musikkapelle Violau für die musikalische Umrahmung und den Verantwortlichen des Rathauses für die reichliche Bewirtung.
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