Glückliches Remis

Der Winter hielt am letzten Oktoberwochenende unverhofft Einzug auf den Sportplätzen der Region, doch das Abstiegsduell zum Auftakt der Rückrunde zwischen dem SV Donaumünster-Erlingshofen und dem SC Altenmünster fand dank der besseren Wetterlage im Donau-Ries dennoch statt.
Zu Beginn übernahm die Gästemannschaft auch direkt die Kontrolle, versuchte die Hausherren in der eigenen Hälfte zu attackieren und dadurch den Bewegungsradius der Defensive einzuschränken. In der sechsten Minute kam aber Donaumünster zum ersten Mal gefährlich vor das Tor des SCA und konnte prompt die Führung bejubeln. Ein flacher Pass nach rechts außen zu Yannik Endres wurde von diesem in die Mitte gelegt und Philipp Sturm verwertete schnörkellos. Altenmünster hatte zuvor und im weiteren Verlauf viele Gelegenheiten, doch erst ein Elfmeter von Aldin Kahrimanovic (17.) sollte das Team von Trainer Goran Boric belohnen. Thomas Lauter wurde im Strafraum entgegen den Regeln gestoppt und der Bosnier verwandelte eiskalt. Donaumünster war in den Zweikämpfen präsenter und schien vor 70 Zuschauern auf dem matschigen Geläuf die besseren kämpferischen Mittel gefunden zu haben, musste aber trotzdem nach 27 Minuten den Rückstand hinnehmen. Der in der ersten Hälfte sehr engagierte Sebastian Mayer zog nach Zuspiel von Dominik Osterhoff von links an die Strafraumkante heran und ließ den eigentlich als Flanke gedachten Ball ins rechte Kreuzeck segeln, der Torwart war machtlos und auch der Schütze selbst wollte sich über sein kurioses erstes Saisontor nicht so recht freuen. Kurz vor der Pause sorgte schließlich noch der SVD-Mittelfeldspieler Marcel Gebauer mit einem Lattenkracher für Aufsehen. Beide Mannschaften offenbarten allerdings über das gesamte Spiel teilweise größere Abwehrschwächen, was sich im Fall des SCA auch noch schwerwiegender auswirken sollte. Acht Minuten nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit ließen die Zusamtaler indessen noch ihre größere individuelle Klasse aufblitzen, als der mit acht Treffern vereinsinterne Top-Torschütze Fahad Barakzaie aus 20 Metern Maß nahm und die Kugel halbhoch links ins Tor zirkelte. Damit wäre die Partie eigentlich entschieden gewesen, doch der größere Biss auf Seiten Donaumünsters und Undiszipliniertheiten der Gäste brachten noch einmal Spannung auf den Rasen. Denn in der 56. Minute verursachte Lauter, der im ersten Durchgang noch einen Elfmeter herausgeholt hatte, nun selbigen im eigenen Strafraum durch ein Ziehen am Trikot von Top-Scorer Jürgen Sorg (8 Tore, 8 Assists). Daraufhin ließ sich Achim Schreiber nicht zweimal bitten und drosch den Ball rechts halbhoch zum Anschlusstreffer ins Gehäuse. Vor dieser Aktion sah Lauter bereits die gelbe Karte, hatte beim Strafstoß demzufolge noch Glück und stand schon kurz vor der Auswechslung, als er sich in der 62. Minute zu einem Schubser hinreißen ließ und folgerichtig das Spielfeld mit gelb-rot verlassen musste. Für den SCA kam es allerdings noch dicker, als sich Mayer innerhalb von sieben Minuten zwei Mal den gelben Karton vom souveränen Schiedsrichter Moritz Rohn abholte und ebenfalls zum Duschen geschickt wurde (75.). Die Gäste waren folglich zu neunt spürbar dezimiert, sodass Donaumünster die verbleibende Spielzeit komplett dominierte. Dabei profitierten sie zudem auch von Fehlern in der Hintermannschaft von Altenmünster, insbesondere in der 78. Minute. Denn eine Flanke von der rechten Seite ließ Manfred Glenk auf Dirk-Jan Massink prallen, welcher zum viel gefeierten 3:3 einschoss. Der SVD konnte ebenso immer wieder mit gefährlichen Standards auf sich aufmerksam machen, doch den entscheidendsten ließen sie ungenutzt. Als in der 82. Minute der SCA-Torwart Kevin Abold Sorg mit den Händen von den Beinen holte, trat erneut Schreiber zum dritten Elfmeter in diesem Spiel an, scheiterte jedoch mit dem Schuss aufs linke untere Eck am Verursacher. Heimcoach Ewald Gebauer wiederum monierte in der Schlussphase des Öfteren die seiner Ansicht nach häufig am Boden liegenden Gästespieler, was sich aber auch in der Nachspielzeit von fünf Minuten wiederspiegelte. In eben dieser fiel erneut fast der Führungstreffer für die Elf aus dem Ries, doch der eingewechselte Bastian Kienle konnte den Ball kurz vor der Linie klären. Dies setzte auch den Schlusspunkt unter diese spektakuläre Partie, denn nach beinahe 99 gespielten Minuten, aufgrund von weiteren Unterbrechungen, pfiff der Unparteiische letztlich ab.
Für beide Mannschaften ist diese Punkteteilung letzten Endes zu wenig. Donaumünster trauert den vergebenen Großchancen zum Schluss hinterher, kann nach dieser couragierten und kämpferisch einwandfreien Aufholjagd aber auch ein wenig stolz auf sich sein, wenngleich es zur Verbesserung der Tabellensituation zu wenig beiträgt. Die Gäste hingegen hätten früher für klare Verhältnisse sorgen und sich nicht selbst durch Nervosität im Passspiel und den beiden Platzverweisen schwächen müssen. Dadurch konnten die Ausrutscher der Konkurrenz aus Holzkirchen, Adelzhausen und Glött nicht genutzt werden.
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