Neumünster II siegt im Derby

Am letzten Vorrundenspieltag der B-Klasse West IV stieg das lang erwartete erste von den beiden einzigen Derbys in der Gemeinde Altenmünster im Fußballjahr 2018/19. Die Zweitvertretungen aus Neumünster und Altenmünster standen sich gegenüber, wobei letztere als klare Favoriten in die Partie gingen.
Schon zu Beginn sollte sich aber herausstellen, dass der Tabellenstand der beiden Teams in diesem Aufeinandertreffen keine Aussagekraft besitzt. Denn die 60 Zuschauer sahen eine kompakt stehende Heimmannschaft, die den Gästen auf dem kleinen Rasen wenig Platz für Kombinationen oder sonstige Spielaufbauversuche ließ. Bemühungen, über lange Bälle vor das Tor der weiß-blauen zu gelangen, verliefen im Sand und das Aufziehen eines Kurzpassspiels scheiterte an Unkonzentriertheiten und dem äußerst unebenen Spielfeld. Viel mehr sorgte Neumünster selbst in den ersten 20 Minuten für gefährliche Situationen in der Hälfte des Gegners, wenngleich bis zum Führungstreffer nur ein Schuss von Tobias Marx zu notieren war, sonst jedoch wenig zwingende Aktionen geschahen. In der 22. Minute schließlich pfiff der umstrittene Schiedsrichter Cüneyt Parlakbudak, welcher noch einige weitere Male von sich reden machen sollte, einen etwa 20 Meter mittig vom Tor entfernten Freistoß, nach dessen Ausführung von Thomas Bauer Fabian Bamberger zur 1:0-Führung abstauben konnte. Dies passte den Hausherren perfekt ins Konzept, die sich dadurch noch mehr auf die eigene Defensivarbeit fokussieren und mit einigen wenigen Kontern auch Nadelstiche in der Offensive setzen konnten. Altenmünster hingegen fand in der ersten Halbzeit wenig Mittel dem Einhalt zu gebieten. Die größte Möglichkeit hatte trotzdem Julian Henkel kurz vor der Pause, der aus halblinker Position aus sechs Metern über das Tor schoss. Ebendieser konnte auch nicht wie gewohnt für entscheidende Impulse sorgen, wurde er doch von den Neumünsteranern per Doppeldeckung fast komplett aus dem Spiel genommen. In der 54. Minute sorgte allerdings der erwähnte Parlakbudak für schwer nachzuvollziehende vier Minuten. Einen Zusammenprall zwischen Julian Henkel und dem Torwart des SSV, Stefan Neubauer, ahndete der Referee mit einer gelben Karte für den SCA-Mittelfeldspieler, welcher sich daraufhin beschwerte und sogleich mit gelb-rot vom Feld geschickt wurde. Der Schiedsrichter drängte sogar vehement und mit Erfolg auf einen Kabinengang von Henkel, was angesichts seiner Spielertrainertätigkeit kurios anmutet. Als Reaktion auf den Platzverweis versuchte auch noch dessen Bruder, Marius Henkel, den Unparteiischen auf seine Entscheidung anzusprechen, was in einer doppelten gelben Karte, demzufolge dem nächsten Feldverweis und reichlich verdutzten Gesichtern auf beiden Seiten mündete (58.). Das sollte jedoch auch der Startschuss für eine deutliche Leistungssteigerung des SCA sein, denn mit dem nun vorhandenen Plus an Raum konnten die Spieler in schwarz-rot mehr anfangen als noch zuvor. Einen schnell vorgetragenen Angriff über mehrere Stationen schloss schließlich Max Wollmann per Flachschuss aus 15 Metern in der 70. Minute mit dem Ausgleich ab. Altenmünster glaubte nun wieder an die eigenen Fähigkeiten und griff das Spiel an sich, sodass der Siegtreffer in der Luft lag. Allen voran Martin Brenner (76.) und Elias Wüst (87.) standen jeweils frei vor Torwart Neubauer, doch ließen sich beim Abschluss zu viel Zeit und scheiterten am exzellenten Keeper. Das sollte sich rächen, denn das besagte goldene Tor fiel letztendlich auf der gegenüberliegenden Seite, als Parlakbudak erneut eine äußerst diskutable Entscheidung zu verantworten hatte. Hinter dem rechten Sechzehnereck touchierte Simon Seiter seinen Gegenspieler leicht, eine Szene, die man nicht zwingend abpfeifen muss. Wieder trat Bauer den Freistoß und abermals konnte ein Neumünsteraner, diesmal Marx, das Spielgerät nach einem fehlgeschlagenen Klärungsversuch einschieben (90.+3). Auf SSV-Seite brachen alle Dämme, Altenmünster hingegen war am Boden. Die Heimelf hatte in der langen Nachspielzeit auch noch die Chance auf das 3:1, das ihnen aufgrund einer Parade von Gästetorwart Maximilian Ruth aber nicht mehr gelang.
Die Taktik und der Kampfgeist der Neumünsteraner hatten sich damit ausgezahlt, zumal sich der SCA durch fehlende Vollstreckerqualitäten und Reibereien mit dem Schiedsrichter selbst schwächte. In diesem Punkt waren sich beide Seiten nach dem Match allerdings einig, denn in einem Spiel, welches keineswegs von unfairem Verhalten geprägt war, sind zehn gelbe und zwei gelb-rote Karten schlichtweg völlig fernab der Norm.
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