Augsburg-Boss und Fans boykottieren das Bundesligaspiel gegen Leipzig

(Foto: https://pixabay.com/en/flag-logo-football-bundesliga-2972110/)

Vor einigen Tagen sorgten die Geschehnisse Rund um das Bundesligaspiel des FC Augsburg gegen RB Leipzig für Aufsehen. Schon vor dem Spiel, welches am 09.02.2018 stattfand, kündigte der FCA-Präsident Klaus Hoffman an, dass er die Begegnung nicht wie üblich vor Ort verfolgen wird, sondern zusammen mit den meisten organisierten Anhängern des FC Augsburgs an einer Blutspendenaktion der Ultras teilnehmen wird.

Überraschend kam diese Ankündigung nicht. Schon im letzten Jahr boykottierte ein Großteil der Fans die Auswärtspartie bei Leipzig. Mit der Aktion wollen die Fans nicht dem Verein schaden oder das Spiel gegen den deutlich favorisierten und in der Tabelle besser platzierten Club abschenken, sondern gegen die Vereinspolitik des von Red Bull gelenkten Bundesligisten protestieren. Allerdings soll RB Leipzig nicht zu viel Aufmerksamkeit zukommen, weshalb mit der Blutspendeaktion in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz ein Gegenpol geschaffen wurde. Nach der Blutspende, die zwischen 14 und 19 Uhr in der neu eröffneten Fankneipe nahe der WWK-Arena stattfindet, wird zum gemeinsamen Schauen des Spiels eingeladen.
Der Grund für diese Aktion, also das Vereinsmodell des RB Leipzig, birgt für Fans und Beteiligte einige Gefahren für den Fußball. Vor einigen Jahren investierte der österreichische Energygetränkehersteller Red Bull viele Millionen Euro in die Lizenz des fünftklassigen SSV Markranstädt und versah den Verein durch weitere Investitionen in Mitarbeiter, Spieler und Infrastruktur mit einem professionellen Umfeld. Dies führte zu einem Durchmarsch der Mannschaft. Seit nunmehr als 2 Jahren spielt die Mannschaft des österreichischen Trainers Ralf Hasenhüttl in der 1. Bundesliga. Die Erfolge stellten sich direkt in der ersten Saison ein, als sich RB für die Champions League qualifizieren konnte. Den Erfolg der Mannschaft kann man auch an den Wettquoten erkennen. Aktuell liegt die Quote für die Meisterschaft von Leipzig ist mit 251.00. Dies ist die zweitbeste nach dem FC Bayern. Der Verein ist also nicht, wie fast alle anderen Fußballvereine nach und nach durch gute Arbeit, besonders im Nachwuchs gewachsen, sondern wurde durch große finanzielle Investitionen in das deutsche Oberhaus geführt.
Diese Entwicklung wird von vielen Fußballfans als sehr kritisch angesehen, da dem Fußball in Sachen Tradition und Kontinuierlichkeit eigentlich ein ganz besonderes Augenmerk zukommt. Dass nun ein Verein durch die finanzielle Kraft eines Mäzens direkt neu entstehen und in wenigen Jahren in die 1. Bundesliga gebracht werden kann, stößt besonders den Traditionalisten unter den Fußballfans sauer auf. Dass dieser Verein zudem noch nach dem Sponsor benannt ist, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Zwar musste sich der Verein wegen der Auflagen im europäischen Profifußball von Red Bull Leipzig in Rasenballsport Leipzig umbenennen, allerdings weißt dieser Name zusammen mit dem Design des Vereinslogos, der Auswahl der hauseigenen Marke als Sponsors und die Farben der Trikots deutlich alle deutlich auf die eine Marke hin.
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