Bundesliga: Schafft Hamburg doch noch das Wunder?

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Die Saison neigt sich dem Ende zu und wie so oft in den letzten Jahren sorgt der HSV dabei für Aufsehen. Ein Blick auf die Lage zeigt, dass die Rettung zwar schwierig, aber immer noch möglich ist.

Formkurve und Restprogramm geben Hoffnung

Zu Beginn der laufenden Saison gab es einige Veränderungen in der Bundesliga. Diese betrafen vor allem die weitere Ausdehnung der Anstoßzeiten: Durch die Aufteilung können mehr Partien live übertragen werden und das bringt mehr TV-Gelder. Die andere große Neuerung war die Einführung des Videobeweises, der für viel Diskussionsstoff gesorgt hat. Für Fans von Sportwetten ändert sich dadurch zunächst nicht viel, da die Quoten nicht beeinflusst wurden. Was die Erfolgschancen betrifft, sieht es sogar besser zuvor aus als zuvor: Sportwetten werden mittlerweile in erster Linie digital im Netz abgeschlossen, genau wie beim Trend zu Online-Casinos mit umfassendem Spieleangebot gibt es dort noch mehr Übersicht und Transparenz.
Dank dieser technischen Voraussetzungen ist der Saison-Endspurt umso spannender. Denn sowohl unter Fans als auch unter Buchmachern schwebt eine Frage über allem: Schafft der HSV womöglich doch noch den Klassenerhalt – ironischerweise zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren in der Relegation? Ganz abwegig ist diese Resthoffnung nicht, da folgende Faktoren betrachtet werden müssen:
  • Der HSV ist aktuell die formstärkste Mannschaft im Tabellenkeller.
  • Der direkte Klassenerhalt ist bei einem ausstehenden Spieltag nicht mehr in Reichweite. Der Tabellensechzehnte VfL Wolfsburg ist mit 30 Punkten nur bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg des HSV einholbar.
  • Doch auch für den Gegner des HSV, Borussia Mönchengladbach geht es im Saisonendspurt noch um das Erreichen der sportlichen Ziele. Platz sechs und eine Qualifikation für die Europa League sind zwar auch nur durch Schützenhilfe der anderen Clubs zu erreichen – aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.
  • Dass sich erneut Hoffnungen schüren, liegt auch daran, dass die Hamburger unter Trainer Christian Titz deutlich besseren Fußball spielen. Einst ausgemusterte Spieler wie Lewis Holtby blühen förmlich auf und der Teamgeist scheint gefestigt zu sein.

Da Totgesagte bekanntlich länger leben, würde es zur Dramaturgie der letzten Jahre passen, wenn sich der HSV auch dieses Jahr in letzter Sekunde rettet. Das Herzschlagfinale, wie es im Buche steht, ist also durchaus möglich.
Am letzten Spieltag reist Borussia Mönchengladbach nach Hamburg: Die Fohlen sind in dieser Saison schwer einzuschätzen, da sich starke Auftritte und enttäuschende Leistungen abgewechselt haben. Auch darauf kann der HSV im Zweifelsfall bauen, denn um ein dominantes Weltklasse-Team handelt es sich bei Gladbach aktuell definitiv nicht. Die wirklich dicken Brocken haben die Rothosen also hinter sich, alles Kommende ist realistisch zu bewältigen, auch wenn die eigentlich guten Leistungen der letzten Spiele dafür wiederholt werden müssen.

Einfache Rechnung: Ein Sieg ist unbedingt nötig

Die Lage ist nicht mehr so aussichtslos, wie sie kürzlich noch schien. Trotz der aufkommenden Euphorie ist jedoch Vorsicht angesagt: ein einfaches Vorhaben ist es allerdings nicht. Schließlich basiert die Rechnung zum Retten in die Relegation darauf, dass die Konkurrenz in Person des VfL Wolfsburg, nicht mehr punktet. Tun sie dies wohl, war es das dementsprechend für die Hanseaten.
Bei nüchterner Betrachtung bedeutet das: Die Hamburger müssen unbedingt alle das letzte Spiel am 34. Spieltag gewinnen, um zumindest eine Restchance auf den Klassenerhalt zu haben. Tun sie es nicht, so war es das endgültig mit dem Dino und das heißt auch, dass der Abstieg leider besiegelt ist. Dass der Gegner mit Holstein Kiel ein bis in die Haarspitzen motivierter Aufsteiger ist und bereits bei den Planungen für einen Aufstieg in die 1. Liga einen Umzug ins Volksparkstadion aufgrund der mangelhaften Kapazität des Holstein Stadions in Betracht gezogen hat, macht die ganze Causa noch brisanter.
Der HSV schwankt damit wieder einmal zwischen den Extremen. Das ist so weit nichts Neues: Als „Dauergast“ in der Relegation musste der Verein bereits viel Spott über sich ergehen lassen. Ruhiger wird das Umfeld dadurch natürlich nicht und die hohe Fluktuation auf der Trainerbank ist ebenfalls ein deutliches Signal. Unabhängig vom Ausgang dieser Saison steht also fest: Es müssen viele Steine umgedreht werden, und das betrifft nicht nur Spieler und Trainer.
Speziell im Falle des Klassenerhalts wäre es verhängnisvoll, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Denn die Baustellen sind zahlreich: Immer noch fehlt eine klare Philosophie, auch die ewigen Krisenherde zwischen Stadt, Geldgebern und Funktionären sorgen nicht für Stabilität. Der Sommer an der Elbe wird in jedem Fall eine Zeit großer Personalfragen. Ob dann die richtigen Antworten gefunden werden, lässt sich erst später beurteilen. Die jüngere Vergangenheit gibt zwar nicht viel Grund zur Hoffnung, doch auch das gehört zum Fußball-Business dazu: Überraschungen, mit denen niemand mehr gerechnet hat. Der HSV scheint für solche Wendungen geradezu prädestiniert zu sein.
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