Der Immobilienmarkt in Augsburg - Chancen, Risiken, Herausforderungen

Gruppenbild (von links): Andreas Klein (Leiter ImmobilienCenter Stadt-sparkasse Augsburg), Dr. Stefan Kipar (Teamleiter Volkswirtschaft, Bayerische Landesbank); Dr. Walter Eschle (stv. Vorstandsvorsitzender Stadtsparkasse Augsburg); Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Dr. Heike Piasecki (Niederlassungsleiterin bulwiengesa AG), Wolfgang Tinzmann (Direktor Unternehmenskunden-Abteilung Stadtsparkasse Augsburg) und Rolf Settelmeier (Vorstandsvorsitzender Stadtsparkasse Augsburg). (Foto: Nicole Gergen, sska)

Weiterhin Boom oder doch Blase - wohin bewegt sich der Immobilienmarkt in Augsburg und der Region?Das wollten die rund 200 Gäste der Stadtsparkasse Augsburg wissen, die Dr. Walter Eschle, stv. Vorstandsvorsitzender und verantwortlich für den gewerblichen Bereich, in der Halderstraße begrüßte.

Die Sparkasse hatte deshalb drei Referenten eingeladen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven betrachteten. Zuerst erläuterte Dr. Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank die volkswirtschaftliche Sicht und sah dabei "den Immobilienmarkt auf geldpolitischen Drogen". Er prognostizierte, dass der Aufschwung in Deutschland noch ein bis zwei Jahre anhält, für 2021 wird ein erster Zinsschritt erwartet. Das Niedrigzinsumfeld bleibt uns, nach Meinung des Experten, also noch etwas erhalten.

In deutschen Topstädten, und vor allem in München, sei die Immobilienpreisentwicklung der Mietentwicklung teils schon länger enteilt. Für Augsburg wird es bei einer hohen Nachfrage nach Wohnraum bleiben, was weitere Miet- und Kaufpreissteigerungen erwarten lässt.

Angebot konstant knapp

Ähnlich sieht es auch Andreas Klein, Immobilienspezialist der Stadtsparkasse, des größten Immobilienmaklers Schwabens. Ob Haus-, Wohnungs- oder Mietpreise, alle kannten in den vergangenen Jahren nur einen Weg: nach oben. Klein machte einen "Trend zur Singularisierung" aus, der u.a. dazu beiträgt. Sowohl in Augsburg wie auch der Region ist das Angebot konstant knapp. Bei weiterhin hoher Nachfrage-Gründe hierfür sind u.a. das niedrige Zinsniveau, steigende Realeinkommen, eine positive Arbeitsmarktentwicklung und weiterer Zuzug - ist ein Preisanstieg vorhersehbar, wenn auch nicht mehr in der Geschwindigkeit der letzten Jahre. Für die Stadt Augsburg hält Klein weitere "Rekorde" für möglich, wobei der Trend zu kleineren Einheiten geht, Stichwort: Mikroappartements.

Dr. Heike Piasecki von der bulwiengesa AG aus München machte für Augsburg für die Vergangenheit eine gewisse "Unauffälligkeit" im Mittelfeld des gewerblichen Immobilienmarktes aus. Im Vergleich mit weiteren sog. "C-Standorten" entwickle sich Augsburg allerdings mehr und mehr zum "Magnet". Als Treiber machte sie die demografische Entwicklung, die steigende Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter und die positive konjunkturelle Entwicklung aus.

Augsburg habe die Diversifizierung geschafft und werde sich als Büroflächenstandort positiv weiterentwickeln, da ist sich die Expertin sicher. Sie empfahl, für Investoren sichtbarer zu werden bzw. sichtbarer an den Markt zu gehen, was auch den anwesenden Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl genau hinhören ließ. Ihr Fazit: eine gute Entwicklung bei gleichzeitiger "Luft nach oben". (pm)
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