Diamantbestattung. Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Der Diamant aus Asche: Für viele "nur" ein Schmuckstück. Für manch anderen die Alternative zu einem anonymen Grab auf einem fernen Friedhof. (Foto: pixabay.com © gr8effect (CC0 Public Domain))
 
Die Anonymität ist bestens gewahrt. Keiner weiß, ob die gesamte Asche des Verstorbenen in der Urne ist oder, ob ein Teil davon zum Diamant geworden ist. (Foto: pixabay.com © Counselling (CC0 Public Domain))

Um sich mit dem eigenen Tod oder dem Tod eines geliebten Menschen auseinanderzusetzen, bedarf es einiger Überwindung. Viel zu häufig wird das Thema Sterben noch immer tabuisiert, dabei bietet gerade die Auseinandersetzung mit dem Thema die Chance, viele Details der Bestattung selbst zu bestimmen. Optionen gibt es dabei heute schier unzählig viele. Eine außergewöhnliche und dabei vergleichsweise moderne Art der Bestattung soll Thema in diesem Beitrag sein: die Diamantbestattung.

Wie charakterisiert sich eine Diamantbestattung?

Vor der eigentlichen Diamantbestattung muss eine andere, viel bekanntere Form der Bestattung erfolgen: die Feuerbestattung. Die Feuerbestattung bezeichnet die Kremation und die anschließende Beisetzung der Asche des Verstorbenen. Diese Bestattungsriten sind ebenfalls Teil der Diamantbestattung. Der Unterschied besteht jedoch in einer kleinen Menge Asche, die nicht ins Urnengrab verbracht wird, sondern zu einem Schmuckstück verarbeitet wird: zu einem Diamanten. Je nach Anbieter kann die Urnenbestattung auch komplett entfallen. Die gesamte Asche wird dann zu einem oder mehreren Diamanten verarbeitet.

So wird aus der Asche ein Diamant

Die Zeremonie einer Diamantbestattung wird der einer Feuerbestattung ähneln: Nach dem Tod des Menschen übernimmt der Bestatter die Versorgung des Leichnams. Häufig nehmen Angehörige am Sarg Abschied. Dann erfolgt die Einäscherung. Aus der Asche fertigt der Dienstleister dann den gewünschten Diamanten. Dazu sind diese Schritte nötig:
- Die Asche muss unter physikalisch-chemischen Gesichtspunkten analysiert werden.
- Kohlenstoff, die spätere Basis des Steins, wird aus der Asche herausgelöst.
- Durch Zugabe hoher Temperaturen und einem hohen Druck wird aus Kohlenstoff Graphit.
- Hinzugefügt wird der Diamantenkristall, der den Ausgangspunkt des Kristalls bildet.
- Nach wenigen Wochen ist Diamantenkristall zum Rohdiamant erwachsen.
- Das anfangs zugesetzte Diamantkristall kann entfernt werden.
- Nun wird der Diamant nach den Wünschen der Hinterbliebenen geschliffen.

Ein Blick auf die rechtliche Seite: das Bestattungsrecht

Der Blick ins geltende Bestattungsrecht geht für viele Interessierte mit Ernüchterung einher. Der Grund: In Deutschland ist die Diamantbestattung nicht möglich. Die Realisierung der Diamantbestattung ist jedoch mit einem Dienstleister möglich, der die Asche ins Ausland bringt. Die Lonité AG hat sich auf Anfragen wie diese spezialisiert. Sie stellen Erinnerungsdiamanten bei den Nachbarn Deutschlands, in der Schweiz, her. Der Dienstleister weist folgende Richtwerte aus:
- Gibt es alternative Materialien, die verwendet werden können? Haare. Davon werden zehn Gramm benötigt.
- Welche Farben sind möglich? Natürliches Bernstein, Grünlich-Gelb, Rot, Blau und Farblos.
- Welche Größendimensionen sind verfügbar? Von 0,25 Karat (=4,0 Millimeter) bis 1,00 Karat (=6,5 Millimeter).
- Welche Schliff-Varianten sind möglich? Brilliant, Emerald, Radiant, Asscher, Princess und Heart.
- Welche Zahlungsbedingungen gibt es? 50 Prozent plus 50 Prozent.
- Wie hoch liegt der Preis für einen Diamant aus Asche? Zwischen 1.600 Euro und 18.500 Euro.
- Wie können die Angehörigen sicher sein, dass sie einen echten Diamanten bekommen? Ein international agierendes Gemmologie-Institut prüft und zertifiziert die Echtheit des Diamanten. Der komplette Produktionsprozess ist Schritt für Schritt verfolgbar. Das sorgt für Transparenz.
- Wie lange dauert die Herstellung des Diamanten? Sechs Monate.
- Wie viel Asche wird benötigt? 200 Gramm.

Diese Gründe sprechen für eine Diamantbestattung

Die Diamantbestattung läutet eine neue Generation der Trauer- und Bestattungskultur ein. Individualisierung und Personalisierung haben auch in diesem, meist tabuisierten Bereich des Lebens Einzug gehalten. Die Idee ist noch vergleichsweise jung. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts wurden Diamanten in der Schweiz aus Asche hergestellt. Warum sich Hinterbliebene für eine Diamantbestattung entscheiden, kann vielfältige Gründe haben.
Zum einen ist der Wunsch nach einer speziellen Form der Erinnerung groß. Das klassische Grab, das als Anlaufstelle für Trauernde dient, wird uninteressanter. Es erfordert das Engagement der Menschen, sich aufzumachen, den Friedhof aufzusuchen und – ähnlich wie einen eigenen Ziergarten – zu hegen und zu pflegen. Nicht zuletzt deswegen ist auch die Zahl der Urnenbestattungen buchstäblich in die Höhe geschnellt. Eine Urne wird in einem Urnengrab beigesetzt. Dieses befindet sich entweder am Boden und wird mit einem Grabstein verschlossen. Oder das Urnengrab befindet sich in einer stehenden Stele, ebenfalls verschlossen mit einem Grabstein.
Auch die zunehmende Mobilität der Menschen, nicht in der Nähe der Eltern oder des eigenen Geburtsorts zu bleiben, sondern für Ausbildung, Studium, Karriere, Beruf oder die große Liebe andernorts von Neuem zu beginnen, ist mit der Diamantbestattung bestens kompatibel. Anstatt ein Grab in weiter Ferne zu besuchen, kann der geliebte Verstorbene – in Diamantenform – stets in der Nähe des Angehörigen sein. Durch die Individualisierung des Diamanten in Form und Farbe, kann der Diamant als Schmuckstück getragen werden. Oder er ruht an einer kleinen, individuellen Gedenkstätte nahe beim Angehörigen.

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