Energie sparen mit neuen Fenstern

Einfachverglaste Fenster mit Kitt sind ein wärmetechnischer Albtraum. (Foto: pixabay.com © PIRO4D (CC0 Creative Commons))
 
Neue Fenster lassen Licht und Wärme hinein und sorgen dafür, dass die Wärme nicht wieder entweicht. (Foto: pixabay.com © paregrinus44 (CC0 Creative Commons))

Fenster haben eine Lebensdauer von fast 50 Jahren und genau deshalb ist es wichtig, bei der Investition mit Bedacht vorzugehen. Der beste Zeitpunkt für eine Sanierung ist zeitgleich mit einer Fassadendämmung. Der Grund ist, dass die neuen Fenster dann ideal mit der neuen Fassade verbunden werden können. Dadurch lassen sich Wärmebrücken, die üblicherweise an den Fensterlaibungen, an der Fensterbrüstung oder am Sturz zu finden sind, komplett vermeiden.

Zusätzlich können die Fachleute durch die Verbindung von Fenstern und neuer Fassade das Tauwasserproblem technisch sauber lösen. Wenn die Fassadendämmung und der Einbau der neuen Fenster in einem Zug geschehen, führt das zu gleichmäßig warmen Wandoberflächen im Inneren. Schimmel hat damit keine Chance mehr.
Wie neue Fenster Energie sparen, ob Holz- oder Kunststofffenster die bessere Wahl sind und was es in Sachen Wärmeschutz und Finanzierung zu beachten gilt, ist jetzt Thema.

Alte Fenster lassen Wärme nach draußen entweichen

Einfach verglaste Fenster sind für rund 25 % des gesamten Wärmeverlustes in einem Haus verantwortlich. Wärme geht durch das Glas und den Rahmen verloren. Schließt das Fenster nicht dicht, steigt der Wärmeverlust sprunghaft an. Verbraucher, die sich für neue Fenster entscheiden, sollten mindestens eine Zweifachverglasung, besser noch eine Dreifachverglasung wählen. Das senkt die Heizkosten und erhöht den Wohnkomfort.

Vorteile neuer Fenster

Nicht nur die Ersparnis hinsichtlich der Heizkosten ist ein ausschlaggebendes Kriterium, um neue Fenster anzuschaffen. Eine dreifach verglaste Fensterscheibe ist zusätzlich ein effektiver Schallschutz. Abgesehen davon ist es schwierig, durch ein dreifach verglastes Fenster einzubrechen. Mit dreifach verglasten Fenstern können im Vergleich zu doppelt verglasten Fenstern größere Flächen erschlossen werden. So wird aus einem dunklen Altbau im Handumdrehen ein lichtdurchflutetes Zuhause. In Kombination mit der passenden Verschattung, zum Beispiel einem außenliegenden Rollladen oder einem anderen Sonnenschutz in Kombination mit Insektenschutzvorrichtungen, ergibt sich daraus ein erheblicher Wohnkomfortgewinn.

Wärme bleibt im Inneren

Große Fensterflächen lassen Licht und Wärme hinein. Mit neuen Fenstern ist es möglich, diese praktisch als Kraftwerk zu benutzen. Inzwischen ist Zweifachverglasung Standard, der Trend entwickelt sich aber hin zu dreifach verglasten Fenstern. Die neuen Fenster sind so konzipiert, dass Energie und Licht hineinfällt, aber die Wärme drinnen bleibt. Dieser Effekt ergibt sich aus einer unsichtbaren Metallschicht, die hauchdünn auf die Scheiben aufgetragen wird. In den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Scheiben wird Edelgas eingefüllt. Das Ergebnis ist eine hohe Wärmedämmung.
Steht die Sonne im Herbst oder Frühjahr tief, können moderne Fenster die Wärme „einfangen“ und im Inneren behalten. Der Energiespareffekt ergibt sich unterm Strich aus der Bilanz zwischen Wärmeverlust und Wärmegewinn, der über die Fenster ermittelt wird. Wie viel Energie sich mit neuen Fenstern sparen lässt, lesen Verbraucher grundsätzlich an den energetischen Kennwerten ab. Diese benennen den Grad des Wärmeverlustes und informieren über die Strahlungseigenschaften der Verglasung. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt für neue Fenster einen U-Wert von 1,3 (W/m² K) vor.

U-Wert gibt Auskunft über den Wärmeschutz eines Fensters

Fenster mit Wärmeschutzverglasung verlieren in direktem Vergleich zu alten, einfachverglasten Fenstern 75 % weniger Energie. Bestimmte Kunststofffenster von rekord übertreffen diesen Wert sogar noch. Die dreifach verglasten Wärmeschutzfenster bieten einen U-Wert von 0,8 bis 0,5 W/m²K. Das entspricht einer verbesserten Wärmedämmung von 85 %. Die Investition in so hochwertige Fenster rechnet sich, denn mit der guten Wärmedämmung werden massiv Heizkosten gespart.
Die perfekte Fensterverglasung ergibt sich erst in Kombination mit der Ausrichtung. Wird ein neues Fenster in Ost- oder Westausrichtung installiert, dürfte die Energiebilanz mit der einer gut gedämmten Wand gleichauf liegen. Fenster an der Südseite weisen eine bessere Bilanz auf. Hier ist der Wärmeschutz in Form von Rollladen oder anderen Verschattungen zusätzlich zu beachten.

Kunststofffenster oder Holzfenster – Verbraucher haben die Wahl

In punkto Fensterrahmen haben die Hersteller innovative Entwicklungen auf den Markt gebracht. Die neuen Fenster sind mit starken Rahmen und besseren Dichtungen ausgestattet als früher. Kunststoffrahmen sind mit Luftkammern versehen, so dass der Wärmeschutz weiter verbessert werden konnte. Der Randverbund nimmt Einfluss auf die Wärmedämmung der Verglasung. Der Begriff „warme Kante“ bezeichnet ein System aus Edelstahl und Kunststoff, dass für eine optimale Wärmedämmung der aufgenommenen Fensterscheiben sorgt. Im Prinzip spielt es keine Rolle, ob das Fenster aus Holz, Kunststoff, Alu oder einem Holz-Alu-Gemisch besteht. Außerdem ist es technisch möglich, alle verfügbaren Fenstervarianten auf energetisch hohem Niveau auszuführen.

Kosten für neue Fenster

Die Kosten für neue Fenster lassen sich nicht pauschal benennen. Zu groß ist der Einfluss des Materials und der gewählten Verglasung. Generell lässt sich wohl sagen, dass Kunststofffenster günstiger sind als Holzfenster. Der nächste Preisschritt ergibt sich vom Holz- zum Holz-Aluminiumfenster. Am teuersten sind reine Aluminiumfenster. Ausgehend davon, dass ein Kunststoff-Einzelfenster inklusive Einbau mit Dreifachverglasung ab 500 € kostet, muss man bei einem Aluminiumfenster mit einem Preisaufschlag von gut 60 % rechnen. In Abhängigkeit von der Fensterfläche kommen so für einen Fenstertausch in einem Einfamilienhaus zwischen 9.000 und 15.000 € zustande.

Förderprogramme der KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt den Einbau neuer Fenster in Bestandsgebäuden. Das gilt auch für Dachfenster und für den Austausch von Fensterscheiben, die sogenannte Ertüchtigung. Wird im Zuge der energieeffizienten Sanierung die Wohneinheit auf einen Effizienzhaus-Standard gebracht, können Bauherren bis zu 18.750 € Zuschuss erhalten. Für die Einzelmaßnahme beim Austausch von Fenstern schießt der Staat 10 % der Sanierungskosten zu. Der Zuschuss ist auf 5.000 € pro Wohneinheit gedeckelt.

Praxistipp: Die KfW fördert Fenster mit mittleren Dämmwerten von 0,95 W/m²K. Dieser Wert bezieht sich auf das gesamte Fenster. Im Angebot muss die Qualität des Glases, des Rahmens und der Glasabstandshalter aufgeführt sein, damit die KfW den Zuschuss freigeben kann. Kunden sollten deshalb darauf achten, dass diese drei Werte im Angebot stehen, denn standardmäßig geben Lieferanten nur den Wert des Glases an.

Noch mehr Energie und Geld sparen?

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und noch mehr Energie sparen will, sollte sich einmal die Beiträge Energiesparen im Office und Energiesparen mit ökologischen Bodenbelägen durchlesen. Diese liefern weitere spannende Informationen, die sich schonend auf den eigenen Geldbeutel und die Umwelt auswirken.
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