Folgen, welche der Videobeweis für die zukünftige Bundesliga haben wird

Nicht zuletzt sich häufende Fehlentscheidungen der Schiedsrichter haben dazu geführt, dass der Fußball in den letzten beiden Jahren eine echte Revolution erlebt hat. Nachdem vor einigen Jahren die Torlinientechnik eingeführt wurde, die zweifelsfrei feststellen soll, ob sich der Ball nun vor oder hinter der Linie befindet, gibt es seit der Saison 2018/2019 nun auch den Videobeweis. Dieser wurde zunächst testweise in einigen Ligen eingeführt, darunter auch in Deutschlands höchster Spielklasse, der Fußballbundesliga. Nach gut einem Jahr wurde diese neue Technik eher positiv aufgenommen. Das hat auch dazu geführt, dass es den Videobeweis erstmals bei einer Fußballweltmeisterschaft gibt, nämlich beim 2018 stattfindenden Turnier in Russland. Auch die UEFA, der europäische Fußballverband, hat sich dazu entschieden, den Videobeweis in seinen Wettbewerben Champions- und Europa League ab der Saison 2019 einzuführen.

Was soll der Videobeweis verbessern?

Der Videobeweis soll in erster Linie dazu beitragen, dass sich Fehlentscheidungen der Schiedsrichter nicht mehr so oft wiederholen. Diese kommen aufgrund des immer schneller werdenden Spiels Fußballs mittlerweile häufiger zustande, als das noch vor über 10 Jahren der Fall gewesen ist. Oft sind es kritische Abseitsentscheidungen, die zum Einsatz des Videobeweises führen. Auch bei bestimmten Fouls, bei welchen mit bloßem Auge für den Schiedsrichter und seine Assistenten nicht sofort erkennbar ist, ob das Foul im Strafraum oder davor stattgefunden hat, kommt der Videobeweis inzwischen zum Einsatz. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es wohl einige Elfmeter-Entscheidungen früher nicht gegeben hätte.


Wie funktioniert der Videobeweis in Deutschland?

Der deutsche Fußballbund DFB und die deutsche Fußball-Liga die DFL, haben den Videobeweis in Deutschland so aufgestellt, dass es neben dem Schiedsrichter und seinen Assistenten auf dem Platz noch einen weiteren Schiedsrichter gibt. Dies ist der sogenannte Videoschiedsrichter. Dieser ist per Funkkontakt sowohl mit dem Hauptschiedsrichter der Partie als auch mit der Zentrale in Köln verbunden. In Köln gibt es das Videozentrum, wo für jedes Spiel ein Schiedsrichter vor mehreren Bildschirmen sitzt und die Szenerie beobachtet. Nun haben beide Protagonisten die Möglichkeit, bei kritischen Entscheidungen Meldung zu machen. Der Schiedsrichter in Köln kann auf dem Platz funken, dass bei der einen oder anderen Entscheidung etwas nicht in Ordnung gewesen ist. Anders herum kann auch der Videoassistent vor Ort im Stadion sich in Köln melden und darum bitten, sich eine bestimmte Szene noch einmal anzusehen. Technisch handelt es sich dabei um ein höchst kompliziertes Konstrukt. So sieht sich vor allem der Videoassistent in Köln in der Zentrale einem Labyrinth aus Bildschirmen mit zahlreichen Kameraperspektiven gegenüber. Unterstützt wird er von zwei weiteren Kräften, die über technisches Knowhow verfügen. Alle Videoschiedsrichter haben zudem die Möglichkeit, sich bei unklaren und strittigen Fragen an einen Supervisor zu wenden.

Was bislang schief gelaufen ist

Während der Videobeweis in vielen europäischen Ländern recht gut funktioniert und tatsächlich dazu beigetragen hat, die Zahl der Fehlentscheidungen zu reduzieren, hat er in Deutschland auch negative Stimmen hervor gerufen. In der Bundesliga ging in der Testphase doch sehr viel schief. Zum einen dauerte es bei vielen Entscheidungen mehrere Minuten, bis eine letztendlich Entscheidung gefällt wurde. So bejubelten die Zuschauer im Stadion bereits ein Tor, was dann drei Minuten später als ein Abseitstor gewertet wurde. Auch zeigte im einen oder anderen Bundesligaspiel der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt und wollte zum Strafstoß antreten lassen. Dann meldete sich der Videoschiedsrichter aus Köln und es vergingen abermals mehrere Minuten, um dann festzustellen, dass der Strafstoß nun doch nicht ausgeführt wird. Am zeitlichen Problem müssen DFB und DFL demzufolge noch arbeiten. Als besonders peinlich gilt die Situation, die sich im Jahr 2018 im Bundesligaspiel zwischen den Mannschaften aus Mainz und Freiburg zutrug. Hier waren die Spieler schon in der Kabine in der Halbzeitpause und wurden nach dem Abpfiff vom Schiedsrichter zurückgeholt, da noch eine Entscheidung getroffen werden musste. Aus fußballerischer Sicht und hinsichtlich des Regelwerks war die Entscheidung zwar letztendlich richtig, die zeitliche Komponente sorgte jedoch in ganz Fußballdeutschland für viel Kritik. Da der Videobeweis ja maßgeblich ins Leben gerufen wurde, um die Zahl der Fehlentscheidungen zu reduzieren, darf mit Fug und Recht gefragt werden, ob das in der abgelaufenen Spielzeit auch funktioniert hat. Überwiegend fällt diese Antwort positiv aus. Auch wenn man es als Schiedsrichter nicht jedem Recht machen kann, ganz gleich, ob die Entscheidung mit bloßem Auge oder mit Hilfe mehrerer Videokameras gefällt wurde. Man kann sagen, dass auf keinen Fall mehr Fehlentscheidungen als davor getroffen wurden. Es waren aber auch nicht deutlich weniger, wie man es vor der Einführung des technischen Hilfsmittels erwartet hatte.

Kritik und Folgen

In der Kritik steht der Videobeweis in Deutschland eigentlich bei allen beteiligten des Fußballgeschehens. So sind es Vereine und Verantwortliche, die beklagen, dass sie um die eine oder andere Chance betrogen wurden. Es sind jedoch vor allem die Fans, die sich am stärksten davon betroffen fühlen. Sie beklagen, dass ihnen die Diskussionsgrundlage entzogen wurde. Schon immer hat man sich abends am Stammtisch nach dem Spiel über strittige Situationen n unterhalten. Der Videobeweis sorgt jedoch dafür, dass das ganze Spiel auseinander gepflückt wird. Viele Fans befürchten demnach, dass der Spielfluss verloren gehen kann. Das passiert vor allem dann, wenn eine Videoentscheidung mehrere Minuten benötigt, um getroffen zu werden.

Fazit: Was getan werden muss

Die verantwortlichen Institutionen in Deutschland sollten vor der im August 2018 beginnenden neuen Bundesligasaison hinterfragen, ob man den Ablauf des Videobeweises nicht nochmal optimieren kann. So könnten zumindest die Zeitverzögerungen minimiert werden. Auch muss man sich on organisatorischer Seite natürlich darüber Gedanken machen, ob der Spielfluss erhalten bleibt. Wenn ein Bundesligaspiel durch den Einsatz des Videobeweises nur in seine Einzelteile zerlegt wird, werden nicht zuletzt die Fans rebellieren. Auch Vereine und Verantwortliche könnten sich dann noch häufiger beschweren, da sie sich durch den Videobeweis benachteiligt führen könnten. Man sollte also kurz gesagt aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen und stetig an der Verbesserung des eigentlich sinnvollen Hilfsmittels, was den Schiedsrichter entlasten soll arbeiten.

• Für Menschen, die gern auf den Ausgang von Bundesligaspielen wetten, wird der Videobeweis vermutlich keine große Rolle spielen. Zwar kann eine Videoentscheidung auch einmal für den Ausgang des Spiels verantwortlich sein, danach wird aber vermutlich kein Wettfreund seine Wetten platzieren. Auf www.fussballwetten.info kann sich jeder Fußballfan über das Angebot an Fußballwetten informieren. Dort kann übrigens nicht nur auf die Spiele in der deutschen Bundesliga, sondern noch auf viele weitere Topligen gewettet werden.
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