Frühlingszeit ist Heuschnupfenzeit - Was sollte man darüber wissen?

Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern und leider beginnen auch wieder die Pollen zu fliegen. Alle Jahre wieder kämpfen Betroffene besonders im Frühjahr mit Heuschnupfen. Selbst in Großstädten sind Allergiker betroffen. Es leiden inzwischen rund 16% der Bevölkerung unter der sogenannten Pollenallergie. Ausgelöst wird die Allergie durch die Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Kräutern.

Aufgrund meist rasant ansteigender Temperaturen legen die Pflanzen einen Blitzstart hin und Pollen sind in großen Mengen in der Luft verteilt. Durch Winde verteilen sich die feinen Pollen unglaublich schnell und verstärken die Beschwerden, wie tränende Augen, Fließschnupfen und Niesattacken.

Die Zahl der Betroffenen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Schon Kinder ab sieben Jahren werden vom Heuschnupfen geplagt.


Was ist eigentlich Heuschnupfen?

Hierbei handelt es sich um eine am häufigsten verbreitete Allergie. Die Veranlagung dazu wird genetisch vererbt. Leiden beide Elternteile daran, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60%, dass eines der Kinder ebenfalls davon betroffen sein wird.
Ausgelöst wird die Allergie über eine Fehlinterpretation des Immunsystems. In den Pollen sind Eiweiße enthalten, welche als feindliche und schädigende Erreger fälschlicher Weise erkannt werden. Aufgrund dessen werden Antikörper gebildet. Diese nennt man Immunglobuline E. Diese Antikörper sind nun dafür zuständig an den sogenannten Mastzellen anzudocken, welche für die Immunabwehr verantwortlich sind. Erfolgt ein erneuter Kontakt mit den Pollen, wird vom Körper das Histamin gebildet. Dies sorgt für die typischen Heuschnupfenbeschwerden. Daher werden zur Behandlung Antihistaminika eingenommen, wie sie in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind.

Kurz und knapp gesagt, das Immunsystem schlägt bei einem harmlosen Stoff Alarm und löst eine Abwehrreaktion aus.

Dabei können die Beschwerden recht unterschiedlich ausfallen. In jedem Fall sollte bei Verdacht auf Heuschnupfen ein Allergietest durchgeführt werden.
Anhand des Ergebnisses kann zumindest eingegrenzt werden, welche Stoffe die Allergie auslösen. Bei solchen Tests erleben Patienten meist auch Überraschungen. Denn nicht jede allergische Reaktion muss auch zwingend zu einer aktiven Allergie werden. Mitunter ist man nur dazu veranlagt. Jetzt ist es wichtig ein sogenanntes Allergie Tagebuch zu führen. Darin werden Tag, Wetter und Art der Beschwerden notiert. Es dauert bis zu ein oder zwei Jahre bis endgültig feststeht, welche Pollen für den Heuschnupfen verantwortlich sind.

Was kann vorbeugend unternommen werden?

Bevor die Beschwerden zum Ausbruch kommen, können Mastzellstabilisatoren eingenommen werden. Diese verhindern das Ausschütten von Histamin und die Allergie lässt sich somit eingrenzen.
Zudem sollte man versuchen die Fenster am Tage möglichst geschlossen zu halten und sich täglich bei starken Pollenflug die Haare vor dem Schlafen gehen waschen. Denn darin hängen nicht selten die feinen Pollen auf denen man sich dann betten würde.
Eine Pollenflug App wird vielen ebenfalls empfohlen, um aktuell informiert zu sein, welche Pollen zu welcher Zeit sehr verbreitet sind.
Zudem ist es gut, eine Sonnenbrille zu tragen, denn dann haben es die feinen Pollen schwerer, über die Augen einzudringen.
Wer zudem regelmäßig eine Nasendusche mit Salzwasser vornimmt, spült die Allergene einfach mit weg.


Kann Heuschnupfen geheilt werden?

Es gibt in der Tat Maßnahmen, die zu einer langfristigen Besserung beitragen. Jedoch ist dies ein langwieriger Prozess. Am Ende einer sogenannten Hyposensibilisierung sind 80% der Behandelten komplett beschwerdefrei. Hierbei wird der Körper nach und nach darauf trainiert, die auslösenden Stoffe nicht als Feind zu betrachten. Eine solche Therapie beginnt in der Pollenfreien Zeit und dauert je nach Veranlagung bis zu ein paar Jahren.
Wer unter einer starken Allergie leidet, sollte diese Therapie durchaus in Betracht ziehen.
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