Jahrhundertsommer: Wie die Hitze die Leistungsfähigkeit mindert

Der Sommer dieses Jahres ist einer der heißesten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Seit Monaten schwitzen die Menschen fast täglich in warmen und stickigen Büros. Studien zeigen, dass die langanhaltende Hitze einen erheblichen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz hat. Wer dies als Chef verhindern will, sollte auf lange Sicht nach Lösungen für die aktive Raumkühlung suchen. Werden heiße Sommer wie dieser erst einmal zum Standard, muss sich auch die Arbeitskultur in unserer Gesellschaft verändern.

Raumtemperatur beeinflusst die Leistung am Arbeitsplatz

Auf die Leistung am Arbeitsplatz haben mehrere Umstände Einfluss. Vor allem hängt sie von der Zufriedenheit der Mitarbeiter ab, die wiederum bestimmt wird von Faktoren wie dem Arbeitsklima, der Entlohnung, einem Gefühl von Anerkennung und Wertschätzung sowie von der Tätigkeit an sich.

Arbeitgeber, die Performance Management als eine wichtige Kernaufgabe in ihrem Unternehmen ansehen, zu der feste Leistungsziele ebenso gehören wie eine aktive Feedbackkultur, sind klar im Vorteil. Nur wer es schafft, seine Mitarbeiter ausreichend zu motivieren und sie in den Erfolgsprozess mit einzubinden, wird langfristig schwarze Zahlen schreiben und das Unternehmen erfolgreicher machen.

Doch wie steht es mit externen Faktoren, die unsere Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen? Eine extreme Hitzewelle, wie wir sie in Europa aktuell erleben, ist ein solcher Faktor. Während sich eine niedrige Raumtemperatur durch Heizen regulieren lässt, ist bei großer Hitze dazu schon eine Klimaanlage notwendig, und darüber verfügen in Deutschland nur die wenigsten Bürogebäude.

Bei Außentemperaturen von mehr als 35 Grad klettert das Thermometer daher auch in den Innenräumen vieler Unternehmen schnell über 30 Grad. Bereits wenn die Innentemperatur 26 Grad übersteigt, ist der Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, für eine Kühlung der Büroräume zu sorgen. Ab 35 Grad Innentemperatur gilt ein Arbeitsplatz als unzumutbar und stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar.

Hohe Temperaturen haben Auswirkungen auf den Körper. Sie schränken die kognitive Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ein und können für Müdigkeit, Kopfschmerzen und einen niedrigen Blutdruck sorgen. Ohne Klimaanlage sind die Möglichkeiten zur Abkühlung begrenzt, denn ab einer gewissen Temperatur können auch Ventilatoren und Rollläden nichts mehr ausrichten.

Südliche Länder als Vorbilder

Dennoch gibt es Maßnahmen, die ein verantwortungsvoller Chef ergreifen sollte, wenn langanhaltende Hitze das Arbeiten in den Büros erschwert. Dazu gehören beispielsweise folgende Schritte:

  • frühmorgendliches Lüften der Büroräume

  • das Aufstellen von Ventilatoren

  • eine Lockerung des Dresscodes

  • das Einrichten von Gleitzeit

  • das Bereitstellen kostenloser Getränke oder Wasserspender

  • die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten


Laut Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ist damit zu rechnen, dass in 30 Jahren Hitzeperioden, wie wir sie gerade erleben, zu einem durchschnittlichen Sommer gehören werden. Es wäre daher ein Fehler, das aktuelle Wetter als Anomalie oder einmalige Ausnahme zu verstehen. Stattdessen sollte sich unsere Gesellschaft an das sich verändernde Klima anpassen - je früher, desto besser.

Als Vorbilder könnten hier südliche Länder dienen, die ihren Alltags- und Arbeitsrhythmus an die heißen Außentemperaturen angepasst haben. Eine Möglichkeit könnte sein, die Arbeitszeiten in die noch kühleren Morgenstunden zu verlegen und die Arbeit zu beenden, bevor die Temperaturen zum späten Nachmittag gegen 16 oder 17 Uhr ihr Maximum erreichen. Auch Klimaanlagen müssen irgendwann zum Standard in deutschen Büroräumen gehören, möchten Arbeitgeber regelmäßige Leistungs- und Umsatzeinbußen nicht hinnehmen.

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