Kameras mit WLAN-Funktion - Spielzeug oder praktisches Feature?

Bildrechte: Flickr Fujifilm X-M1 Kārlis Dambrāns CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
Die Smartphone-Kameras werden immer besser: Professionelle Bildqualität, einfache Bedienbarkeit und zahlreiche Bearbeitungsmodi führen dazu, dass Smartphone-Hobbyfotografen inzwischen sogar den Profis Konkurrenz machen. Daher sehen sich die Hersteller von Kameras gezwungen, ihre Geräte immer weiter aufzurüsten - indem sie sie beispielsweise mit einer WLAN-Funktion ausstatten. Was sind die Vor- und Nachteile von WLAN-fähigen Kameras? Und wie nützlich ist dieses Feature wirklich?

Seit einigen Jahren statten führende Kamerahersteller neue Modelle mit WLAN-Funktion aus, inzwischen wird WLAN zunehmend serienmäßig verbaut. Doch nur die wenigsten Fotografen nutzen die Internetfähigkeit ihrer Kamera bisher in vollem Umfang. Welche Funktionen bietet eine WLAN-Kamera und wie lassen sie sich sinnvoll nutzen?

Hochladen, posten, speichern

Wer mit einer Kamera mit WLAN-Funktion liebäugelt, sollte sich bewusst machen, dass man mit der WLAN-Funktion allein nicht weit kommt - man braucht nämlich noch ein anderes WLAN-fähiges Gerät, mit dem sich die Kamera verbinden kann - üblicherweise ein Smartphone oder ein Tablet. Die Verbindung zwischen zwei Geräten lässt sich grundsätzlich einfach herstellen, allerdings kann es zwischen Produkten unterschiedlicher Hersteller durchaus zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Wer sich ein externes Zusatzgerät für die Kamera anschaffen möchte, etwa einen Drucker, sollte sich daher am besten für ein Gerät desselben Herstellers entscheiden.

Ist die Kamera mit einem Handy oder Tablet verbunden, eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten: Die Bilder können als E-Mail versendet, in den sozialen Netzwerken hochgeladen oder in der Cloud gespeichert werden. Bei CEWE kann man hochwertige Fotoabzüge sogar direkt per App bestellen. Einige Kameras machen zudem automatisch Back-ups von den neuesten Schnappschüssen oder laden Bilder direkt bei Facebook hoch.

Die interessanteste WLAN-Funktion für Hobby- und Profifotografen ist sicherlich die Fernsteuerung per Smartphone-App. Sie ersetzt nicht nur den Fernauslöser, sondern ermöglicht es dem Fotografen auch, einzelne Kameraeinstellungen gezielt zu verändern. Auf dem Handy-Display kann man sich zusätzlich das Livebild anzeigen lassen: So fällt es leichter, den perfekten Moment für ein Foto abzupassen oder kurz die Bildqualität zu prüfen.

Für die Datenübertragung nur bedingt sinnvoll

Doch wie nützlich ist die Übertragung größerer Bilddateien per WLAN? Bei diesem Punkt waren und sind viele Fotografen skeptisch - zu Recht. Denn die Übertragung per Kabel oder Speicherkarte ist fast immer schneller und sicherer als die drahtlose Netzübertragung. Das liegt daran, dass die Interoperabilität bei WLAN-Geräten noch immer nicht vollständig gegeben ist und es bei einer drahtlosen Übertragung häufiger zu Störungen kommt. Gerade bei der Übertragung von großen Datenmengen, die etwa im RAW-Format zustande kommen, ist man mit einer der herkömmlichen Übertragungsmethoden definitiv auf der sicheren Seite. Ein weiterer Aspekt, der oft nicht bedacht wird, ist der Energiebedarf der drahtlosen Übertragung: WLAN belastet den Akku sehr stark - daran erkennbar, dass seine Kapazität nach der Übertragung deutlich verringert ist.

Braucht man also eine Kamera mit WLAN-Funktion? Die Technologie ist mittlerweile so weit ausgereift, dass sie in den meisten Fällen gut funktioniert. Fotografen sollten sich jedoch überlegen, wofür sie die WLAN-Option wirklich nutzen würden. Für die Datenübertragung eignet sich WLAN definitiv weniger - anders sieht es bei der Kamera-Fernsteuerung aus, für die sie tatsächlich eine interessante und bereichernde Option ist - sofern man ein Smartphone besitzt.


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